Karriere der WTA-Siegerin Sabine Lisicki begann in Troisdorf

Zwischen 2000 und 2002 spielte die heute 19-Jährige beim TC Rot-Weiß Tennis

Troisdorf. 19 Jahre ist Sabine Lisicki heute, als sie 13 war, zog sie mit ihren Eltern aus Troisdorf nach Berlin und trat den Sprung in die Tennis-Welt an. Dort ist sie spätestens seit Sonntag angekommen.

Als erste deutsche Spielerin seit dem Jahr 2006 gewann sie im Rahmen der WTA-Tour in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina ein Turnier und kassierte dabei mit 187 815 US-Dollar ihr erstes dickes Preisgeld.

Nach ihrem souveränen "Lauf" auf der Asche von Charleston mit dem Erfolg über Wimbledon-Siegerin Venus Williams, dem deutlichen 6:3, 6:1 im Halbfinale über die gesetzte Französin Marion Bartoli und im Finale (6:2, 6:4) über die Dänin Caroline Wozniacki ist Sabine Lisicki in aller Munde.

Dabei hat der erste Titelgewinn einer deutschen Spielerin nach Anna-Lena Grönefeld viele Väter. Dazu zählt auch Rot-Weiß Troisdorf. Dort spielte die schon in ganz jungen Jahren von ihrem Vater Richard, einem promovierten Sportwissenschaftler und Tennislehrer, trainierte und in Troisdorf geborene Spielerin, seit sie zehn Jahre alt war.

In den Jahren 2000 bis 2002 spielte sie in der Mädchen-, Juniorinnen- und bereits auch in der Damen-Mannschaft. "Das war schon lustig damals, als wir mit einer 12-Jährigen in unserer Damenmannschaft aufkreuzten. Sie bewies da schon ihr großes Talent", erinnert sich Troisdorfs Vorsitzender Uwe Maaß gerne an die ersten Auftritte der kleinen Sabine Lisicki.

Für ihren Club sammelte sie auch Meistertitel, so die deutsche Meisterschaft bei den Juniorinnen Altersklasse VIa im Einzel und gemeinsam mit Stefanie Weinstein, der heute für den RTHC Bayer Leverkusen spielenden Mittelrhein-Meisterin, auch im Doppel.

An der Erfolgsstory hatte aber auch der Tennis-Verband Mittelrhein (TVM) seinen Anteil. Lisicki nahm am Jugend-Verbandstraining teil, wenn auch nur für kurze Zeit. Denn Vater Richard trainierte seine Tochter nach den Erkenntnissen des ehemaligen Ost-Systems, das nicht unbedingt zum Training im Verband passte.

2003 zog die Familie dann nach Berlin um, wo sich Vater und Tochter dem Traditionsverein Rot-Weiß anschlossen, für den die 19-Jährige heute in der Bundesliga spielt. Ab dem Jahr 2005 führte der Weg der ehrgeizigen Spielerin in Nick Bollettieris "Feinschliff-Camp" in den USA.

Jetzt hat sie auf der Erfolgsleiter die nächste Sprosse erklommen: Mit dem Titelgewinn in Charleston schaffte sie in der WTA-Weltrangliste den Sprung von Platz 63 auf 43 - und ist damit Deutschlands Nummer eins. Kein Wunder, dass Uwe Maaß bedauert: "Ich hätte sie gerne zu unserem 75-jährigen Bestehen in Troisdorf gehabt. Meine Bemühungen scheiterten im vergangenen Jahr aber an ihrem Terminkalender."