Kölner Haie

KEC sorgt sich über Zuschauerrückgang

Jubeln noch lieber vor vollen Zuschauerrängen: Die Kölner Haie beim Sieg gegen Schwenningen.

Jubeln noch lieber vor vollen Zuschauerrängen: Die Kölner Haie beim Sieg gegen Schwenningen.

KÖLN. Zwei enttäuschende Saisons hinterlassen Spuren bei den Fans der Kölner Haie. Die Zuschauerzahl geht zurück.

Auf den Rängen bestand kein Grund zur Platzangst, als sich die Mannschaft der Kölner Haie auf die Ehrenrunde begab. Lediglich 7534 Zuschauer begleiteten den KEC nach dem 3:1-Erfolg über die Schwenninger Wild Wings mit Applaus vom Eis der Lanxess Arena. Das bedeutete einen Kölner Minusrekord für die laufende Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und setzte einen Trend fort, der die Verantwortlichen der Haie ins Grübeln bringen dürfte.

Dünn besetzt waren die Tribünen schließlich bereits bei den vorherigen Heimspielen gegen Straubing (8013), Wolfsburg (9104) und Ingolstadt (8006). Zieht man von diesen Besucherzahlen noch die 5000 abgesetzten Dauerkarten ab, bleiben nur wenige verkaufte Einzeltickets über. Lediglich beim Saisonauftakt gegen Augsburg (13 421), zu dem der KEC zusätzlich mit einer Kartenaktion gelockt hatte, war die Deutzer Multifunktionshalle in der bisherigen Spielzeit bei einer DEL-Partie gut gefüllt.

In der vergangenen Saison hatten die Kölner noch durchschnittlich 11.200 Zuschauer zu ihren Hauptrunden-Heimspielen begrüßen können. Doch zwei Saisons in Folge voller Enttäuschungen haben offenbar Spuren hinterlassen beim Haie-Anhang.

Das empfindet auch KEC-Geschäftsführer Philipp Walter so. „Ich habe bei unserem ersten Heimspiel gegen Augsburg auf der einen Seite ein totales Wohlwollen seitens der Fangemeinde gespürt, auf der anderen Seite aber auch ein Stück weit eine Zurückhaltung“, beschreibt Walter das aktuell etwas angekratzte Verhältnis zwischen Club und Fans.

Verein in der Bringschuld

Walter sieht seinen Verein in der Bringschuld: „Wir müssen uns nach der vergangenen Saison erst wieder Kredit erarbeiten. Und manchmal muss man Köln auch etwas wachküssen, was eine Eishockey-Saison angeht.“

Gelingen kann dies über sportliche Erfolge. Mit dem Heimsieg gegen Schwenningen, dem vorherigen 3:2 bei den Nürnberg Ice Tigers und dem couragierten Auftritt vor über 18.500 Fans im Showspiel gegen die Edmonton Oilers (3:4 nach Verlängerung) gelang den Haie-Profis binnen weniger Tage ein klarer Schritt in die richtige Richtung. „Wenn die Jungs weiter so erfolgreich sind, dann kommen die Fans auch wieder“, ist sich Philipp Walter sicher.

Doch das geht bei einem neu formierten Team nicht von heute auf morgen. „Die Mannschaft steckt in einem Prozess und findet gerade ihre Identität. Wir werden Geduld brauchen – auf und neben dem Eis“, mahnt der KEC-Chef.

Anlass für leichten Optimismus ist gegeben – trotz des Ausfalls von Center Fabio Pfohl, der gegen Schwenningen eine Muskelverletzung im Oberschenkel erlitt und nach Vereinsangaben zwei bis drei Wochen pausieren muss. „Wir hatten eine Woche mit starken Leistungen, wissen jedoch auch, dass wir noch Arbeit vor uns haben. Insgesamt sind wir aber auf einem guten Weg“, meint Trainer Peter Draisaitl.

Nach einem intensiven Programm mit vier Spielen binnen sieben Tagen haben die Haie-Profis etwas Zeit zur Regeneration. Weiter geht es für sie am kommenden Wochenende mit zwei Heimspielen. Am Freitag (19.30 Uhr) kommen die Iserlohn Roosters nach Köln, am Sonntag (14 Uhr) die Adler Mannheim.

Philipp Walter ist gespannt auf die Zuschauerzahlen. „Wir lassen viele Faktoren in eine Analyse eingehen und schauen anschließend, an welchen Stellschrauben wir drehen können“, erklärt der Geschäftsführer. Noch scheinen die richtigen nicht alle gefunden.