DEL-Playoffs

Kölner Haie verlieren zweites Spiel gegen Ingolstadt

Kölns Trainer Dan Lacroix blickt auf das Eis.

Die Mannschaft von Trainer Dan Lacroix ging erneut als Verlierer vom Eis.

INGOLSTADT. Die Kölner Haie haben auch Spiel 2 der Playoff-Serie in der Deutschen Eishockeyliga (DEL) gegen den ERC Ingolstadt verloren. Der KEC unterlag am Freitagabend in Ingolstadt nach Verlängerung knapp mit 3:4.

Das wird richtig schwer. Die Kölner Haie stehen trotz einer starken Leistung und zweimaliger Führung im zweiten Spiel des Playoff-Viertelfinals gegen den ERC Ingolstadt mit dem Rücken zur Wand. Nach der 2:6-Heimniederlage am Dienstag und dem ebenso dramatischen wie unglücklichen 3:4 (1:1, 1:1, 1:1, 0:1) nach Verlängerung am Freitagabend bei den „Schanzern“ liegt der achtfache deutsche Eishockeymeister in der „Best of seven“-Serie bereits mit 0:2 in Rückstand und braucht am Sonntag (16.30 Uhr, Lanxess Arena) im dritten Duell dringend einen Sieg. Ingolstadts Routinier Thomas Greilinger schoss die Panther in der 68. Minute ins Glück und versetzte den Haien den nächsten mentalen Nackenschlag.

Die Haie haben es wirklich nicht leicht in dieser Saison. Nicht nur, dass sie mit der Hypothek der Heimklatsche aus Spiel eins nach Bayern gereist waren, auch ihr Lazarett mag sich einfach nicht leeren. Neben den Langzeitausfällen Corey Potter, Steve Pinizzotto und Marcel Müller mussten Alexander Sulzer und Fabio Pfohl auch in Spiel zwei passen. Außerdem blieb Felix Schütz draußen. Die offizielle Version des KEC: Der Nationalspieler sei krank. Nach seinem schwachen Vortrag am Dienstag in Köln hätte der Stürmer aber auch aus Leistungsgründen eine Pause verdient gehabt. So warf Haie-Coach Dan Lacroix Youngster Mick Köhler zu seiner Playoff-Taufe in die vierte Reihe und zog den Ex-Ingolstädter Alexander Oblinger an die Stelle von Schütz. Colin Ugbekile ersetzte in der Verteidigung wie erwartet den gesperrten Kapitän Moritz Müller.

Die Ausfälle machten sich zunächst kaum bemerkbar. Die Kölner hatten aus Spiel eins gelernt und taktisch etwas umgestellt. Lacroix verlagerte das Forechecking weiter nach vorne und machte so die neutrale Zone zum Haie-Hoheitsgebiet. Ingolstadt stand trotz Heimvorteil tief und lauerte auf Fehler, um wie am Dienstag schnell umzuschalten. Doch der KEC machte alles richtig und bestimmte die Partie, auch wenn Sean Sullivan die beste Chance für den ERC anschrieb (5.). Als Simon Després mit seinem ersten Treffer im Haie-Dress das 1:0 in Überzahl gelang, (14.), war diese Führung auf jeden Fall verdient.

Erste Pause tat den Kölnern gut

Das Momentum drehte erst Richtung Panther, nachdem Kölns Torwart Gustaf Wesslau bei einem 3:1-Konter der Hausherren bravourös gegen Ville Koistinen gerettet hatte (17.). Ingolstadt nutzte diese erste echte Druckphase und kam durch David Elsner  Olson zum Ausgleich (18.), weil KEC-Verteidiger Morgan Ellis beim entscheidenden Rettungsversuch über die springende Scheibe schlug.

Die erste Pause tat den Kölnern nach dem unglücklichen 1:1 dann gut. Freddy Tiffels traf schon nach 18 Sekunden des zweiten Drittels zum 1:2 (21.). Das Tor beflügelte die Gäste. Sie beherrschten die Partie spielerisch wie körperlich und hätten nachlegen müssen. Das vierte Tor fiel aber auf der anderen Seite. Als Després als erster Hai des Abends wegen Spielverzögerung die Strafbank drückte, arbeitete Brandon Mashinter den Puck in Überzahl über die Linie (30.).  Anstatt nach starken 20 Minuten in Führung zu liegen, mussten die Kölner sogar froh sein, nicht 2:3 zurückzuliegen. Jerry D’Amigo traf in Überzahl aber erst nach der Sirene und unerlaubt per Schlittschuh.

Das Spiel war offen und deshalb belauerten sich die Kontrahenten im Schlussabschnitt. Die Haie ließen ihr zweites Powerplay des Abends liegen (46.), um dann einem ihrer selten einfachen Scheibenverluste in einen Konter zu laufen, den ERC-Verteidiger Maurice Edwards mit einem Knaller in den Winkel zum 3:2 veredelte (48.). Die Haie gaben aber nicht auf, nahmen Wesslau zugunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Tor (59.) und belohnten sich durch Verteidiger Austin Madaisky nach toller Vorarbeit von Jason Akeson mit dem gerechten Ausgleich (59). Dann kamen die Verlängerung und ERC-Routinier Thomas Greilinger.