Kölner Haie verlieren auch ohne Bill Stewart

Ohne Glück: Niklas Sundblad musste in seinem ersten Spiel als Cheftrainer der Kölner Haie eine Niederlage einstecken.

Ohne Glück: Niklas Sundblad musste in seinem ersten Spiel als Cheftrainer der Kölner Haie eine Niederlage einstecken.

Auch nach der Entlassung ihres Trainers Bill Stewart bleiben die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga ohne Erfolg. Gegen den Aufsteiger EHC München brachten sie das Kunststück fertig, einen 4:0-Vorsprung noch zu verspielen.

Köln. Auch nach der Entlassung ihres Trainers Bill Stewart bleiben die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ohne Erfolg. Gegen den Aufsteiger EHC München brachten sie das Kunststück fertig, einen 4:0-Vorsprung noch zu verspielen. Am Ende unterlagen sie mit 5:6 nach Penaltyschießen.

Am Sonnabend hatten die Haie ihren Trainer und Manager Bill Stewart entlassen, sein Assistent Niklas Sundblad übernahm den Posten zumindest vorübergehend. "Wir planen längerfristig mit Sundblad, in welcher Rolle, wird sich zeigen", sagte Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin, der beim Verlassen des Arena-Innenraums heftig von aufgebrachten Zuschauern beschimpft wurde.

"Wir werden uns vor der Nationalmannschafts-Pause mit allen Gesellschaftern zusammensetzen und beraten, wie wir mit der Besetzung der Trainerposition weitermachen sollten." Sundblad stellte auf einer Position um, er verbannte den glücklosen Torhüter Wade Dubielewicz auf die Bank und brachte erstmals den 21-jährigen Björn Linda, den Sundblad seit Jahren aus seiner Arbeit in den unteren Ligen kennt.

"Ich war in den ersten beiden Minuten nervös, aber dann lief es zuerst gut für mich", sagte Linda nach dem Spiel. "Dann bekam ich plötzlich sechs Gegentore, ich habe viel Lehrgeld bezahlt." In den ersten 15 Minuten spielten die Kölner ihren Gegner schwindlig, dann erzielten die Gäste zwei Tore und plötzlich brachen die Haie wieder einmal ein.

"Die Stimmung in der Mannschaft war gut, wir waren siegessicher", sagte Linda. "Und dann so etwas, wir können uns das nicht erklären." Verteidiger Mirko Lüdemann brachte es auf den Punkt: "So ein Dreck!", schimpfte er auf dem Weg in die Kabine. Sundblad nahm es dagegen nüchtern. "Nach dem 4:0 und auch noch nach dem 5:3 sah es gut aus", fasste er zusammen.

"Dann bekommen wir das 5:4 und zwölf Sekunden vor Schluss den Ausgleich. So etwas passiert eben im Profisport." Der Schwede konnte sich zu seiner persönlichen Zukunft naturgemäß noch nicht konkret äußern. "Die besten Argumente wären natürlich Siege. Wir müssen endlich einmal mehrere Spiele hintereinander gewinnen. Ab und zu spielen wir gut, aber dann geht die nächste Partie wieder verloren", sagte er.

Die Probleme liegen in der Defensive, die Haie schossen am Wochenende in zwei Spielen zehn Tore, holten damit aber nur einen Punkt. Wer immer die Haie künftig trainiert, wird in der Abwehr den Hebel ansetzen müssen.

Die Statistik
  • Kölner Haie - EHC München n.P. 5:6 (4:0/1:3/0:2/0:0/0:1)
  • Tore: 1:0 Lee (07:09), 2:0 Jaspers (09:26), 3:0 Sparre (13:57), 4:0 Ullmann (15:20), 4:1 Gyori (20:53), 4:2 Helms (24:00), 5:2 Hauner (28:20), 5:3 Wrigley (33:21), 5:4 Adams (48:33), 5:5 Buchwieser (59:48), 5:6 Helms (Penalty)
  • Schiedsrichter: Jablukov (Berlin).
  • Zuschauer: 7 500
  • Strafminuten: Köln 4, München 10 + 10 Elwing