Wieder raus aus der Krise

Kölner Haie gewinnen in Bremerhaven mit 3:2

Entspannt jubeln: Fabio Pfohl (2.v.l.) will mit Morgan Ellis (l.), Colby Genoway (2.v.r.) und Felix Schütz den ersten Saisonheimsieg.

Entspannt jubeln: Fabio Pfohl (2.v.l.) will mit Morgan Ellis (l.), Colby Genoway (2.v.r.) und Felix Schütz den ersten Saisonheimsieg.

Bremerhaven. Die Kölner Haie gewannen das Spiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 3:2 (2:1, 1:0, 0:1) und damit das zweite Auswärtsspiel nacheinander.

Philipp Walter hatte nicht lange drum herum geredet und die drei Niederlagen in Ingolstadt (0:6), Augsburg (1:4) sowie Zuhause gegen Krefeld (2:3) als sportliche Krise der Kölner Haie benannt. Aus der Ruhe wollte sich der neue KEC-Geschäftsführer aber auch angesichts der dürftigen Vorstellungen der Kölner Eishockey-Profis in diesen Spielen nicht bringen lassen. Vor den beiden Partien in Wolfsburg und Bremerhaven sowie der anstehenden Länderspielpause forderte Walter vielmehr „Zusammenhalt im gesamten Club“ ein. Die Mannschaft hatte gut zugehört, zeigte ein angemessene Reaktion und bescherte ihrem Arbeitgeber nach dem 5:3 am Freitag ein Wolfsburg mit dem 3:2 (2:1, 1:0, 0:1) am Sonntagabend bei den Fishtown Pinguins in Bremerhaven ein Sechs-Punkte-Wochenende und den Sprung auf Platz der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Vor und während der Norddeutschland-Reise der Haie geisterte bereits der Name Larry Huras durch die DEL-Gemeinde. Der 63-jährige Kanadier, der auch schon in München und Ingolstadt sowie zuletzt in der Schweiz bei Fribourg hinter der Bande stand, wurde in gut informierten Kreisen als Nachfolger von Haie-Coach Peter Draisaitl gehandelt worden sein. Der 52-jährige Draisaitl dürfte seine Position genau wie Manager Mark Mahon durch die beiden Siege allerdings erst einmal gestärkt haben. „Wir haben zusammen gehalten und am Freitag mit einer guten kämpferischen Leistung einen ersten Weg aus unserer kleinen sportlichen Krise gefunden“, sagte Mahon während des Spiels in Bremerhaven bei Telekom Sport.

Die Mannschaft ging am Sonntag auch den zweiten Schritt. Draisaitl konnte sich dabei wieder auf eine solide Defensive und einen starken Torwart Gustaf Wesslau verlassen,. Die Kölner Hintermannschaft ließ trotz eines klaren Plus der Gastgeber bei den Torschüssen zunächst nur einen Treffer zu. Als Ben Hanowski nach einem Solo von Mike Moore nicht klären konnte, staubte Cory Quirk ab (18.). Zu diesem Zeitpunkt lag der KEC allerdings schon mit 2:0 in Führung. Pascal Zerressen stand nach einem Pfostenschuss von Hanowski richtig und traf zum 1:0 (8.). Knapp zwei Minuten später war dann Felix Schütz zur Stelle und fälschte in Überzahl einen Pass von Fabio Pfohl geschickt zum 2:0 ins lange Ecke ab (10.).

Bremerhaven versuchte nach dem Anschlusstreffer zu Beginn des zweites Drittel den Druck zu erhöhen und verwickelte die Haie in harte Zweikämpfe. Steve Pinizzotto und Corey Potter handelten sich in dieser Phase insgesamt zehn Strafminuten ein. Weil aber auch die Pinguins munter mit auf die Strafbank gingen, hielten sich die Unterzahlsituationen für die Kölner in Grenzen. Bei Vier gegen Vier traf Schütz mit seinem zweiten Treffer sogar zum 3:1 (25.). Alexander Sulzer hatte die Scheibe zum Tor gebracht, wo Fishtown-Torwart Tomas Pöpperle sie aufnahm und wieder fallen ließ. Schütz stand richtig und erzielte sein fünftes Saisontor.

Die Abwehr der Haie um Wesslau stand auch im Schlussdrittel. Erst als Kapitän Moritz Müller in Unterzahl einen Schuss von Jan Urbas unhaltbar zum 2:3 abfälschte (55.) wurde es noch einmal spannend. Bremerhaven kam auch tatsächlich noch zum 3:3, Justin Feser hatte seinen Schuss allerdings eine Sekunde nach Ablauf der 60 Minuten Spielzeit abgesetzt. „Wir hatten vor den beiden Spielen keine einfache Situation. Schön, dass wir mit sechs Punkten darauf reagieren konnten“, freute sich Müller.

Während sich die meisten Haie-Profis auf fünf freie Tage freuen dürfen, fahren Müller, Schütz, Zerressen und Pfohl mit der Nationalmannschaft zum Deutschland-Cup nach Krefeld. Dabei heißt es auch Abschied nehmen von Marco Sturm. Der Bundestrainer wird Assistenztrainer des NHL-Clubs Los Angeles Kings und wird die DEB-Auswahl letztmals betreuen. Frederik Tiffels musste wegen seiner Verletzung für die Länderspiele absagen. Der Stürmer soll am 14. November im Heimspiel gegen Augsburg aber sein Debüt im KEC-Trikot feiern.

Köln: Wesslau; Müller, Ellis; Sulzer, Madaisky; Zerressen, Potter; Tiffels; Pinizzotto, Genoway, Schütz; Hanowski, Pfohl, Akeson; Uvira, Zalewski, Jones; Dumont, Hospelt, Oblinger. – SR: Gogulla/Rohatsch. – Zuschauer: 4238. – Tore: 0:1 Zerressen (7:40/Hanowski, Akeson), 0:2 Schütz (9:36/Pfohl, Akeson, PP1), 1:2 Quirk (17:10), 1:3 Schütz (24:37/Sulzer), 2:3 Urbas (54:39/PP1). – Strafminuten: Bremerhaven 18 plus 10 Uher; Köln 20 plus 10 Pinizzotto.