DEL-Playoffs

Kölner Haie gehen gestärkt ins nächste Viertelfinalspiel

Kein Eishockeyspiel ohne zünftige Schlägerei: Hier wechseln der Kölner Fabio Pfohl und Maury Edwards (Ingolstadt) die Sportart.

Kein Eishockeyspiel ohne zünftige Schlägerei: Hier wechseln der Kölner Fabio Pfohl und Maury Edwards (Ingolstadt) die Sportart.

Köln. Wille, Glück und gutes Coaching: Kölner Eishockeycracks wurden in den bisherigen drei Begegnungen immer besser und wollen in der Serie gegen Ingolstadt am Freitag zum 2:2 ausgleichen.

Fabio Pfohl trug sein Veilchen unter dem Auge mit Stolz. Erster Playoff-Einsatz 2019, erster Faustkampf der Karriere und erster Sieg mit den Kölner Haien in der umkämpften Viertelfinalserie gegen den ERC Ingolstadt: Pfohls Einstieg in das Rennen um die deutsche Eishockey-Meisterschaft am Sonntag in der Lanxess Arena hätte kaum aufregender und erfolgreicher laufen können. Die ersten beiden Spiele der „best of seven“-Serie und damit zwei Niederlagen hatte der Stürmer aufgrund einer Muskelverletzung noch verpasst. „Diese Serie ist eng und hart. Diesmal hatten wir den größeren Willen und haben verdient gewonnen“, freute sich der 23-Jährige über das dramatische 3:2 nach Verlängerung. Ein Sieg, der die Haie nach zwei Niederlagen zurück in dieses Viertelfinale hievte und ihnen viel Mut für Spiel vier am kommenden Freitag in Ingolstadt mit auf den Weg gibt.

In der 18. Minute hatte Pfohl die Kampfaufforderung von ERC-Verteidiger Maury Edwards angenommen und sich trotz eines blutenden Cuts wacker geschlagen: „Manchmal muss man für sein Team auch etwas anderes machen. So habe ich meinen ersten Fight bekommen und die Mannschaft pushen können“, sagte der nicht als Kämpfer bekannte Ex-Wolfsburger stolz. Ganz nebenbei hatte er zudem einen der besten Ingolstädter Spieler für 16 Minuten mit aus der Partie genommen. Pfohls schmerzhafter Auftritt stand stellvertretend für das gesamte Team. „Es war ein Sieg des Charakters in einem Kampf des Willens“, befand Trainer Dan Lacroix. Routinier Ryan Jones, der nach 2:56 Minuten der Verlängerung den befreienden Siegtreffer erzielt hatte, brach gar eine Lanze für den Haie-Playoff-Jahrgang 2019: „Dieses Team gibt niemals auf, es steckt so viel Herz in unserer Kabine.“

Der Wille war ein wichtiger Baustein, um nach dem 3:4 am Freitag in Ingolstadt und dem 0:1-Rückstand am Sonntag durch David Elsner (30.) zurückkommen zu können. Die Haie drehten die Partie durch Tore von Sebastian Uvira (31.) sowie Rok Ticar (37.) und steckten auch das 2:2 von Jerry D’Amigo (44.) weg. Ein Tor, das die Schiedsrichter erst nach 2:33 Minuten und nach Zuhilfenahme des Videobeweises anerkannten. „Man stelle sich vor, wir schießen in der Zeit, in der das Spiel weiterläuft, das 3:1, dann kommt der Videobeweis, unser Tor muss zurückgenommen werden und es steht 2:2“, beschrieb KEC-Manager Mark Mahon die skurrile Szene.

Es kam anders, und am Ende durften die Kölner über das 1:2 in der Serie jubeln „Es war eine konzentrierte Leistung, wir hatte das nötige Glück auf unserer Seite“, sagte der am Freitag noch gesperrte KEC-Kapitän Moritz Müller.

Glück und Wille allein hätten aber wohl kaum ausgereicht, um die unbequemen „Schanzer“ besiegen zu können. Die Haie gewannen auch, weil sie gut gecoacht werden und sich in dieser Serie positiv entwickeln. Beim 2:6 in Spiel eins tappten sie noch reihenweise in die Konterfalle des ERC. In Spiel zwei minimierte der KEC seine Fehler zwar, leistete sich aber drei entscheidende Patzer, die Ingolstadt alle eiskalt bestrafte. Am Sonntag tendierte die Quote Kölner Fehler nun gegen null. „Wir haben die richtigen Dinge getan, um zu gewinnen“, lobte Dan Lacroix.

Eine Aussage, die ihn mit einschloss. Der Coach nutzte Pfohls Rückkehr, um die bislang in der Serie wirkungslose dritte Sturmreihe neu zu sortieren. Pfohl centerte die zweite Reihe, dafür rückte Ticar neben Uvira und Alexander Oblinger in die dritte Formation. Das Trio sorgte für mächtig Wirbel und verbuchte nicht von ungefähr zwei Treffer. Wobei der Ex-Ingolstädter Oblinger sich mit der Vorbereitung des 1:1 einen Platz in den allwöchentlichen Top-Ten der DEL gesichert haben dürfte.

Wie Lacroix als Trainer tickt, zeigt auch sein Umgang mit Lucas Dumont. Der Youngster hatte sich am Freitag die Mitschuld am entscheidenden Treffer zum 3:4 gegeben. Sein Coach baute ihn auf, in dem er den 21-Jährigen in Über- und Unterzahl Verantwortung auftrug und gab ihm in der vierten Reihe neben den Altstars Jones und Kai Hospelt die Sicherheit zurück. Dumont dankte es mit der Vorbereitung von Jones 3:2.