Deutsche Eishockey Liga

Kölner Haie empfangen Düsseldorf zum Derby

Drittes Saisonspiel: Daniar Dshunussow durfte in Ingolstadt mal wieder ins Haie-Tor.

Gegen Düsseldorf im Tor: Daniar Dshunussow.

KÖLN. Die Kölner Haie empfangen am Freitagabend die Düsseldorfer EG zur "Mutter aller Eishockeyderbys". Im Tor des KEC wird wieder Daniar Dshunussow stehen, der gute Erinnerungen an die DEG hat.

Den 4. März 2016 wird Daniar Dshunussow nicht mehr vergessen. Es war der vorletzte Spieltag der Hauptrunde 2015/16 und zur Entscheidung stand die „Mutter aller Eishockeyderbys“ zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG an. 18 000 Zuschauer waren in die Lanxess Arena gekommen, um ihre Haie siegen und in die Playoffs einziehen zu sehen.

Weil Startorwart Gustaf Wesslau sich krank abgemeldet hatte, durfte Dshunussow im Tor der Haie stehen. Ausgerechnet Bankdrücker Dshunussow, der vor dem Duell mit der DEG nur sechs von 50 Spielen absolviert hatte. Nach 60 Minuten der Kölner war der Deutsch-Kasache der umjubelte Derbyheld. Mit einer herausragenden Leistung hatte er den KEC zu einem 3:1-Sieg und in die Playoffs geführt.

Nun will es das Schicksal so, dass Dshunussow vor der 216. Auflage des Klassikers in der Deutschen Eishockey Liga am Freitag (19.30 Uhr, Lanxess Arena) wieder im Rampenlicht steht. Der Schwede Wesslau hat sich vergangenen Freitag in Krefeld so schwer am Bein verletzt, dass er mindestens bis zur Deutschland-Cup-Pause Mitte November ausfällt. Die Nummer Zwei des KEC musste wieder ins kalte Wasser springen und steht nach dem 6:1 am Sonntag in Ingolstadt gegen die DEG zum zweiten Mal in dieser Saison von Beginn an auf dem Eis.

Haie "beobachten den Markt"

„Wir haben großes Vertrauen in Daniar. Er ist erfahren, bewegt sich schnell und kommuniziert gut mit seinen Vorderleuten“, stärkt Coach Cory Clouston seinem Back-up vor dem Derby den Rücken. Eigentlich hat Dshunussow bei dem Kanadier nicht die besten Karten. Zumindest in der jüngeren Vergangenheit: Trotz seines großes Auftritts beim 3:1-Derbysieg und einem Shut-out im nächsten Spiel in Iserlohn (1:0) durfte der 31-Jährige in zwei Spielzeiten gerade einmal in 13 Partien das KEC-Tor hüten. Selbst für eine Nummer Zwei und in Anbetracht der Tatsache, dass Wesslau ein Torwart ist, der möglichst viel spielen will, ist das sehr wenig.

„Gegen Düsseldorf und am Sonntag in Schwenningen heißt unser Torwart-Duo Dshunussow und Weitzmann“, sagt Haie-Sportdirektor Mark Mahon, fügt aber an: „Wir beobachten den Markt.“ Will heißen: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Kölner bis zum Saisonende einen weiteren Torhüter verpflichten, der die noch offene Ausländer-Lizenz besetzen wird. Dieser zusätzliche Transfer wird nicht nur wegen Wesslaus Ausfall nötig sein, sondern auch, weil Hannibal Weitzmann eigentlich beim KEC-Kooperationspartner und Zweitligisten Frankfurt Lions Spielpraxis sammeln soll. So lautet zumindest der Plan. Solange Wesslau aber verletzt ist, Dshunussow spielt und kein neuer Goalie verpflichtet wurde, sitzt der DEL-unerfahrene 20-Jährige bei den Haien als Back-up auf der Bank.

Am Sonntag in Schwenningen

Zunächst aber stehen das Derby und der Auftritt in Schwenningen (Sonntag 19 Uhr) und damit die nächsten beiden Bewährungsproben für Daniar Dshunussow an. In Ingolstadt zeigte der gebürtige Berliner eine solide Leistung und profitierte von dem vorzüglichen Defensiv-Auftritt des gesamten Haie-Teams. „Die Mannschaft hat sich über 60 Minuten an die Vorgaben gehalten und exzellent verteidigt“, lobte Clouston.

Das 216. Derby, zu dem die Haie 15 000 Zuschauer erwarten, zieht seinen Reiz in dieser Saison auch aus der aktuellen Tabellenkonstellation. Nur zwei Punkte trennen die rheinischen Rivalen, so eng haben sie schon lange nicht mehr beieinander gestanden. „Die DEG hat ein wirklich gutes Team mit viel Speed und Tiefe im Kader“, zollte Clouston seinen Respekt. Neu ist auch, dass die Düsseldorfer zum ersten Mal seit Jahren ohne den Namen „Kreutzer“ in Köln aufkreuzen. Trainer Christoph wurde abgelöst und Spieler Daniel musste seine Karriere beenden. Daniar Dshunussow wird es gleich sein. Er hat sich in diesen Tagen noch einmal die DVD vom Spiel am 4. März 2016 angeschaut und träumt wohl längst von seinem nächsten großen Derby-Auftritt.