Nachbarschaftshilfe ist erwünscht

Handballer aus Bonn und Rheinbach brauchen gegenseitige Hilfe

Wieder einsatzbereit meldete sich bei den Rheinbacher Florian Feindt (am Ball). Die Personallage entspannte sich dennoch nicht.

Wieder einsatzbereit meldete sich bei den Rheinbacher Florian Feindt (am Ball). Die Personallage entspannte sich dennoch nicht.

Bonn. Der TSV Bonn kämpft um den Aufstieg in die 3. Liga, der Rheinbacher TV gegen den Abstieg: Beide Vereine können sich am Samstag mit Siegen gegenseitig unterstützen.

Gegenseitige Schützenhilfe könnten sich am 22. Spieltag die Bonner Handballer in der Regionalliga leisten. So würde Tabellenführer TSV Bonn rrh. mit einem Heimsieg gegen die Zweitvertretung des Bergischen Handball Clubs (BHC) dem TV Rheinbach M 1883 im Abstiegskampf helfen. Allerdings ist die Aufgabe des weiterhin von Ausfällen gebeutelten RTV beim Tabellenzweiten SG Langenfeld kaum lösbar.

TSV Bonn rrh. - Bergischer Handball Club (BHC) II (Samstag, 19.30 Uhr, Sporthalle Ringstraße, Beuel): Nach der schwachen Vorstellung der TSV in Essen war in der ersten Trainingseinheit Spielanalyse angesagt. „Jeder von uns, ich eingeschlossen, hat bei der Fehleranalyse bei sich angesetzt und nicht die Schuld bei anderen gesucht. Es war eine vom Ergebnis her konstruktive Aussprache, die hoffentlich positiv auf die Leistung am Samstag einfließt“, hofft TSV-Trainer David Röhrig, dass die Mannschaft endlich wieder eine Leistung zeigt, die zur aktuellen Tabellenführung geführt hat.

Röhrig wird nicht dabei sein, da er am Samstag in Heidelberg an einer Jugendsichtung des Deutschen Handballbundes teilnimmt. Auf der Bank vertreten ihn Co-Trainer Eric Bitzer und der verletzte Thomas Onnebrink. Das Hinspiel gewannen die Beueler 31:23, wobei das Ergebnis dem Spielverlauf nach zu hoch ausfiel.

Der BHC belegt zurzeit als Tabellendreizehnter einen Abstiegsplatz, braucht also jeden Punkt. BHC-Trainer Jörg Müller verfügt über eine ausgeglichen besetzte Truppe, wobei mit Maximilian Bettin, Bogdan Criciotoiu, Jonas Dell, Fabian Gutbrod und Dorian Woestmann fünf Spieler auch zum Zweitligakader gehören. Linksaußen Woestmann ist mit 101 Toren der erfolgreichste Torschütze und belegt den fünften Platz in der Torschützenliste der Liga. Besonders achten muss die Beueler Abwehr auf Rückraumallrounder Ole Völker, der mit regelkonformen Mitteln kaum zu halten ist.

SG Langenfeld - TV Rheinbach M 1883 (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld): Nachdem Torwart Niklas Funke, Oliver Dasburg und Florian Feindt ihre Verletzungen auskuriert und Erkrankungen überwunden hatten, hoffte RTV-Trainer Dietmar Schwolow, endlich einmal wieder seine beste Besetzung aufs Feld schicken zu können. Doch dann schlug das Verletzungspech wieder zu. Florian Genn, vor Wochen zunächst als Aushilfe, dann als feste Größe in den Kader gerückt, erlitt einen Zehenbruch, Christian Dobbelstein erkrankte und Torwart Leon Thürnau ist in Urlaub. Für ihn rückt Neuzugang Marius Schürmann, der aus Heidelberg gekommen ist, in den Kader.

„Unter diesen Bedingungen kann es nur unser Ziel sein, uns einigermaßen gut aus der Affäre zu ziehen. Voraussetzung ist, dass wir die dummen, individuellen Fehler, die sich schon durch die gesamte Saison ziehen, endlich minimieren. Andernfalls droht uns bei der Gegenstoßstärke der Langenfelder eine klare Niederlage, die wir im Hinblick auf die nächsten Aufgaben überhaupt nicht gebrauchen können“, sieht Schwolow der Partie mit gemischten Gefühlen entgegen.

Langenfeld, Absteiger aus der dritten Liga, belegt zurzeit den zweiten Tabellenplatz hinter der TSV. Allerdings hat die SG ein Spiel weniger ausgetragen und ist mit einem Minuspunkt weniger belastet. Zwar haben die Langenfelder nach dem Abstieg mit Abwehrchef Andreas Nelke und Torjäger Tim Menzlaff wichtige Leistungsträger verloren, doch acht Spieler vom letztjährigen Stamm sind dem neuen Trainer Jurek Tomasik geblieben. Dazu wurden mit Torwart Fabian Bremer, Linksaußen Felix Korbmacher, Rechtsaußen Lasse Fuhrmann sowie den Kreisspielern Christian Mergner, Mats Heyde und Jan Schirweit sechs neue Spieler verpflichtet. Mergner ist allerdings zum Ligarivalen SG Ratingen weitergezogen.

Mit diesem starken Kader verliert die SG auch beim Wechseln keine Qualität und kann ihr Markenzeichen, das unbedingte Tempospiel, über die komplette Spielzeit aufrechterhalten. Die torgefährlichsten Angreifer sind Korbmacher (78 Tore), Max Adams (65) sowie André Bölken (73) und André Eich (72).