2:3 nach Verlängerung

Haie verlieren Derby gegen die DEG

Kölns Ben Hanowski reagiert enttäuscht während der Partie (Archiv).

Kölns Ben Hanowski reagiert enttäuscht während der Partie (Archiv).

Düsseldorf. Beim insgesamt 219. Aufeinandertreffen der Kölner Haie und der Düsseldorfer EG mussten sich die Haie in der Verlängerung geschlagen geben. Es ist die 100. Niederlage in der langen Derby-Rivalität mit Düsseldorf.

Kein Sieg ist für einen Club emotional wichtiger als der gegen den Erzrivalen. Seit Jahrzehnten sind die Düsseldorfer EG und die Kölner Haie erbitterte Konkurrenten. Dabei ist es fast schon egal, ob es wie vor längst vergangenen Zeiten um die Meisterschaft geht oder um das bloße Punktesammeln.

Vor dem insgesamt 219. Aufeinandertreffen beider Vereine am Freitagabend sorgte die Tabellenkonstellation in der Deutschen Eishockey Liga für zusätzliche Brisanz. Im sich immer weiter zuspitzenden Kampf um den Einzug in die Playoffs konnten sich nämlich sowohl die DEG als auch der KEC eine Niederlage nicht erlauben. Eine Stresssituation, mit der die Kölner am Ende etwas schlechter zurecht kamen. In einem engen Derby unterlag die Mannschaft von Trainer Peter Draisaitl nach Verlängerung mit 2:3 (2:0, 0:2, 0:0, 0:1) und verabschiedete sich als Tabellenfünfter in die vierwöchige Olympiapause.

Dabei hatte alles so gut begonnen für die Kölner, die mit ihrem ersten Vorstoß in Führung gegangen waren. Eingeleitet wurde der Angriff von Corey Potter, der an der rechten Bande Sebastian Uvira bediente. Der nach abgesessener Sperre zurückgekehrte Stürmer setzte sich unter Bedrängnis durch und passte nach innen zu T.J. Mulock. Der Center scheiterte zwar aus kurzer Distanz am linken Pfosten, von dort prallte die Scheibe jedoch gegen den Rücken von DEG-Goalie Daniel Bakala und schließlich hinter die Torlinie. Mulocks Treffer bildete den Auftakt zu einem sehr dominant geführten ersten Drittel der Kölner, die aufmerksam verteidigten und in der 12. Minute erneut eiskalt zuschlugen. Diesmal war es Philip Gogulla, der den auf links mitgelaufenen Fredrik Eriksson mustergültig bediente. Mit einem Schuss ins entfernte Eck stellte der Schwede die 2:0-Führung der Gäste nach dem ersten Drittel her.

Doch wie schon so oft in dieser Saison gelang es den Kölnern nicht, ihr Leistungsniveau über die gesamte Spieldauer hinweg hochzuhalten. Die bis dato offensiv ohne Durchschlagskraft aufgetretene DEG startete wesentlich aktiver in den zweiten Abschnitt und verkürzte in Überzahl durch einen Schlagschuss von Brandon Burlon auf 1:2 (25.). Von einem Pfostentreffer von Kai Hospelt (28.) einmal abgesehen agierten die Gäste im Mitteldrittel nicht mehr, sondern reagierten nur noch. Daran änderte auch eine Auszeit von Peter Draisaitl nichts. Düsseldorf hatte das Heft des Handelns vor 13.204 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften ISS Dome nun fest an sich gerissen und glich zwei Minuten vor Drittelende verdientermaßen aus. Der völlig alleingelassene Alex Barta hob die Scheibe unhaltbar zum 2:2 unter den Querbalken.

Im Schlussabschnitt beruhigte sich das Geschehen deutlich. Nach zwei Kölner Großchancen durch Felix Schütz und Bill Thomas (beide 41.) scheuten beide Teams das allerletzte Risiko, indem sie das Tempo reduzierten. Es ging folgerichtig in die Verlängerung, in der Jeremy Welsh nach 40 Sekunden mit einem Schuss unter die Latte für die insgesamt 100. Niederlage der Haie in der langen Derby-Rivalität mit Düsseldorf sorgte.

Köln: Wesslau; Ehrhoff, Müller; Sulzer, Eriksson; Zerressen, Potter; Schütz, Thomas, Gogulla; Shugg, Bolduc, Hanowski; R. Jones, Hospelt, Krämmer; B. Jones, Mulock, Uvira. – SR.: Köttstorfer/Schukies. – Zuschauer: 13205. – Tore: 0:1 Mulock (2:49/Uvira, Potter), 0:2 Eriksson (11:42/Gogulla, Thomas), 1:2 Burlon (24:48/PP1), 2:2 Barta (37:43), 3:2 Welsh (60:40). –Strafminuten: Düsseldorf 6; Köln 8.