Träume gehen in Erfüllung

Haie-Nachwuchs begeistert Fans und Mannschaft

Glücklicher DEL-Debütant: Frederik Tiffels.

Glücklicher DEL-Debütant: Frederik Tiffels.

Köln. Für Simon Gnyp und Frederik Tiffels war das 3:1 der Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga gegen Schwenningen ein besonderes Spiel.

Simon Gnyp sollte vorangehen, den besonderen Moment aufsaugen und genießen. Die Teamkollegen wollten das so. Also beorderten sie den Profi-Debütanten der Kölner Haie aus einem Spielerknäuel heraus in die erste Reihe. Der junge Mann mit dem Gitter vor dem Gesicht zögerte zunächst noch ein wenig. Es bedurfte eines freundschaftlichen Stoßes von Lucas Dumont, um die Zurückhaltung abzulegen. Dann skatete Gnyp langsam los, die riesige Eisfläche der Lanxess Arena lag alleine vor ihm.

Der Rest der Mannschaft folgte auf der Ehrenrunde nach dem 3:1-Erfolg in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Schwenninger Wild Wings erst in gebührendem Abstand. Sichtlich bewegt klatschte der 17-jährige Verteidiger aus dem Nachwuchsteam des KEC mit den Handschuhen gegen den Schläger.

Die Zuschauer hatten sich von ihren Plätzen erhoben und applaudierten im Takt zurück. Peter Draisaitl verfolgte die Szenerie aus der Ferne mit innerer Zufriedenheit. „Der Gnyper hat das wirklich sehr gut gemacht. Ich habe ihn auf dem Eis gar nicht bemerkt. Das ist das größte Kompliment, das man einem Jungen machen kann, der von heute auf morgen reinspringt“, lobte der Haie-Coach seinen Youngster, der sich rund zehn Minuten beweisen durfte. Draisaitl hatte in Zeiten der Personalmisere zum wiederholten Mal Mut bewiesen und der eigenen Jugend eine Chance gegeben. Gnyp ist nach Torhüter Hannibal Weitzmann und Junghaie-Kapitän Robin Palka das bereits dritte Kölner Eigengewächs, das von Draisaitl in dieser Spielzeit ins kalte Wasser geschmissen wurde und erstmals DEL-Luft schnuppern durfte. Gegen Schwenningen standen elf aktuelle beziehungsweise ehemalige Junghaie im Aufgebot des KEC.

„Langfristig gesehen kann das nur der Weg sein. Wenn man Erfolg haben will, muss man den eigenen Nachwuchs fördern. Das macht dann auch den Zuschauern Spaß“, erklärte Felix Schütz, ehe der Sturm-Routinier eine Lanze für die Arbeit in der Kölner Jugend-Abteilung brach: „Die Haie waren schon immer ein Club, der viele gute eigene Spieler hatte. Unsere Nachwuchstrainer machen einen tollen Job.“

Simon Gnyp war nicht der einzige Kölner, für den am Donnerstag ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Der ebenfalls bei den Haien groß gewordene Frederik Tiffels lief erstmals für das Profiteam seines Heimatclubs auf. „Das war ein super Erlebnis“, sagte der lange verletzte Nationalspieler, der von Draisaitl nach Monaten ohne Spielpraxis über die vierte Sturmreihe und mit weniger als sieben Minuten Einsatzzeit sehr behutsam aufgebaut wurde.

„Freddy hatte ein paar gute Momente dabei“, fasste Draisaitl das kurze DEL-Debüt seines vermeintlichen zukünftigen Top-Stürmers zusammen. Schon am Sonntag (16.30 Uhr) bei den Krefeld Pinguinen soll Tiffels mehr Eiszeit erhalten. Der KEC geht mit viel Auftrieb in das rheinische Derby. Gegen Schwenningen fuhren die Haie durch Tore von Alexander Oblinger (11.) und Schütz (25., 60.) den vierten dreifachen Punktgewinn in Folge ein und bissen sich auf den direkten Playoffplätzen fest.

Einen derartigen Lauf hat es in Draisaitls Amtszeit bei den Kölnern noch nicht gegeben. Der Trainer nahm das unaufgeregt zur Kenntnis: „Vier ist cool, aber fünf ist besser“, sagte er bloß. Wohl auch, weil sein Team immer noch nicht hundertprozentig überzeugt. Diesmal bremsten sich die Haie in Über- und Unterzahl etwas aus. „Wir hätten es einfacher haben können. Es war über 60 Minuten ein harter Kampf“, befand Draisaitl.