Glückloser Start für GW Siegburg

<b>Verpasste</b> im Doppel den Siegpunkt: Johan Landsberg.

<b>Verpasste</b> im Doppel den Siegpunkt: Johan Landsberg.

4:5-Niederlage beim Tennis-Erstbundesliga-Absteiger LTTC RW Berlin

Berlin. Zumindest für die Tennis-Profis von Grün-Weiß Siegburg war Berlin keine Reise wert. Denn beim Traditionsklub LTTC RW Berlin erhielten die Hoffnungen der Kreisstädter mit der 4:5-Niederlage einen gehörigen Dämpfer zum Auftakt der Punktejagd in der 2. Tennis-Bundesliga Nord. "Dumm gelaufen", brachte es Teamchef Wilfried Müller nachher auf den Punkt. "Das hätte nicht sein müssen."

Dass die Siegburger im ersten der insgesamt acht Punktespiele mit Andreas Vinciguerra, Attila Savolt, Jean-René Lisnard, Sebastian de Chaunac und Olivier Malcor gleich ihre nach der Rangliste stärksten fünf Spieler ersetzen mussten, bekam dem Team nicht gut. Die aus der 1. Bundesliga abgestiegenen Berliner waren "motiviert bis in die Haarwurzeln", so Müller.

So waren die GW-Verantwortlichen überrascht über eine Berliner Mannschaft, die Björn Phau anführte. Der Weilerswister, der neben dem Weißrussen Vitali Chvets, Lars Uebel und Jasper Seetzen im letzten Jahr noch in der 1. Liga gespielt hatte, erwies sich als Punktegarant: Im Spitzeneinzel ging der im Mercedes-Junior-Team von Boris Becker "gedrillte" Phau im ersten Satz mit 5:2 weg, musste dann aber vier Spiele hintereinander abgeben.

Dass Kim Tiilikainen bei eigener 6:5-Führung seinen Satzball mit einem Doppelfehler vergab, war nicht nur Wilfried Müller unverständlich. Aber der Finne - geradewegs aus Polen von einem Turnier mit dem Pkw angereist - zeigte sich nach dem 6:7 dann im zweiten Satz erholt. Beim 6:0 spielte er brillant - um dann aber im Entscheidungssatz einzubrechen.

Von den beiden Neulingen im GW-Team, dem Schweden Daniel Anderson und dem Franzosen Thierry Ascione, hinterließ Anderson trotz seiner Dreisatzniederlage gegen Chvets ebenfalls einen hervorragenden Eindruck. "Enorm stark", stellte Müller dem immerhin im Vorjahr in sieben Erstbundesligaspielen unbesiegten Weißrussen ein gutes Zeugnis aus. Dagegen verriet Ascione mit seinem "Power-Tennis erster Klasse" (so Müller) gegen den unerhört laufstarken Lars Uebel auch Übersicht.

Die konnte man auch den erneut punktenden Johan Kareld und Johan Landsberg nicht absprechen. Siegburgs Hoffnung, aus den sechs Einzeln vier Punkte zu holen, erwies sich nur deshalb als Trugschluss, weil Regis Lavergne an Position sechs patzte. "Da war mehr drin", zeigte sich Müller trotz der Kanonenaufschläge von Jasper Seetzen enttäuscht über Lavergnes Dreisatzniederlage.

Nach den 3:3 aus den Einzeln mussten also die Doppel die Entscheidung bringen. An der Spitze waren Tiilikainen/Kareld chancenlos - als drittes Doppel glänzte dafür aber die französische Kombination mit Regis Lavergne und Lionel Barthez, für Anderson ins Team genommen. So wurde dann beim Stand von 4:4 ausgerechnet die Kombination Ascione/Landsberg zum Zünglein an der Waage.

Aber selbst Doppel-Weltklassespieler Johan Landsberg konnte diesmal das Ruder in einem Krimi nicht herumreißen: Den ersten Satz im Tie-Break mit 6:8 unglücklich verloren, im zweiten Durchgang etliche Breakbälle nicht genutzt - und schon war die erste Niederlage perfekt.

LTTC RW Berlin - GW Siegburg 5:4: Björn Phau (RW) - Kim Tiilikainen (GW) 7:6, 0:6, 6:1; Vitali Chvets - Daniel Anderson 6:0, 3:6, 6:2; Lars Uebel - Thierry Ascione 5:7, 5:7; Maximilian Abel - Johan Kareld 3:6, 4:6; Martin Hehensteiger - Johan Landsberg 7:6, 4:6, 2:6; Jasper Seetzen - Regis Lavergne 6:4, 4:6, 6:4; Phau/Uebel - Tiilikainen/Kareld 6:4, 6:2; Chvets/Seetzen -Ascione/Landsberg 7:6, 6:4; Hehensteiger/Abel - Lavergne/Lionel Barthez 2:6, 3:6.