2. Basketball-Bundesliga Pro B

Frankl-Maus und Kneesch sind nicht zu ersetzen

Auch Kameron Taylor (rechts) konnte die Niederlage der Dragons Rhöndorf im Top-Spiel gegen Elchingen nicht verhindern. FOTO: MÜLLER

Auch Kameron Taylor (rechts) konnte die Niederlage der Dragons Rhöndorf im Top-Spiel gegen Elchingen nicht verhindern. FOTO: MÜLLER

BAD HONNEF. Der Basketball-Zweitligist Dragons Rhöndorf unterliegt vor 1500 Zuschauern dem Tabellenführer Elchingen mit 69:92. Kameron Taylor überzeugt mit 17 Punkten.

Die Vereinsverantwortlichen hatten alles für eine basketballerische Galavorstellung bereitet. 1500 Zuschauer waren bei freiem Eintritt in die Sporthalle am Menzenberg geströmt, um den Dragons Rhöndorf im Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga Pro B die Daumen zu drücken. Die Drachen hatten über Sponsoren diesen Deal eingefädelt, um Werbung für die im März anstehende Playoff-Runde zu betreiben. Doch im ungleichen Gipfeltreffen der Gruppe Süd dominierte einzig der Tabellenführer Scanplus Baskets Elchingen das Geschehen. Die Rhöndorfer unterlagen den ehrgeizigen Bayern trotz lautstarker und leidenschaftlicher Fanunterstützung deutlich mit 69:92 (24:29, 13:19, 15:23, 17:21).

„Natürlich hätten wir gern vor dieser tollen Kulisse geglänzt. Wir waren aber nicht auf Augenhöhe. Der Elchinger Kader ist sehr stark besetzt. Dennoch bringt dieses Match gerade unsere jungen Spieler in ihrer Entwicklung weiter“, resümierte Rhöndorfs Trainer Thomas Adelt. Die Gäste aus dem schwäbischen Landkreis Neu-Ulm unterstrichen am 21. Spieltag mit dem Kantersieg ihren Ruf als „Übermannschaft der Liga“.

Es wäre sicherlich viel enger ausgegangen, wenn die Gastgeber nicht ersatzgeschwächt in das Top-Duell gegangen wären. Neben Yannik Kneesch fehlte Spielmacher Viktor Frankl-Maus. Der Kapitän hatte sich nach Karneval eine Grippe eingefangen und musste zuschauen. Beide fehlten an allen Ecken und Enden, auch wenn Patrick Reusch als Aufbauspieler eine sehenswerte Leistung ablieferte.

Als Reusch in der dritten Minute einen Dreier zum 5:2 versenkte, war das der Startschuss zu einem ersten Viertel mit blitzschnellem Teambasketball auf beiden Seiten. Immer wieder passten die Gäste in die Zone und wurden auch von außen zunehmend gefährlich. Als Marko Kristanovic traf, nahm Rhöndorfs Coach beim Stande von 19:25 die erste Auszeit (8.).

Die Bayern unterstrichen eindrucksvoll, warum sie die Topmannschaft der Gruppe Süd und Meisterschaftsfavorit für die Playoffs der Pro B sind. Rhöndorf stemmte sich zwar mit vollem Einsatz dagegen, konnte aber nicht verhindern, dass Elchingen mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung (29:24) ins zweite Viertel startete.

Katastrophale Quote

In diesem Abschnitt warteten Rhöndorfs Fans stolze fünf Minuten auf die ersten Punkte. Das Spielgerät wollte einfach nicht durch die Reuse fallen. Jenseits der Dreierlinie produzierten die Dragons eine katastrophale Quote von elf Prozent mit zwei Treffern bei 19 Versuchen. Auf der Gegenseite fand Elchingen immer wieder eine Lücke in der Rhöndorfer Zone und traf zudem acht Dreier bei 17 Versuchen. So war es nicht verwunderlich, dass der Tabellenprimus zur Halbzeit schon mit 48:37 vorn lag. Für Unterhaltung sorgte bis dahin auch Elchingens Filmore Beck, der nach einem Zweikampf auf Jo Koschade losgehen wollte und nach 18 Minuten schon vier Fouls kassierte. Er hatte Glück, dass die Schiedsrichter – sie pfiffen leider ohne Linie und wirkten häufig überfordert – keine technischen Fouls gegen ihn verhängten.

Es war mächtig Dampf im Kessel. Die Drachen mühten sich im dritten Viertel redlich, aber es gelang zu wenig. Der bärenstarke Kader der Gäste stellte früh die Weichen für einen hohen Auswärtserfolg und blieb bis zur Schlusssekunde bissig. Trainer Thomas Adelt gab indes seinen ganz jungen Spielern vor der Rekordkulisse viel Spielzeit. Die Zuschauer würdigten den Einsatz der jungen Garde, auch wenn das Duell schon Anfang des dritten Abschnitts entschieden war.

Rhöndorf rutschte durch die Niederlage auf Platz drei ab. Wenn Gießen am letzten Spieltag gegen Leverkusen gewinnt, ist Gießen auf jeden Fall Tabellenzweiter in der Endabrechnung. Rhöndorf hat Platz drei jetzt schon sicher. Der Playoff-Gegner der Drachen wäre nach derzeitigem Stand Wolfenbüttel.

Dragons Rhöndorf: Watkins (6 Punkte), Reusch (13/1 Dreier), Taylor (17), Blass (12), Falkenstein (1), Dia, Vermum, Möller (15), Koschade, Michel (5/1).