Kickboxen Ein Sinziger kämpft um den WM-Gürtel

Sein Intermezzo in Amsterdam hat „Mo“ Abdallah beendet.

bonn. Mohamed Abdallah hat sich monatelang in Amsterdam vorbereitet und kehrte nun in seine Heimat zurück. Der 23-jährige Kampfsportler will sich am 11. März in Koblenz seinen zweiten WM-Titel sichern.

Es hat sich vieles getan im Leben von Mohamed „Mo“ Abdallah. Der 23-jährige Kampfsportler zog von seiner Familie in Sinzig weg, um im renommierten Amsterdamer „Mikes' Gym“ zu trainieren. Außerdem sammelte er einen Titel nach dem anderen, ist inzwischen deutscher und intercontinentaler deutscher Meister sowie Welt- und zweifacher Europameister im Bereich K1, einer Kombination aus Boxen, Karate, Muay Thai und weiteren Kampftechniken.

Nun steckt der junge Kickboxer in der Vorbereitung auf das Duell um seinen zweiten Weltmeistertitel: Am 11. März kämpft er in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz um den Gürtel des Verbandes OFA; Gegner wird Hamza Kendircioglu aus der Türkei sein.

Für den heimatverbundenen Abdallah ist sein erster Kampf in Deutschland seit über anderthalb Jahren etwas ganz Besonderes: „Ich habe es wirklich vermisst, mich vor allen Freunden und Unterstützern beweisen zu können. Wenn ich im Ausland angetreten bin, war natürlich nur der engste Kreis vor Ort, und es hat mir gefehlt, die ganzen bekannten Gesichter um den Ring herum zu sehen“, sagt er.

Vorbereitung lief holprig

Die Vorbereitung für das Aufeinandertreffen verlief jedoch etwas holprig. Ende Januar hielt ihn eine Grippe vom Training ab. „Vor ein paar Jahren wäre ich trotzdem ins Fitness-Studio gegangen, inzwischen weiß ich aber, wie gefährlich das sein kann“, erklärt der Deutsch-Libanese. „Dann habe ich mir zwei Wochen Ruhe gegönnt und bin erst danach wieder ins Training eingestiegen.“

Die letzten Wochen vor seinem Kampf im März verbringt Abdallah wieder im Rheinland. „So schön die Erfahrung in Amsterdam auch war: Ich habe es gehasst, nicht mehr zu Hause zu wohnen. Dafür bin ich wohl ein zu großes Mamakind“, scherzt er. Außerdem möchte er sich im Umfeld seines Kampfortes vorbereiten. Dazu trainiert er nun mit dem ehemaligen Thai- und Kickboxweltmeister Yousef Yaqoub in Köln, der auch als Nationaltrainer aktiv ist. „Das hat direkt gepasst. Am ersten Tag mit Yousef habe ich direkt neue Methoden und Übungstechniken kennengelernt. Das hat mir sehr gut gefallen“, so Abdallah.

Seine Chancen für den Kampf gegen Kendircioglu schätzt der Sinziger so ein: „Im Schwergewicht kann alles passieren. Man darf auf keinen Fall überheblich werden oder seine Gegner unterschätzen, und es hat seinen Grund, dass er um die WM kämpft“, findet Abdallah. „Trotzdem steige ich immer in den Ring, um zu gewinnen.“ Er hofft außerdem darauf, mit einem Sieg weiteren Druck auf Michael Smolik und dessen Manager aufzubauen. Abdallah versucht seit mehreren Monaten, einen Kampf gegen Smolik zu organisieren, von dessen Seite wird allerdings jeglicher Kontakt abgeblockt.

Kämpfe im deutschen Free-TV übertragen

Die Kämpfe des WKU-Weltmeisters werden allesamt im deutschen Free-TV übertragen. „Er wird als „K.o.-Maschine“ gefeiert. Ich habe das Gefühl, dass er sich seine Gegner aussucht, um diesen Status zu behalten“, so Abdallah. „Ich fordere ihn heraus, damit er mal zeigt, was er wirklich kann. Sollte er auch mich nach einer Minute K.o. schlagen, dann steht er auch zurecht im Rampenlicht. Aber wenn er sich vor Herausforderungen drückt, dann nicht.“

In erster Linie liegt Abdallahs Fokus aber auf seinem Kampf gegen Kendircioglu. „Da bleibt gar keine Zeit, um über spätere Kämpfe nachzudenken. Ich will zu 100 Prozent bereit für Koblenz sein und dafür trainiere ich jeden Tag hart“, erklärt er. Schließlich will Abdallah allen Bekannten, Freunden und vielleicht auch kommenden Gegnern zeigen, was er im Ring kann.

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