2. Basketball-Bundesliga Pro B

Dragons scheitern an den eigenen Nerven

Denkbar schlecht verlief der Start in die Abstiegsrunde für Patrick Reusch (links) und die Dragons Rhöndorf. Gegen die Licher BasketBären setzte es eine 69:79-Niederlage.

Denkbar schlecht verlief der Start in die Abstiegsrunde für Patrick Reusch (links) und die Dragons Rhöndorf. Gegen die Licher BasketBären setzte es eine 69:79-Niederlage.

BAD HONNEF. Die Dragons Rhöndorf haben das erste Spiel der Abstiegsrunde gegen Lich mit 69:79 verloren. Am kommenden Sonntag geht es weiter in Leipzig.

Nach dem Schlusspfiff herrschte in der Sporthalle am Menzenberg Ernüchterung vor: Die Dragons Rhöndorf sind mit einer bitteren 69:79 (16:14, 18:20, 25:20, 10:25)-Niederlage gegen die Licher BasketBären in die Abstiegsrunde der Zweiten Basketball-Bundesliga Pro B gestartet.

1340 Zuschauern unterstützten die Mannschaft von Trainer Matthias Sonnenschein lautstark. Es nützte aber nichts. In der Endphase des Spiels gaben die Rhöndorfer ihre Führung her und scheiterten an ihren eigenen Nerven.

Das Abstiegsgespenst hat Bad Honnef längst erreicht und lähmte die Rheinländer, die genug Möglichkeiten besaßen, das Duell für sich zu entscheiden. Besonders bitter verlief der Abend für Rhöndorfs kanadischen Spieler Mike Lucier. Nach dem plötzlichen Weggang von Topscorer Aaron Nelson vor zwei Wochen hatten die Rhöndorfer darauf gehofft, dass Lucier gegen Lich auftrumpfen würde. An Karneval, als die Rhöndorfer gegen Lich ohne Nelson in der Liga mit 77:70 gewannen, steuerte Lucier noch 20 Punkte bei. Zum Start der Playdowns fehlte dem Kanadier aber viel zu schnell das Selbstvertrauen. In gut 21 Minuten Einsatzzeit griff er sich zwar neun Rebounds, ihm gelang aber nicht ein einziger Punkt.

Die Dreierquote der Dragons war ebenfalls mager. Bei 25 Versuchen verbuchten die Gastgeber in eigener Halle nur sechs Treffer (25 Prozent). Alles in allem reichte der Gästemannschaft aus Mittelhessen eine ordentliche Leistung, um die Punkte zu entführen.

Dabei hatte es nach nervösem Beginn so gut ausgesehen, als Thomas Michel in der 15. Minute das 27:20 besorgte. Die Hessen antworteten mit einem 12:0-Lauf, und nach 20 Minuten gingen die Protagonisten bei einem Spielstand von 34:34 in die Halbzeitpause. Es war ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die Rheinländer nach 30 Minuten mit 59:54 führten. Nach 35 Minuten lag Rhöndorf mit 65:61 vorn. Jetzt hieß die Devise „mental stark bleiben“, da das Spiel in die entscheidende Phase ging.

Rhöndorf leistete sich nun aber eine Vielzahl an Unzulänglichkeiten, die die Licher ausnutzten. Binnen zweieinhalb Minuten eroberten die Gäste einen 70:65-Vorsprung. Rhöndorf wirkte geschockt. Exemplarisch war das 74:67 für Lich in der 38. Minute. Gästespieler Simon Kutzschmar hatte einen Dreipunktewurf vergeben. Lichs Topscorer Lamar Criston Mallory kam „angeflogen“, griff sich das Spielgerät in der Luft und hämmerte den Ball entschlossen per Dunking durch die Reuse.

Es wirkte wie ein K.o.-Schlag für die Rhöndorfer, die sich jetzt schnell wieder fangen müssen. Fünf Spiele verbleiben, um das Abstiegsgespenst zu bannen. Am nächsten Sonntag (17 Uhr) steht das Duell bei den Uni-Riesen Leipzig an. Trainer Matthias Sonnenschein: „Wir werden die Woche über viel Videostudium betreiben, um Anpassungen an unser Spiel vorzunehmen.“

Dragons Rhöndorf: Reusch (5 Punkte), Geretzki (10/2 Dreier), Wendeler (11), Frankl-Maus (9/1), Lucier, Trawick (9/1), Winterhalter (7), Tratnjek, Blass, Kneesch (5/1), Michel (13/1).