Dragons Rhöndorf verloren Kampf um vierten Tabellenplatz

Mit langem Schritt zieht Earnest Jones Richtung Bitterfelder Korb: Der Rhöndorfer erzielte insgesamt elf Punkte für sein Team.

05.02.2012 BAD HONNEF. Trotz guter Abwehrarbeit und anfänglicher Führung mussten sich die Dragons Rhöndorf der BG Bitterfeld mit 74:79 geschlagen geben.

Diese Niederlage tat den Fans der Dragons Rhöndorf am Samstagabend besonders weh: Im Kampf um die guten Platzierungen für die Play-offs haben die Drachen durch die 74:79 (20:16, 22:17, 10:27, 22:19)-Heimschlappe vor 900 Zuschauern gegen die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen in der dritten Basketball-Bundesliga Pro B weiter an Boden verloren.

Während die mitgereisten Anhänger aus Sachsen-Anhalt nach Spielende in der Sporthalle am Menzenberg unermüdlich auf ihre Trommeln schlugen und euphorisch "Auswärtssieg" brüllten, war auf Seiten der Rhöndorfer totale Ernüchterung angesagt. Rhöndorfs Trainer Eric Detlev bescheinigte seiner Truppe im spannenden Duell am 19. Spieltag insgesamt zwar eine gute Leistung, doch die Gäste hätten verdient gewonnen: "Man hat gesehen, was passieren kann, wenn man den Sack nicht zumacht. Bitterfeld ist eine Mannschaft, die in Windeseile Rückstände aufholen kann, und am Ende haben sie reihenweise tolle Dinger getroffen."

Dabei hatte es nach 20 Minuten so ausgesehen, als ob Rhöndorf im Kampf um den vierten Tabellenplatz alle Trümpfe in der Hand hätte und der neunte Heimsieg im zehnten Heimspiel anstehen würde. Denn die Truppe von Trainer Stephen Arigbabu, die mit ihren hochgewachsenen und athletischen US-Amerikanern Aaron Fleetwood und Ryan Mc Lemore nur zu Beginn konsequent in Korbnähe den Erfolg suchte, war von der Spielweise der Drachen beeindruckt. Rhöndorf präsentierte sich mit guter Abwehrarbeit und nahm auch in der Offensive jeden Kampf um den Ball schonungslos an.

Als Dragons-Spielmacher Nick Larsen Bitterfelds Frieder Diestelhorst den Ball mopste und Stuart Turnbull den Fastbreak per Tip in zum 10:6 vollendete, nahm Arigbabu die erste Auszeit. Rhöndorf blieb dominant, während die Gäste kaum noch am Korb agierten. Das lag auch an Center Marco Leschek, der sich mit toller Abwehrarbeit und schnellen sechs Punkten viel Respekt verschaffte. Nach 18. Minuten hatten sich die Drachen bereits einen 38:26-Vorsprung erarbeitet.

Rhöndorf hatte bis zur Halbzeit einige Möglichkeiten, noch viel höher zu führen, vergab aber leichtfertig, so dass Bitterfeld mit einer Neun-Punkte-Hypothek (33:42) ins dritte Viertel ging. Hatten die Gäste in der ersten Halbzeit von neun Dreipunkt-Würfen nur einmal getroffen, so lief es im dritten Viertel ganz anders, das Diestelhorst gleich mit einem Dreier eröffnete. Rhöndorf geriet völlig aus dem Konzept und vergab selbst leichte Fastbreakaktionen. Bezeichnend, das Gästespieler Mathias Haut per Dreier zwei Sekunden vor Ende des dritten Viertels auf 60:52 erhöhte.

Rhöndorf wehrte sich am Schlussabschnitt und war durch zwei Freiwürfe des starken Nick Larsen wieder auf Schlagdistanz (62:64, 35.). Doch als Aaron Fleetwood in der 37. Minute per Dreier auf 74:64 erhöhte, sollte Rhöndorf die so erhoffte Aufholjagd nicht mehr gelingen.

Am kommenden Freitagabend (20 Uhr) spielt Rhöndorf bei den Licher BasketBären und muss aufpassen, in den verbleibenden drei Partien nicht weiter an Boden zu verlieren. Der vierte Platz, der in der ersten Runde der Play-offs (3./4. März) Heimrecht garantiert, scheint aber bereits verspielt.

Dragons Rhöndorf: Reksna, Larsen (22 Punkte/2 Dreier), Eisenberger (4), Turnbull (11), Tukiss (2), Kasper (10), Koch (8), Leschek (6), Jones (11), Tratnjek. (Bernd Joisten)