2. Basketball-Bundesliga Pro B

Dragons Rhöndorf dürfen wieder hoffen

Bad Honnef. Spannung pur in den Playdowns der 2. Basketball-Bundesliga Pro B: Mit Willen, Kampfkraft, wiedererlangtem Selbstvertrauen und einer starken Centergarde fuhren die Dragons Rhöndorf vor 640 Zuschauern einen viel umjubelten 84:71-Heimsieg gegen den BBC Coburg ein.

Das neue Selbstbewusstsein war vor allem bei Center Alex Möller zu spüren, der in 17 Minuten Einsatzzeit 19 Punkte beisteuerte. Endlich, mag man aus Rhöndorfer Sicht sagen. Der schon gerettete BBC Coburg reiste zwar nur mit sieben Spielern an und musste auch auf Christopher Wolf verzichten, der beim Sieg gegen Köln noch 22 Punkte beigesteuert hatte. Aber auch mit Wolf hätten es die Franken am Menzenberg schwer gehabt. Denn Rhöndorf legte seine Angst ab und nutzte schonungslos die Schwächen des Gegners, der in der Schlussphase durch Foulprobleme unter den Körben klar unterlegen war (31/53). Rhöndorfs Zygi Riauka schnappte sich unglaubliche 27 Rebounds.

Drei Viertel war es dennoch ein schwerer Gang. "Coburg hat befreit aufgespielt", sagte Rhöndorfs Trainer Thomas Adelt. "Wir waren zu Beginn noch sehr nervös. Am Ende haben wir aber im Kollektiv den Gegner niedergerungen."

Während die Gäste Personalprobleme hatten, traten die Rhöndorfer in Bestbesetzung an. Nicht nur, dass Julian Jasinski wieder am Start war, sogar das slowakische Top-Talent Samuel Horvath lief mit ein. Im ersten Viertel ging es gleich richtig zur Sache, Rhöndorf verteidigte bissig, leistete sich aber unnötige Ballverluste. Dies war auch der Grund, warum die nüchtern spielenden Gäste nach zehn Minuten mit 23:19 führten.

Das änderte sich aber im zweiten Viertel, in dem die Drachen das Tempo hoch hielten und ihre Größenvorteile am Korb konsequent ausspielten. Aktivposten Julian Jasinski pushte die Mannschaft, Center Alex Möller glänzte mit sechs Punkten in Folge. Als der 21-Jährige einen Pass von David Falkenstein per Korbleger verwertete, führte Rhöndorf mit 29:23 (14.). Die Drachen waren "on fire", hielten die starke Gästemannschaft gut in Schach. Dennoch hatte die Truppe von Trainer Ulf Schabacker genug Qualität, um kleine Fehler der Gastgeber weiter zu bestrafen.

Im dritten Viertel kämpfte sich Coburg zunächst heran. Doch Rhöndorf ließ sich nicht beeindrucken, als Chase Adams das zwischenzeitliche 47:47 besorgte. Währenddessen hatten sich die langen Coburger Spieler Max von der Wippel und Andy Rico schon vier Fouls eingehandelt. Und als der agile Center Max von der Wippel Rhöndorfs Leistungsträger Zygi Riauka foulte und vom Feld musste, erhöhte der Litauer an der Freiwurflinie auf 60:52 für Rhöndorf. In den letzten 30 Sekunden des dritten Viertels hatte Rhöndorf zwar einen totalen Blackout, schenkte dreimal in Folge das Leder im Aufbauspiel her und ließ Coburg auf 58:60 herankommen.

Doch nach einer Standpauke von Trainer Adelt waren die Gastgeber im Schlussviertel wieder hellwach. Adelt ließ jetzt mit zwei Centern spielen, die in der Defense die Bälle abgriffen, Fastbreaks einleiteten und selber reihenweise Punk-te beisteuerten. Als Alex Möller einnetzte und Sekunden später David Falkenstein mit einem artistischen Fastbreak abschloss, führten die Gastgeber mit 71:60 und waren auf der Siegerstraße. "Wir sind für einen Moment glücklich. Aber wir müssen jetzt noch mal gegen Coburg, Würzburg und Köln ran und alle drei Spiele gewinnen", unterstrich Adelt.

Dragons Rhöndorf: Jasinski (8/2 Dreier), Otshumbe, Dia, Waller (7), Möller (19), Meister (5/1), Koschade (9/1), Riauka (22, 27 Rebounds), Falkenstein (9), Kneesch (3), Sharda (2, 4 Assists).