Anti-Doping

Die Nada feiert ihr 15-jähriges Bestehen

Gemeinsam für sauberen Sport: Bonns OB Ashok Sridharan sowie die Nada-Vorstände Andrea Gotzmann und Lars Mortsiefer (von links) beim Vorbereitungstreffen zur Jubiläumsfeier.

Gemeinsam für sauberen Sport: Bonns OB Ashok Sridharan sowie die Nada-Vorstände Andrea Gotzmann und Lars Mortsiefer (von links) beim Vorbereitungstreffen zur Jubiläumsfeier.

Bonn. 15 Jahre Nada: Die Nationale Anti Doping Agentur arbeitet seit 2002 in Bonn. Ein Schwerpunkt: Die Jugend vom Sinn des sauberen Sports überzeugen.

Alles geben, nichts nehmen. Das ist der Slogan der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada). Der Leitfaden, den die Kämpfer für den sauberen Sport jungen Athleten als Maxime mitgeben. Anstelle einer Medaillenjagd um jeden Preis, nicht zuletzt um den der Gesundheit. Denn wer betrügt, der schädigt in der Regel sich selbst. Für diese Erkenntnis genügt ein Blick auf die Schicksale der zahlreichen Dopingopfer.

Der tragische Tod der Mainzer Siebenkämpferin Birgit Dressel am 10. April 1987 – ein Schock, ein Mahnmal. Ursache: Multiples Organversagen, ausgelöst durch die Einnahme von mehr als 100 Medikamenten. Aus Schaden klug werden. Dauert oft zu lange. Die damaligen Anti-Doping-Kommissionen der Sportverbände: Papiertiger. 2002: Die Nada wurde gegründet, seit ihrer Gründung ist die Institution in Bonn beheimatet.

Die Nada wurde bewusst weder in Regierungsnähe in Berlin noch am Sitz des Deutschen Olympischen Sportbundes in Frankfurt angesiedelt. In der Form einer Stiftung soll sie – der Logik eines Aufsichtsorgans folgend – unabhängig von Politik und dem organisierten Sport sein.

Das Thema Doping ist wenige Wochen vor dem Auftakt der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang brandaktuell. Also lohnt ein Blick auf den Status Quo der obersten deutschen Instanz der Anti-Doping-Bewegung, die am 16. Januar in Bonn im Beisein von Polit- und Sportprominenz ihr 15-jähriges Bestehen feiert. Und im weltweiten Vergleich längst als vorbildlich gilt.

„Mit fünf Mitarbeitern hat 2002 alles angefangen, inzwischen sind es 36“, erzählte die Nada-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann am Freitag am Rande eines Vorbereitungstreffens mit Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan im Nada-Konferenzraum in der Heussallee 38. „Im Jahre eins hat die Nada 1000 Kontrollen durchgeführt, inzwischen sind es 15 000 jährlich“, sagte Gotzmann: „Der Etat ist von einer auf etwa zehn Millionen Euro angewachsen.“ Von Platznot war im Gründungsjahr in der schicken Villa inmitten des einstigen Botschafterviertels noch keine Spur. Doch seit Jahren reichen die Räume kaum, die Präventionsmitarbeiter (inzwischen sieben) sind in die Nachbarschaft (Heussallee 28) umgezogen, wo auch der internationale Zusammenschluss der nationalen Anti-Doping-Organisationen seinen Sitz hat.

Dem Oberbürgermeister ist die Problematik bewusst. „Wir freuen uns, dass die Nada wächst und sind sehr gerne behilflich“, sagte Sridharan nach dem Treffen. Aus gutem Grund. Als die Stadt sich zu Beginn des Jahrzehnts wenig kooperationsbereit zeigte, stand die Nada kurz vor dem Abzug aus Bonn. Trotz der Raumknappheit stehe ein Umzug aktuell nicht zur Diskussion, ließ Nada-Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer wissen – offensichtlich beruhigt von der Aussage des OB.

Für die Bundesstadt wäre es in der Tat ein herber Verlust. Denn dank Nada und dank des in unmittelbarer Nähe beheimateten Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) findet sich Bonn auf der Karte des Weltsports wieder. Obwohl sie eine notwendigerweise unabhängige Institution mit überregionalen Aufgaben ist, fühlt sich die Nada verwurzelt in der Stadt. „Wir haben unsere Auftritte beim Marathon, bei Basketball-Bundesligaspielen und beim Bonner SC, um den Bürgern der Stadt unsere oft technokratische Arbeit zu vermitteln“, sagt Mortsiefer.

Ihre Heimspiele nutzt die Nada in erster Linie für die Präventionsarbeit. Mortsiefer: „Wir wollen Nachwuchssportler erreichen, um ihnen Ängste und Sorgen zu nehmen.“ Sie über Gefahren von Doping aufzuklären. Vom Sinn des sauberen Sports zu überzeugen. Und ihnen die Hoffnung zu geben, dass sie auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit im Sport nicht alleingelassen werden. Die Nada verteilt dann oft schwarze Tragetaschen, Kugelschreiber und Trinkflaschen an Jugendliche. Die Aufschrift in Weiß lautet: Alles geben, nichts nehmen.