Joppich führt Florett-Team zum Sieg in San José

Deutsche Fechter ziehen an Briten vorbei

BONN. Nach der Sommerpause sind die deutschen Herrenflorettfechter erfolgreich in den Endspurt um die Olympia-Qualifikation gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Uli Schreck (Bonn) kam beim Weltcup-Turnier in San José südlich von San Francisco auf den sechsten Platz und liegt damit aktuell auf Kurs in Richtung Rio 2016.

Das Team mit Peter Joppich (Koblenz), Sebastian Bachmann (Tauberbischofsheim) sowie Moritz Kröplin und André Sanita vom OFC Bonn hat in der Qualifikationsrangliste Großbritannien wieder überholt und hat jetzt vor den drei letzten zur Olympia-Qualifikation zählenden Weltcupturnieren in Tokio (8. November), Paris (17. Januar 2016) und Bonn (7. Februar 2016) sechs Punkte Vorsprung. Können sich die Deutschen bis zum Schluss vor den Briten behaupten, wären sie in Rio dabei.

Das Turnier in San José begann für die Schreck-Truppe optimal. Im Achtelfinale besiegten die Deutschen das in der Weltrangliste vor ihnen platzierte Ägypten mit 45:44. Der viermalige Weltmeister Peter Joppich, der tags zuvor im Einzel mit Platz 13 bester deutscher Fechter gewesen war, setzte nervenstark den entscheidenden Treffer. Gleichzeitig verlor Großbritannien gegen Japan 39:45.

Im Viertelfinale unterlag die Auswahl des Deutschen Fechter-Bundes den starken Italienern mit 39:45. In den Kämpfen um die Plätze fünf bis acht setzen sich Joppich und Co. zunächst gegen Korea mit 45:39 durch und verloren dann den Kampf um Platz fünf gegen Russland mit 30:45. Die Briten verloren in den Kämpfen um die Plätze 9 bis 15 überraschend gegen Österreich und Brasilien.

Bis auf Joppich enttäuschten die deutschen Fechter im Einzel auf ganzer Linie. Keiner erreichte die Runde der letzten 64.

Olympia-Qualifikation, Rangliste, Herrenflorett: 1. Russland 252, 2. Frankreich 236, Italien 236, 4. China 224, 5. USA 196, 6. Japan 178, 7. Ägypten 158, 8. Korea 156, 9. Deutschland 146, 10. Großbritannien 140.

Modus: Acht Mannschaften qualifizieren sich für Rio, dazu kommt Brasilien, das als Gastgeber gesetzt ist. Die ersten vier Teams sind auf jeden Fall dabei. Dahinter erhalten die jeweils Bestplatzierten der Fecht-Kontinente Afrika, Amerika, Asien/Ozeanien und Europa einen weiteren Platz.