Interview mit Trainer und Sportdirektor

Deshalb befinden sich die Bonn Capitals im Höhenflug

Noch ungeschlagen: Bradley Roper-Hubbert und die Bonn Capitals.

Noch ungeschlagen: Bradley Roper-Hubbert und die Bonn Capitals.

Bonn. Trainer Bradley Roper-Hubbert und Sportdirektor Florian Nehring im Interview über den Höhenflug der Bonn Capitals. In dieser Woche nimmt es der deutsche Vizemeister mit internationalen Teams auf.

Elf Doppelspieltage und 22 Siege: Die bisherige Saison der Bonn Capitals in der Baseball-Bundesliga darf getrost als überragend bezeichnet werden. Bis zur perfekten Normalrunde fehlen nur noch drei Spieltage mit sechs Partien. In dieser Woche misst sich der deutsche Vizemeister im Rahmen des CEB-Cups mit internationalen Gegnern. Thomas Heinen sprach mit Headcoach Bradley Roper-Hubbert und Sportdirektor Florian Nehring über die Gründe für den aktuellen Höhenflug.

Sind die Capitals so stark oder die Gegner so schwach?

Bradley Roper-Hubbert: Unser Ziel ist es, jedes Jahr noch stärker zu sein als im Jahr davor. Ich denke, das ist uns gelungen, obwohl wir mit Max Schmitz durch seinen Armbruch einen Schlüsselspieler verloren haben. Ich glaube nicht, dass die Gegner schwächer sind.

Florian Nehring: Wir sind sicher noch stärker geworden, vor allem im Pitching. Aber insgesamt zeigt sich erneut, dass die Bundesliga Nord nicht so stark wie der Süden ist.

Lässt sich Max Schmitz ersetzen?

Roper-Hubbert: Man kann ihn nicht eins zu eins ersetzen. Dafür ist eher eine Gruppe von Spielern mit verschiedenen Stärken nötig. Max ist einer unserer Führungsspieler. Und es ist toll, dass er bei den Spielen dabei ist und uns weiter unterstützt.

Die meisten der gegnerischen Pitcher scheinen nicht so stark zu sein.

Roper-Hubbert: Egal, wer auf dem Mound steht oder wie stark der Gegner ist – wir müssen immer in der Lage sein, unsere Hits zu machen. Du weißt nie, welche Würfe kommen. Und damit musst du umgehen. Die Bilanz zeigt, dass wir das hervorragend meistern.

Nehring: In der Breite sind die Gegner beim Pitchen nicht so gut aufgestellt wie wir. Aber wir haben auch gegen die starken Werfer gewonnen. Dennoch kann immer eine Niederlage kommen. Das muss uns klar sein.

Sie wechseln in fast allen Spielen durch. Ist das für die gesamte Saison vorgesehen?

Roper-Hubbert: Ich will in der Lage sein, in jeder Spielphase jeden bringen zu können. Und dafür ist Spielpraxis nötig. Das macht das Team insgesamt besser. Etwa bei Verletzungen, die wir dann kompensieren können. Ich bin sehr zufrieden, wie die Jüngeren oder die sogenannte zweite Reihe das machen. Eigentlich haben wir keine zweite Reihe mehr.

Die Capitals haben jetzt nur noch Auswärtsspiele. Wird das Gewinnen dadurch schwerer?

Roper-Hubbert: Natürlich ist es ein Vorteil, wenn unsere Zuschauer uns anfeuern. Und unsere Abläufe zu Hause haben eine andere Routine. Aber unsere Vorbereitung bleibt gleich. Ich denke, zumindest in dieser Phase der Saison macht das nicht so einen großen Unterschied.

Diese Woche spielt ihr Team im CEB-Cup. Ist das nur eine willkommene Abwechslung?

Roper-Hubbert: Das ist keine Reise, die nur zum Spaß stattfindet. Natürlich haben wir uns vorgenommen, so oft wie möglich zu gewinnen. Allerdings kennen wir mit Ausnahme des Schweizer Teams keinen der Gegner. Es ist gut für die weitere Entwicklung, dass wir auf europäischem Level spielen. Der Spaß darf trotzdem nicht zu kurz kommen, das motiviert für den weiteren Verlauf der Saison.