Gefahren durch hohe Temperaturen

Das ist beim Sport während der Hitze zu beachten

Abkühlung auf der Strecke: Die Athleten laufen bei der Leichtathletik-EM in Berlin durch eine Regenanlage.

Abkühlung auf der Strecke: Die Athleten laufen bei der Leichtathletik-EM in Berlin durch eine Regenanlage.

Bonn. Freizeitsportler, die einige Regeln beachten, können auch bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke Sport machen. Zeigt das Thermometer jedoch mehr als 35 Grad an, sollte über einen Sportverzicht oder eine Spielabsage nachgedacht werden. Ein Experte gibt Tipps zum Training.

Auf bis zu 40 Grad sollen die Temperaturen bis Mitte der Woche ansteigen. Mit jedem Grad Celsius mehr auf dem Thermometer sinken die Leistungsfähigkeit und die Lust auf Bewegung. Sollte man bei extremer Sommerhitze dem Körper überhaupt sportliche Anstrengung zumuten? In der vergangenen Woche waren bei einem Sportwettkampf in Hamburg drei Grundschulkinder wegen Atembeschwerden aufgrund der Hitze in einem Krankenhaus behandelt worden. In Bonn wurden einige Sportwettkämpfe bereits abgesagt, wie etwa die Bundesjugendspiele an manchen Schulen, aber auch Fußballvereine erwägen, ihre Spiele ausfallen zu lassen.

„Grundsätzlich ist Wärme kein Problem. Ein gut trainierter Körper kommt damit klar“, sagt Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln. So erbringen die Fahrer der Tour de France selbst bei hohen Temperaturen Bestleistungen, nehmen dafür allerdings täglich zehn bis zwölf Liter Wasser zu sich.

Der Körper braucht viel Flüssigkeit

Voraussetzung dafür ist ein gut funktionierendes Kühlsystem innerhalb des Körpers. Denn eine Überhitzung ist für den Körper gefährlich. Sportler sind daher nicht nur auf ein schnelleres Tempo oder längere Distanzen trainiert, sondern auch auf eine bessere Thermoregulierung. Sie schwitzen gewissermaßen effizienter: Sie verfügen über produktivere Schweißdrüsen und verlieren beim Schwitzen weniger Mineralstoffe.

Ganz anders sieht es hingegen bei Untrainierten oder Menschen mit einer Vorerkrankung aus. Sie sollten in diesen Tagen davon absehen, mit Ausdauersport zu beginnen, da dem Körper aufgrund der ungewohnten Belastung eine Überhitzung drohen könnte. Kinder gehen mit Hitze ganz anders um als Erwachsene. Sie müssen die Thermoregulierung des Körpers nämlich erst noch erlernen. „Kinder schwitzen noch nicht richtig“, erklärt Froböse. Daher sollte bei Kindern genau auf die Temperaturbelastung geachtet und für zusätzliche Kühlung gesorgt werden, beispielsweise durch Schattenplätze, vermehrte Trinkpausen und Ruhezonen in kühlen Räumen. Bei länger andauernden Sportarten können Eltern auch Eispads und nasse Handtücher mitnehmen, die um den Hals gelegt, dem Körper bei der Kühlung helfen.