Claudia Bokel: "Natürlich bin ich im OFC Bonn verwurzelt"

Claudia Bokel

Claudia Bokel

Abitur am Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasium, ihre Fechtkarriere startete im Fechtinternat am Sportpark Nord, 2001 krönte sie ihre sportliche Laufbahn mit dem Weltmeistertitel: Heute ist Claudia Bokel persönliches Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Bonn. Abitur am dem Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasium, ihre Fechtkarriere startete im Fechtinternat am Sportpark Nord, 2001 krönte sie ihre sportliche Laufbahn mit dem Weltmeistertitel: Heute ist Claudia Bokel persönliches Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Mit Claudia Bokel sprach Michael Nickels.

General-Anzeiger: Am Freitagabend waren Sie bei der Ehrung der NRW-Sportler in Duisburg, am Montag bei der Weihnachtsfeier des Bonner Fechtinternats, und jetzt sind Sie wieder in Sachen Sport unterwegs. Wo erwische ich Sie gerade?

Claudia Bokel: Ich bin am Flughafen und fliege nach Lausanne zum IOC; wie haben Kommissionssitzung.

GA: Ist die Arbeit für das IOC mittlerweile zu Ihrem Hauptberuf geworden?

Bokel: Nein, ganz und gar nicht. Ich arbeite bei Bayer Leverkusen in der internen Unternehmensberatung. Aber es stimmt: Die Arbeit für das IOC ist schon relativ zeitaufwendig.

Ich war bei den Olympischen Jugendspielen im August in Singapur, und jetzt geht es natürlich auch um die Vergabe der Winterspiele 2018, für die sich bekanntlich auch München bewirbt. Ich war deshalb allein in den letzten Wochen auf vier Kontinenten.

GA: Werden Sie also auch bei der Abstimmung über München mitentscheiden?

Bokel: Nein, da bin ich nicht abstimmungsberechtigt, da bin ich befangen.

GA: Aber Sie können den neuen IOC-Präsidenten wählen, wenn 2013 der Belgier Jacques Rogge satzungsgemäß aufhört und eventuell DOSB-Präsident Thomas Bach als Nachfolger kandidiert.

Bokel: Ja, ich bin für acht Jahre als Mitglied der Athletenkommission ins IOC gewählt worden und scheide dann 2016 aus.

GA: Und ganz nebenbei sind Sie Patin des Bonner Fechtinternats, der Eliteschule des deutschen Sports...

Bokel: Und das bin ich mit großer Freude. Leider habe ich zuletzt ganz, ganz wenig Zeit gehabt, öfter im Bonner Internat vorbeizukommen. Aber hier liegen meine sportlichen Wurzeln, hier habe ich drei Jahre lang, also von 1989 bis '92, gelebt, ehe ich am Friedrich-Ebert-Gymnasium mein Abitur gemacht habe. Das ist eine Zeit, die mich geprägt hat und die man nicht vergisst.

GA:Haben Sie denn noch regelmäßigen Kontakt zu damaligen Mitschülern?

Bokel: Es gibt einen Freundeskreis der Bonner Internatsschüler, der sich hin und wieder trifft. Mit einigen Mitschülern aus dem Friedrich-Ebert-Gymnasium habe ich Kontakt über Facebook oder andere elektronische Plattformen, und natürlich bin ich irgendwo auch noch im OFC Bonn verwurzelt, in dem ich über zehn Jahre Mitglied war und in dieser Zeit auch Weltmeisterin wurde.

Zur Person

Claudia Bokel (37) stammt aus Ter Apel/Niederlande. Als Degen-Bundestrainer Manfred Kaspar 1990 ihr Talent erkennt, überzeugt er sie, ins Bonner Fechtinternat zu wechseln. Schon 1992 wird sie Junioren-Weltmeisterin; es ist der Beginn einer sehr erfolgreichen Sportkarriere. 2001 wird sie in Nancy Weltmeisterin, insgesamt gewinnt sie zwischen 1992 und 2007 acht WM-Medaillen.

Dazu kommt 2004 Olympia-Silber mit der deutschen Mannschaft. 2008 beendet sie ihre sportliche Karriere und wechselt in den ehrenamtlichen Bereich; in Peking wird sie ins IOC gewählt. Außerdem ist sie Präsidentin der Athletenkommission des Europäischen Olympischen Komitees.