Baseball

Capitals können am Wochenende Deutscher Meister werden

Mit voller Kraft in Richtung Titelverteidigung: Maurice Wilhelm (links) und die Capitals haben dabei die Fans im Rücken.

Mit voller Kraft in Richtung Titelverteidigung: Maurice Wilhelm (links) und die Capitals haben dabei die Fans im Rücken.

Bonn. Die Bonn Capitals können am Wochenende mit zwei Heimsiegen gegen Heidenheim ihren Titel als deutscher Baseballmeister verteidigen. Bislang steht es gegen die Heidenheim Heideköpfe unentschieden.

Der deutsche Baseballmeister Bonn Capitals hat das vergangene Wochenende mit den ersten beiden Spielen in der Best-of-Five-Finalserie (1:17, 3:0) gegen die Heidenheim Heideköpfe abgehakt. Der Fokus gilt nun uneingeschränkt den beiden Heimspielen am Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr im Stadion in der Rheinaue. Dort will der Titelverteidiger den Heimvorteil unbedingt nutzen, um vielleicht am Sonntag nach 2018 zum zweiten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft feiern zu können.

Ob es reicht, um die Serie schon für sich zu entscheiden, ist natürlich offen. Zu dominant agierten die Heideköpfe vor allem im ersten Spiel am vergangenen Samstag. Capitals-Headcoach Alex Derhak hat sich nicht allzu lange mit der herben Niederlage beschäftigt, seine Spieler ebenso wenig. Denn sonst wäre der 3:0-Erfolg in Spiel Nummer zwei wohl kaum möglich gewesen. Sicher ist, dass Heidenheims niederländischer Pitcher Mike Bolsenbroek, der in Spiel drei werfen wird, eine schwere Hürde sein wird.

In Heidenheim hatte die Bonner Offensive nicht den Hauch einer Chance. „Wir werden alles in die Waagschale werfen, um auch gegen ihn erfolgreich zu sein, um am Ende des Spiels mehr Runs zu haben als der Gegner“, sagt Derhak.

„Ich beschäftige mich nicht damit, was im letzten Jahr passiert ist"

Die Bonner Offensive präsentierte sich in den Playoffs bisher stark, spielte aber nicht konstant. Dennoch gelang es, in den entscheidenden Momenten abzuliefern – wie im zweiten Spiel in Heidenheim. Wilson Lee, Daniel Lamb-Hunt, Maurice Wilhelm, Chris Goebe, der in den Playoffs besonders starke Kevin van Meensel und die anderen Mitspieler sollten deshalb mit der notwendigen Willensstärke ins Spiel gehen. Natürlich sind gegen die bärenstarke Heidenheimer Offensive mit dem Australier Andrew Campbell, Fernando Escarra, Philipp Schulz und Ludwig Glaser auch die Pitcher der Capitals gefordert.

Bonns Sascha Koch erwischte im ersten Spiel einen schlechten Tag und war anfangs von der offensiven Taktik der Heideköpfe überrumpelt worden. So etwas passiert dem Nationalspieler in der Regel nicht zweimal. Dennoch braucht Koch einen Sahnetag, ähnlich wie ihn Zackry „Zach“ Dodson in Spiel zwei hatte. Auch deshalb setzen die Gastgeber ihre Hoffnungen im vierten Spiel auf den Amerikaner.

Fest steht, dass jeder Werfer gegen Heidenheim immer voll auf der Höhe sein muss, sonst schlagen die Gäste sofort zu. Derhak hofft daher auch auf den Heimvorteil: „Wir schlafen in unseren eigenen Betten und spielen vor unseren tollen Fans. Das sollte uns helfen.“ Bereits an diesem Wochenende kann die Entscheidung in Sachen Meisterschaft fallen, sollte einem der beiden Kontrahenten ein Doppelsieg gelingen.

Im vergangenen Jahr mussten die Capitals nach dem Sieg im fünften Spiel noch auf den Meisterpokal warten, weil Heidenheim gegen eine Schiedsrichterentscheidung protestiert hatte. Für den Trainer der Capitals ist das kein Thema: „Ich beschäftige mich nicht damit, was im letzten Jahr passiert ist. Wir sind darauf fokussiert, in Spiel drei guten Baseball zu spielen und am Ende des Tages mit einem Sieg vom Feld zu gehen. Alles weitere wird dann der Sonntag zeigen.“

Sollte nach diesem Wochenende ein fünftes Spiel notwendig sein, findet das jedoch erst am Samstag, 17. August, statt. Grund für den zeitlichen Abstand ist die U23-Europameisterschaft in der Vorwoche in Prag. An dem Turnier vom 7. bis 11. August in der tschechischen Hauptstadt nehmen sowohl der Bonner Sascha Koch als auch der Heidenheimer Marcel Giraud teil.