VLN-Langstreckenmeisterschaft

Bruder von Sebastian Vettel startet auf dem Nürburgring

Von der Nordschleife begeistert: Fabian Vettel.

Von der Nordschleife begeistert: Fabian Vettel.

BONN. Halbzeit in der VLN-Langstreckenmeisterschaft: Sebastian Vettels Bruder Fabian und Georg Bellof nehmen am fünften Lauf der Langstreckenmeisterschaft teil.

Halbzeit in der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring: Am kommenden Samstag findet der fünfte von neun Saisonläufen statt. Fahrer mit großen Namen starten nicht nur auf den Spitzenfahrzeugen, sondern auch in den schwächeren Kategorien. Auf dem BMW M 235i mit der Startnummer 652 werden sich Georg Bellof und Fabian Vettel das Cockpit teilen.

„Wenn Michael Schumacher ein Jahrhunderttalent war, war Stefan Bellof ein Jahrtausendtalent“, ist die Meinung nicht weniger Experten. Zu den Husarenstücken des Gießeners zählt seine Rekordrunde im Qualifying zum 1000-km-Rennen 1983. Er umrundete die damals 20,3 km lange Nordschleife in 6:11:13 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h. Der Rekord wurde erst in diesem Jahr von Porsche- Werksfahrer Timo Bernhard auf einem speziell präparierten 919 Evo gebrochen. Am 1. September 1985 – ein Vertrag für die kommende Formel-1-Saison mit Ferrari war bereits geschlossen – sollte das Leben von Stefan Bellof in Spa enden. Bellof kollidierte bei einem Sportwagenrennen in der berüchtigten Kurve Eau Rouge mit dem Belgier Jacky Ickx und schlug mit über 200 km/h frontal in die Streckenbegrenzung ein.

Ähnlich wie bei den Schumis war die gesamte Familie motorsportbegeistert. „So einen Bruderkampf hatten Stefan und ich jahrelang im Kartsport“, kommentierte Georg Bellof einmal die Formel-1-Duelle zwischen Michael und Ralf Schumacher. Er selbst brachte es immerhin bis in die Formel 3 und beendete 1979 die deutsche Meisterschaft auf dem sechsten Rang. Doch Motorsport ist teuer und der Familienrat entschied, die knappen Eigenmittel ab 1980 auf Stefan zu konzentrieren. „Für beide hat es nicht gereicht. Unsere Eltern waren ja keine Millionäre“, erinnert sich Georg. Der mittlerweile 62-Jährige wurde erfolgreicher Geschäftsmann.

Im Schatten des Bruders steht auch Fabian Vettel. Der 19-jährige Bruder des vierfachen Formel-1-Weltmeisters startete im Vorjahr im Audi TT Cup, in diesem Jahr bestreitet er die Lamborghini Super Trofeo, einen internationalen Markenpokal. Von der Nordschleife ist er begeistert. „Für mich ist es ein riesiger Schritt, den ich mit viel Respekt, aber auch voller Vorfreude angehe.“ Vettel II sieht seine Zukunft im Langstreckensport. „Ich will auf dem Nürburgring, in Spa und Le Mans antreten.“

Den Gesamtsieg werden die Fahrzeuge aus der GT3-Kategorie sowie der neue Porsche 911 GT3 R des Manthey-Teams unter sich ausmachen. Der neue Grello startet in der Kategorie SP-X, da er sich noch im Versuchsstadium befindet. Porsche gewann in diesem Jahr das 24-Stunden-Rennen und drei von vier VLN-Läufen.

Die Porsche müssen 20 Kilo Gewicht zuladen

Damit es spannender wird, müssen die Porsche am Samstag 20 Kilo Gewicht zuladen. Damit fällt die Favoritenrolle an BMW. Im Blick haben sollte man jenen des Rowe-Teams, in dem sich Philipp Eng und Tom Blomqvist abwechseln. Der DTM- und der Formel-E-Pilot gewannen in einem Rowe-Auto in diesem Jahr bereits die 24 Stunden von Spa. Aus hiesiger Sicht von Interesse ist der Porsche GT3 des Getspeed-Teams. Hier greifen unter anderem der Alfterer Adam Osieka und der Troisdorfer Fabian Schiller ins Lenkrad