Baseball-Bundesliga

Bonn Capitals ziehen positive Saisonbilanz

Die Niederlage konnte auch nicht Maurice Wilhelm verhindern.

Die Niederlage konnte auch nicht Maurice Wilhelm verhindern.

Bonn. Trotz der Niederlage gegen die Heidenheim Heideköpfe im Kampf um die deutsche Baseball-Meisterschaft sind die Bonn Capitals mit der vergangenen Saison zufrieden. Der Rückblick auf eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen.

Der Frust nach der verlorenen Finalserie gegen die Heidenheim Heideköpfe hielt bei Spielern und Fans des entthronten deutschen Baseballmeisters Bonn Capitals nicht lange an. Die Verantwortlichen zogen schließlich ein insgesamt positives Saisonfazit. „Dass unser Team es wieder ins Finale geschafft hat, war so nicht zu erwarten“, sagte der Vorsitzende der Capitals, Udo Schmitz. „Hut ab vor unserem Team, das wieder im Finale stand und bis zuletzt gekämpft hat.“

Tatsächlich erlebten Spieler, Betreuer und Fans des Vizemeisters eine Saison mit Höhen und Tiefen, in der am Schluss die Freude über Rang zwei überwog. Die Capitals waren mit einer großen Bürde in die Saison gegangen – dem 40:0-Lauf aus dem vergangenen Jahr, als die Capitals in der regulären Saison keine Niederlage einstecken mussten. Die Erwartungshaltung war entsprechend hoch.

Dass sich solch eine Serie schwerlich wiederholen ließ, wurde schnell klar. Denn schon am ersten Doppelspieltag in Hamburg kassierte der Meister von 2018 seine erste Niederlage. Bis zum Ende der Saison wurden es acht. Und dafür gab es Gründe. Vor allem verfolgte die Capitals das Verletzungspech. Erst traf es Toppitcher Sascha Koch, der rund drei Monate mit einer Fingerverletzung ausfiel. Dann brach sich Shortstop Eric Brenk die Hand, fehlte mehrere Wochen. Danny Lankhorst erlitt einen Bänderriss. Kevin van Meensel wurde in der Saison krank.

Nicht zu vergessen, die lange Leidenszeit von Pitcher Max Schmitz, der noch immer Probleme mit seinem gebrochenen Oberarm hat und in den Playoffs nicht eingreifen konnte. Doch die Bonner klagten nicht, sondern machten das Beste aus dieser Misere. Headcoach Alex Derhak verschaffte vor allem den jungen Spielern viele Einsatzminuten. Ob Philipp Racek, Nico Weber oder Anthony Rodriguez – sie alle durften sich in der Bundesliga beweisen.

Der Nachwuchs und die Spieler, die sonst nicht so viel Einsatzzeit bekamen, waren plötzlich mittendrin. Am Ende der regulären Saison hätte es trotzdem fast noch zur Nordmeisterschaft gereicht. Ein Sieg gegen Solingen fehlte schließlich. Heidenheim, drei Jahre hintereinander Finalgegner der Capitals, erging es sogar noch schlechter. Die Heideköpfe kassierten in der regulären Spielzeit sogar elf Niederlagen. Doch in den Playoffs waren beide Teams dann wieder voll da.

„Wir haben die besten Fans in ganz Baseball-Deutschland“

Dabei ist es fast schon zur Gewohnheit geworden, dass es die Capitals spannend machen. Denn sowohl im Viertelfinale gegen Regensburg als auch im Halbfinale gegen Solingen musste der Titelverteidiger über fünf Spiele gehen, schaffte es am Ende aber doch wieder ins Finale.

Mit Heidenheim stand den Capitals allerdings ein Gegner gegenüber, der finanziell über ganz andere Mittel verfügt. Von daher gingen die Capitals als Außenseiter in die Serie. Dass sie es trotzdem spannend machen konnten, lag vor allem an Pitcher Zach Dodson, der Spiel zwei gewann und Spiel vier lange offenhielt – und an den Fans der Capitals.

Am Wochenende pilgerten rund 3200 Zuschauer in die Rheinaue. Noch lange nach Spielschluss feierten die Capitals-Anhänger ihre Mannschaft. Die Bonner Baseballfans strömten regelmäßig zu den Heimspielen und waren auch auswärts lautstark dabei. „Wir haben die besten Fans in ganz Baseball-Deutschland“, sagte Max Schmitz. Dass es in dieser Saison offensiv und defensiv nicht immer rund lief, setzte sich bis in die Finalserie fort.

Allein ein Blick auf die Offensivstatistiken der Playoffs zeigt, dass Heidenheims Schlagleute einfach konstanter und stärker spielten. „Die Heideköpfe haben vom ersten Wurf an Druck auf uns ausgeübt. Und sie waren immer genau dann hellwach, wenn es notwendig war“, bilanzierte Der-hak. Für den Amerikaner war es trotz des verlorenen Titels eine gute erste Saison als Headcoach. Der-hak verdiente sich den Respekt seiner Mannschaft und agierte als ruhender Pol in all der Playoff-Hektik. Wegen der Europameisterschaft (6. bis 15. September) in Bonn und Solingen endete diese Saison früh.

Bei der EM wollen die Bonner und Heidenheimer Nationalspieler noch einmal alles aus sich herausholen. Auch die Fans stehen bereit, wenn Deutschland jeweils abends in der Rheinaue spielt. Die Baseballhochburg Bonn bleibt also im September „the place to be“.