Baseball-Bundesliga

Bonn Capitals verlieren zweites Finalspiel gegen Heidenheim

Machte sein bestes Saisonspiel für die Capitals: Wilson Lee.

Der Australier Wilson Lee fand nicht ins Spiel (Archivbild).

Bonn. Die Bonn Capitals haben ihr zweites Finalspiel gegen die Heidenheim Heideköpfe verloren. In der Finalserie um die Baseball-Bundesliga gibt es nach dem fulminaten Sieg der Bonner zum Auftakt also eine Siegteilung.

Nach einem furiosen Auftakt in die Finalserie um die deutsche Baseballmeisterschaft mit dem 11:2-Erfolg im ersten Spiel der Best-of-Five-Serie beendete Baseballbundesligist Bonn Capitals die ersten beiden Spiele gegen die Heidenheim Heideköpfe auf der schwäbischen Alb mit einer Siegteilung. Spiel zwei am Sonntag verlor die Mannschaft von Bradley Roper-Hubbert mit 3:7. „Mit dem Auftakt sind wir mehr als zufrieden“, sagte der Spielertrainer der Caps, „aber es gilt, weiter fokussiert zu bleiben.“

Im ersten Match am Samstag hatten die Capitals den Südmeister mit 17 Hits regelrecht aus dem Stadion gefegt. Neben der bärenstarken Offensive hatte Pitcher Sascha Koch vom Wurfhügel aus alles im Griff. Umgekehrt die Vorzeichen dann am Sonntag, als die Gäste immer einem Rückstand hinterherlaufen mussten um Ende verdient unterlagen.

Mit einem Blitzstart und einer 3:0-Führung schon im ersten Inning starteten die Capitals in ihr zweites Finale nach 1999. Dabei zeigten sich die Bonner Schlagleute gegenüber der im Vorfeld so hoch gelobten Offensive der Hausherren aus Heidenheim weit überlegen. Mit einem so klaren Erfolg hatten selbst die Optimisten unter den mitgereisten Bonner Fans auf der Tribüne nicht gerechnet.

Den Capitals gelang genau das, was zuletzt gefehlt hatte: Sie nutzten ihre Chancen konsequent und produzierten zudem erfolgreiche Schläge am Fließband. Ein sauberer Basehit nach dem anderen fand den Weg durch Heidenheims überforderte Verteidigung. Natürlich gab es auch einige besondere Schläge zu bewundern, wie etwa das Double von Maurice Wilhelm, der mit seinem Schlag zwei Punkte durch Roper-Hubbert und Daniel Lamb-Hunt zur frühen 3:0 Führung herausholte. Oder das Double von Spielertrainer Roper-Hubbert zum 8:2.

Nicht zu verachten war auch das Triple von Chris Goebel, das schließlich Eddie Stommel zum 11:2-Endstand über die Homeplate führte. Die Capitals punkteten stetig und im sechsten Inning überragend. Fünf Runs mussten Heidenheims Pitcher Ricky Torres und Julius Spann allein in diesem Spielabschnitt hinnehmen. Danach stand es 10:2. Die Partie war entschieden.

Jeder Spieler mit mindestens einem Hit

Sascha Koch warf souverän und mit der nötigen Vorsicht, die gegen die starke Offensive der Heideköpfe notwendig war. Eric Brenk erledigte auf dem Mound den Rest. Offensiv zeigte sich Eddie Stommel, der in den Playoffs zur Topform aufläuft, mit drei Hits und drei Runs als der stärkste Bonner Spieler. Bemerkenswert und ein Zeichen für den stetigen Schlagkontakt: Jeder Spieler der Capitals hatte mindestens einen Hit zu verzeichnen.

Im zweiten Spiel am Sonntag dann stand Wilson Lee auf dem Wurfhügel. Im Gegensatz zu Koch 24 Stunden zuvor fand der Australier überhaupt nicht ins Spiel. Von seinen ersten 22 Würfen im ersten Inning waren nur vier Strikes, was fünf Walks und vier Punkte für die Heidenheimer zur Folge hatte. Das 0:1 aus Bonner Sicht hatte Sascha Lutz noch per Homerun erzielt. Die weiteren Punkte holten sich die Heideköpfe unspektakulär per Walk.

Bereits im ersten Inning wurde Lee von Maurice Wilhelm abgelöst, der drei schnelle Aus machte und die Capitals endlich aus dem unglücklichen ersten Inning herausholte. Wilhelm machte seine Sache in der Folge gut, musste allerdings einen Two-Run-Homerun durch Shawn Larry hinnehmen und später noch den Run zur 7:0-Führung für Heidenheim. Bonns Offensive brauchte einige Zeit, um sich an die Würfe von Heidenheims Pitcher Justin Erasmus zu gewöhnen. Erst im sechsten Inning war es soweit: Eddie Stommel lief nach Hits von Eric Brenk und einem Fehler der Heidenheimer Defensive zum 1:7 nach hause, Eric Brenk ließ kurz danach das 2:7 folgen. Der Bonner Shortstop war es auch, der den dritten Punkt für die Capitals machte; per Homerun im achten Inning.

Alles offen im Titelkampf

Insgesamt war in diesem Spiel mehr drin für die Capitals, denn der sonst so starken Offensive der Heideköpfe gelangen erneut nur sechs Hits. Die Capitals schafften sieben. Drei davon gingen auf das Konto von Eric Brenk, zwei gelangen Roper-Hubbert. Das erste Inning aber konnten die Gäste am Ende nicht mehr wettmachen.

Dennoch ist für die Capitals im Kampf um den Titel noch alles drin, denn mit einer Siegteilung aus Heidenheim heimzukehren, darf durchaus als guter Start in die Finalserie gewertet werden. Am kommenden Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr steht in der Rheinaue neben Sascha Koch dann vielleicht auch Markus Solbach wieder als Starting Pitcher zur Verfügung. In Heidenheim war der Nationalspieler noch verletzt ausgefallen. Sollte danach ein fünftes Spiel notwendig sein, würde es am darauffolgenden Samstag in Heidenheim stattfinden.