Sieg gegen die Regensburg Legionäre

Bonn Capitals stehen im Playoff-Halbfinale

Ab nach Hause: Nationalspieler Maurice Wilhelm rutscht auf die Homebase und beschert den Capitals so einen Run. FOTO: WOLFGANG HENRY

Ab nach Hause: Nationalspieler Maurice Wilhelm rutscht auf die Homebase und beschert den Capitals so einen Run. FOTO: WOLFGANG HENRY

Bonn. Der deutsche Baseball-Meister Bonn Capitals hat mit 3:2 Siegen gegen die Regensburg Legionäre das Playoff-Halbfinale erreicht. Im fünften Spiel wurde es unnötig spannend.

Der amtierende deutsche Baseballmeister Bonn Capitals darf weiter von der Titelverteidigung träumen. In der Best-of-five-Viertelfinalserie gegen die Regenburg Legionäre setzten sich die Capitals nach einem dramatischen 7:6 im fünften Spiel mit 3:2-Siegen durch.

Nach der Siegteilung in Regensburg vor einer Woche gewann das Team von Trainer Alex Derhak zunächst das dritte Spiel souverän mit 10:0. Zum erhofften Durchmarsch nach vier Partien reichte es allerdings nicht, denn Spiel vier ging mit 1:0 an die Gäste. Das entscheidende fünfte Match geriet dann ähnlich wie im vergangenen Jahr zu einer dramatischen Angelegenheit. Nach einer 7:1-Führung mussten die Capitals bis zum 7:6-Erfolg am Ende doch noch zittern, ehe der Einzug ins Halbfinale feststand.

2 200 Fans hatten am Samstag und Sonntag in der Rheinaue den Capitals die Daumen gedrückt. Gegner in der Runde der letzten Vier sind die Solingen Alligators, die mit 3:2-Siegen gegen die Mannheim Tornados die Oberhand behielten. Im anderen Halbfinale treffen die Heidenheim Heideköpfe, Finalgegner der Capitals im Vorjahr, auf die Athletics aus Mainz.

"Wir wussten, dass wir die Serie gewinnen können", meinte Nationalspieler Maurice Wilhelm, der im fünften Spiel den Sieg für die Gastgeber nach Hause warf. "Am Ende war es enger als erwartet. Aber wir stehen im Halbfinale. Und nur das zählt."

Im dritten Spiel am Samstag machten die Capitals den Eindruck, als wollten sie die Serie so schnell wie möglich hinter sich bringen. Die gegnerische Offensive hatte nahezu keine Chance gegen Bonns Pitcher Sascha Koch. Der Nationalspieler warf 14 Strikeouts und ließ nur einen einzigen Hit der Regensburger zu. Auf der anderen Seite brannte die Bonner Offensive ein wahres Schlagfeuerwerk ab. Vier Homeruns sprechen eine deutliche Sprache.

Bereits im ersten Inning gingen die Hausherrn mit 3:0 nach einem Three-Run Homerun von Wilson Lee in Führung. Nick Miceli baute die Führung nach einem Hit von Kevin van Meensel auf 4:0 aus. Im sechsten Inning schlugen nacheinander Chris Goebel, erneut Wilson Lee und Daniel Lamb-Hunt jeweils einen Homerun zum 8:0 für die Capitals. Insgesamt 13 Hits flogen den Legionären um die Ohren. Eddie Stommel und Eric Brenk verbuchten je zwei Hits. Nach zwei Runs von Kevin van Meensel und Brenk im siebten Inning war das dritte Spiel der Serie mit 10:0 vorzeitig beendet.

Homerun-Festival im ersten Spiel

Das klare Ergebnis sorgte für große Zuversicht bei den Fans vor der vierten Partie am Sonntag. Das sollte ein Spiel der Pitcher werden: Zach Dodson auf dem Mound für Bonn sowie Benjamin Waite und Bill Greenfield für die Gäste aus Regensburg. Die Bonner Offensive hatte ihre Probleme mit Waite. Das Schlagglück fehlte und einige umstrittene Entscheidungen des Schiedsrichters trugen dazu bei, dass nur drei Hits im gesamten Spiel für die Capitals zusammenkamen. Dodson auf Seiten der Gastgeber hatte etwas mehr zu kämpfen, ließ fünf Walks zu. Aber unter dem Strich gab der Amerikaner mit 14 Strikeouts in einem kompletten Spiel über neun Innings auch nur fünf Hits ab. Aber eben auch einen Run, der Regensburg zum knappsten aller Ergebnisse reichte. David Grimes punktete im vierten Inning.

Also musste wie schon im Vorjahr das fünfte Spiel die Entscheidung bringen. Bei den Legionären warf weiter Bill Greenfield. Es dauerte bis zum dritten Inning, bevor die Capitals in Person von Danny Lankhorst das erste Mal über die Homeplate zum 1:0 liefen. Im folgenden Inning bekam Greenfield dann die ganze Power der Bonner Offensive zu spüren. Erneut führte ein Homerun zum 2:0. Diesmal reihte sich Maurice Wilhelm in die Riege der Bonner Powerhitter ein.

Regensburgs Trainer Tomas Bison reagierte sofort und stellte Philipp Meyer auf den Wurfhügel. Zunächst mit wenig Erfolg. Als Stommel von einem Pitch getroffen wurde, rückten alle Spieler ein Base vor. Es stand 3:0 für die Capitals. Bis zum 6:0 mussten die Capitals gar nicht viel schlagen, weil Walks dafür sorgten, dass die Läufer nach Hause kamen. Dieses Szenario konnte auch der neue Pitcher Daniel Mendelssohn nicht verhindern. Schließlich stand es 6:0, dann 6:1 und 7:1.

Auf dem Bonner Mound hatte Christian Tomsich sieben Innings lang zwar fünf Hits, aber auch nur einen Run hinnehmen müssen. Alles schien in trockenen Tüchern, denn nun kam Bonns starker Pitcher Wilhelm auf den Hügel. Doch die Regensburger Offensive hatte sich mittlerweile gut auf Wilhelm eingestellt. Ein Three-Run-Homerun von Lucas Jahn im neunten Inning brachte Regensburg auf 6:7 heran. Danach sorgte Wilhelm doch noch für das entscheidende dritte Aus per Strikeout – der Weg ins Halbfinale war frei. Dort wartet nun Solingen. Die Alligators setzten sich im fünften Spiel mit 11:10 gegen Mannheim durch.