Titelkämpfe in China

Beueler Damen-Doppel für WM nachnominiert

Freuen sich auf die Tour nach China: Die Beuelerinnen Lisa Kaminski (links) und Hannah Pohl.

Freuen sich auf die Tour nach China: Die Beuelerinnen Lisa Kaminski (links) und Hannah Pohl.

Bonn. Lisa Kaminski und Hannah Pohl nehmen an den Titelkämpfen in China teil, müssen die Kosten aber selbst tragen.

Damit hatten die beiden nicht gerechnet, und es war die "totale Überraschung": Lisa Kaminski und Hannah Pohl, ihres Zeichens erfolgreiche Badmintonspielerinnen vom 1. BC Beuel, sind bei der Weltmeisterschaft dabei - erneut.

Das Damendoppel ist für die Titelkämpfe, die am 30. Juli im chinesischen Nanjing beginnen, kurzfristig nachnominiert worden - auch das zum zweiten Mal.

Hannah Pohl (24) und Lisa Kaminski (28) sind "seitdem Feuer und Flamme" und wollen sich die WM natürlich nicht entgehen lassen. Sofort machte sich das Duo auf die Suche nach Sponsoren, um das "Projekt China" überhaupt stemmen zu können.

Da sie nicht Teil des Bundeskaders sind, müssen sie alle Kosten für Reise und Unterkunft selbst tragen - wie schon im Vorjahr, als die Beuelerinnen erstmals bei einer Badminton-WM, damals im schottischen Glasgow, am Start waren.

Inzwischen haben die Spielerinnen etwa die Hälfte des notwendigen Geldes zusammen. Die Flüge sind gebucht, die Visa sind angekommen und das Hotelzimmer ist reserviert.

"Wir sind heiß", erzählt Hannah Pohl, "und trainieren ganz fleißig". Und zwar zusammen mit keinem geringeren als Ex-Europameister Marc Zwiebler, dem Beueler Aushängeschild. Er kann dem Duo neben den sportlichen Aspekten als exquisiter Kenner der Szene und der Gegebenheiten in Asien und besonders in China wertvolle Ratschläge geben.

Zumal die zwei noch nie im Reich der Mitte waren. "Wir sind ihm sehr dankbar", unterstreicht Hannah Pohl. "Marc trainiert mit uns fast täglich, um uns auf das Turnier in Nanjing vorzubereiten. Und wir können von seinen Erfahrungen unheimlich profitieren."

Wer meint, dass Zwiebler nach seinem Abschied von der internationalen Bühne als "Badminton-Ruheständler" eingerostet ist, irrt gewaltig. Er hatte nach dem Finale um die deutsche Meisterschaft in Saarbrücken sinngemäß vorhergesagt, dass ohne den sportlichen Druck im Nacken das früher von ihm nicht sonderlich gemochte Joggen und Fithalten einen ganz anderen Stellenwert habe.

Und in punkto Können auf dem Platz macht ihm auch jetzt noch so schnell keiner etwas vor.

Mittlerweile stehen auch die Doppel-Gegner in der ersten Runde fest. Die Auslosung ist für die 118. der Weltrangliste vielversprechend. Die Beuelerinnen treffen auf die Belgierinnen Lise Jaques und Flore Vandenhoucke, die aktuell auf Rang 65 der Weltrangliste stehen. "Die beiden sind gut und eine Herausforderung für uns. Es hätte uns aber auch wesentlich härter treffen können", resümiert Hannah Pohl.

Beim Turnier in Nanjing ist das Beueler Duo das einzige, das keinem Bundeskader angehört und keine Förderung seitens des Verbandes erhält. Die Suche nach Unterstützern wird fortgesetzt.