Rennrollstuhlfahren

Baldé erfüllt mit deutschem Rekord die EM-Norm

Alhassane Baldé

Alhassane Baldé

Bonn. Rennrollstuhlfahrer Alhassane Baldé ist in der Schweiz über die 800 Meter deutschen Rekord gefahren und hat damit die Norm für die EM in Berlin erfüllt.

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat auch Alhassane Baldé das Fieber gepackt. "Natürlich steht die WM auf dem Plan", sagt der Rennrollstuhlfahrer. "Nur das Bierchen lasse ich lieber weg." Kein Wunder, für den Bonner steht ebenfalls ein Highlight auf dem Programm. Ende August startet Baldé über mindestens drei Distanzen bei den Europameisterschaften in Berlin. "Eine Medaille ist schon ganz klar das Ziel", sagt der 32-Jährige. "Wenn man bei der WM in die Ränge fährt, will man es bei der EM auch."

Den Grundstein der Erfolgsgeschichte hat Baldé am Sonntag in der Schweiz gelegt. Über die 800 Meter fuhr der Bonner in Notwill in 1:31:01 Minuten deutschen Rekord und tütete damit auch die EM-Norm ein. Nach den Bestzeiten über die 5000 und 1500 Meter ist es nun der dritte nationale Rekord. "Das war schon immer mein Ziel", sagt er. "Damit habe ich gar nicht gerechnet." Bereits zwei Mal war er dicht an der Bestmarke dran, nun hat es geklappt. "Und das um unglaubliche zwei Sekunden", so Baldés Trainer Alois Gmeiner. "Das ist sein bislang größter sportlicher Erfolg."

Zumal die Saison bislang nicht optimal verlief. Zu Beginn des Jahres warfen verschiedene Infekte Baldé immer wieder zurück. Dazu kam die Gewöhnungsphase an den neuen Rollstuhl. "Am Anfang habe ich noch viel meinen alten Stuhl benutzt", so der 32-Jährige. "Aber mit dem neuen Rollstuhl kann ich länger hohes Tempo gehen." Mittlerweile hat er sich an das neue Gefährt gewöhnt, es wurde extra auf ihn angepasst. Ein Selbstläufer werden die kontinentalen Meisterschaften aber nicht. "Richard Chiassaro ist in dem Rennen Weltrekord gefahren. Der kommt aus Großbritannien und geht natürlich bei der EM an den Start", so Baldé. "Marcel Hug aus der Schweiz ist der Dominator in diesem Sport und dann gibt es noch zwei, drei weitere Konkurrenten, die ihre starke Leistung bringen werden."

Somit steht in den kommenden Wochen noch ein hartes Training bevor, ganz auf die Fußball-WM wird er aber nicht verzichten.