Eishockey im Fußballstadion

45.000 Fans beim Winter Game in Köln erwartet

Die DEG-Spieler beim Training in Köln.

Die DEG-Spieler beim Training in Köln.

Köln. Bei der vierten Auflage des DEL-Freiluft-Spektakels treffen die Kölner Haie am Samstag auf die Düsseldorfer EG. Mindestens 45.000 Zuschauer werden erwartet. Die Teams treffen die letzten Vorbereitungen.

Es gibt leichtere Aufgaben für ein Eishockeyteam, als am Freitagvormittag mit dem Bus zum und ins Rheinenergiestadion zu kommen. Wenn die Anreise der Düsseldorfer EG ein Omen für den Ausgang des Winter Games der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Samstag (16.30 Uhr/Sport 1) ist, dürfen sich die Kölner Haie freuen. Die Fahrt der Gäste dauerte nicht nur länger, als es die kurze Strecke vermuten lässt, der DEG-Bus passte auch nicht durch die Tiefgarageneinfahrt und musste vor dem Stadion an der Junkersdorfer Straße parken.

Ein solch besonderes Spiel wie die vierte Auflage des DEL-Spektakels, das vor mehr als 45.000 Zuschauern auch Liga-Topspiel und prestigeträchtiges rheinisches Derby ist, braucht eben auch seine ganz eigenen Herausforderungen. So spielt bei Freiluftveranstaltungen natürlich das Wetter seine Rolle. Acht Grad Celsius und Regen sind für Samstagnachmittag angesagt. Keine idealen Voraussetzungen für ein Eishockeyspiel, aber noch lange kein Grund von irregulären Bedingungen zu sprechen. „Es wird so sein, wie es ist und für beide Teams gleich. Wir hoffen alle auf das beste Wetter, aber wir beschäftigen uns nicht allzu sehr mit diesem Thema“, wiegelte Haie-Trainer Peter Draisaitl nach dem zweiten Training seiner Mannschaft auf dem Stadion-Eis ab. Sein Gegenpart aus Düsseldorf pflichtete ihm bei: „Wir kennen alle die Vorhersagen und kommen in der Hoffnung, dass es so bleibt, wie beim Training“, sagte Harold Kreis mit Hinweis auf den kaum störenden Sprühregen am Freitag.

Der DEG-Coach sieht – die Anreise-Problematik mal ausgenommen – trotzdem besondere Herausforderungen auf die Spieler zukommen. „Die Umkleidekabine, der Weg zum Eis, das Stadion und das Eis selbst. Es war gut, dass wir beim Training die etwas anderen Rahmenbedingungen zu greifen bekommen haben.“ Bedingungen, die zwar keine Auswirkungen auf die taktische Ausrichtung beider Teams haben werden, die aber von jedem einzelnen Akteur einen Anpassungsprozess erfordert. „Es kann für den Spielausgang mitentscheidend sein, wer mit den besonderen Bedingungen und der besonderen Kulisse besser zurecht kommt. Auf jeden Fall sollen es die Jungs auf dem Eis unter sich ausmachen“, vermutete Peter Draisaitl.

Ungewohnt sind zum Beispiel die veränderte Sichtverhältnisse, die durch die transparenten Banden und die Entfernung der Eisfläche zu den Zuschauern entstehen. „Die Banden machen den Puck sehr schnell und sind unberechenbar. Das Eis hingegen wird bei der Feuchtigkeit rasch langsamer“, berichtete Kreis von seinen ersten Erkenntnissen.

Die nasskalte Wetter spielt auch für Philip Gogulla eine Hauptrolle. Dem Rekordtorschützen der Haie, der nach seiner Ausbootung vergangenen Sommer in Köln seit dieser Saison für die DEG spielt und mit 37 Punkten (18 Tore/19 Vorlagen) Topscorer seines Teams ist, bereiten vor allem die Sichtverhältnisse Sorgen: „Neben den transparenten Banden werden auch unsere Visiere aus Plexiglas ständig anlaufen“, kündigt der 31-Jährige den ständigen Einsatz von Wischtüchern an. Eine neue Erfahrung für den Stürmer, obwohl er schon zwei Eishockeyspielen in Fußballstadien dabei war. Sowohl beim WM-Eröffnungsspiel 2010 auf Schalke als auch beim zweiten Winter Game 2015 in Düsseldorf waren nämlich die Dächer der Arenen geschlossen worden. „Für mich ist es also das erste Freiluftspiel. “

Da hat ihm sein Trainer etwas voraus. „Ich durfte 2013 beim Legendenspiel des Winter Games in Nürnberg ein wenig mit rumstolpern“, berichtete Harold Kreis, um anzufügen, was alle Beteiligten fühlen werden: „Ich bin dankbar, dass ich Teil dieses außergewöhnliches Spiels sein darf.“ Pascal Zerressen wird diese Ehre nicht zuteil. Der Verteidiger der Haie laboriert an einem Bänderriss und muss mit einem Platz auf der Tribüne des Rheinenergiestadions vorlieb nehmen. „Ich habe mit dem Spiel 2015 ja schon ein Winter Game in meiner Vita stehen“, versuchte er sich zu trösten. Als „Zetti“ dann aber von den Sprüchen und dem Mitgefühl seiner Teamkameraden berichtete, konnte er nicht mehr verbergen, wie bitter es ist, dass er dieses Ereignis mit den ganz besonderen Herausforderungen verpasst.