Sportler aus 36 Nationen

13.000 Läufer beim Bonn-Marathon erwartet

Der Bonn-Marathon zieht jedes Jahr Tausende von Läufern an.

Der Bonn-Marathon zieht jedes Jahr Tausende von Läufern an.

Bonn. Der 18. Deutsche Post Marathon wird am Sonntag rund 13.000 Teilnehmer anlocken. 
100.000 Liter Getränke und 25.000 Bananen stehen für die Läufer bereit.

Die Sonne scheint über der Kennedybrücke. Im Hintergrund sind einige Halbmarathonläufer noch am Anfang ihrer Strecke, haben gerade einen Kilometer zurückgelegt. Im Vordergrund steht eine Gruppe von Zuschauern. Mit ihrem Lachen strahlen sie mit der Sonne um die Wette, jeder von ihnen hat einen grünen Hut auf dem Kopf. Sie halten Tröten in der Hand, um möglichst viel Lärm machen zu können. Einer hat dafür keine Hand mehr frei. Er hält ein großes, buntes Plakat in die Höhe: „You never run alone“.

Diese Gruppe gehört zu den vielen Tausend Zuschauern, die unermüdlich die Teilnehmer des Deutsche Post Marathons anfeuern. Mit Zurufen, Plakaten mit motivierenden Sprüchen, Tröten oder ausgefallenen Kostümen beflügeln sie die Läufer und vermitteln diesen zumindest vorübergehend das Gefühl, als ob es sich von selbst liefe.

Die Strecke führt nach dem Start am Koblenzer Tor über die Kennedybrücke, rechtsrheinisch durch Beuel und später linksrheinisch am Posttower vorbei und über die B9 zurück in Richtung des Marktplatzes. Das Alte Rathaus ist am Sonntag (15. April) in Bonn das Ziel aller Läufersehnsüchte. Egal, ob sie die komplette Marathondistanz (42,195 Kilometer), die halbe oder eine Staffelteilstrecke bewältigt haben: Allen Zielankömmlingen steht die Freude ins Gesicht geschrieben, es geschafft zu haben.

Strecke größtenteils sehr flach

Die Strecke ist bis auf die Brückenüberquerungen sehr flach. Das erleichtert persönliche Bestleistungen und ermöglicht, dass auch Hobbyläufer die Strecke gut bewältigen können. „Der Post-Marathon möchte den Breitensport repräsentieren. Wir geben sowohl Hobbyläufern als auch Profiläufern eine Plattform. Es ist eine Veranstaltung in der Region für die Region“, sagt Kai Meesters, Sprecher des Veranstalters MMP Event. Auf die Verpflichtung von Spitzenläufern wird verzichtet. Meesters: „Wir wollen regionalen Sportlern Bewährungschancen geben.“ Und Chancen auf die Preisgelder eröffnen. Prämiert werden die jeweils drei Erstplatzierten in Marathon (auch in den Altersklassen) sowie Halbmarathon (nur Gesamteinlauf).

Eine Runde misst exakt 21,0975 Kilometer. Sie muss von den Marathonläufern zweimal absolviert werden. Der Grund, weshalb es für sie keine alternative Route gibt, ist in erster Linie organisatorischer Natur. „Die Marathonzahlen sind seit Jahren rückläufig. In Bonn dürften unter den zu erwartenden knapp 13 000 Teilnehmern erneut nur rund 1000 Läufer die volle Distanz in Angriff nehmen“, erläutert Meesters: „Unser Ziel ist es, am Veranstaltungstag die Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen im Rahmen zu halten. Der erhöhte Arbeitsaufwand und die Kostensteigerung, die durch eine alternative Strecke entstehen würden, wären in keinem Verhältnis zu der Teilnehmerzahl.“ Der Vorteil für das Publikum: Die Zuschauer bekommen durch die kompakte Strecke mehr von den Läufern zu sehen.

 

Verpflegungs-Angebot steigt

Obwohl der Deutsche Post Marathon seit Jahren von denselben Agenturen, MMP Event GmbH und MasterLogistics, mit einer gehörigen Portion Routine veranstaltet wird, kennt die Organisationsarbeit kaum eine Pause. „Nach dem Event ist vor dem Event“, sagt Meesters. Das liegt auch am eigenen Anspruch. „Wir wollen den Marathon stetig verbessern und sowohl den Zuschauern als auch den Läufern ein schönes Rahmenprogramm bieten.“ Die Pläne werden daher stetig überarbeitet, die Absprachen mit der Stadt und der Polizei sind engmaschig. Neben den 1500 Helfern, die von verschiedenen Vereinen gestellt werden, werden am Sonntag 160 bis 180 Rettungskräfte und zahlreiche Polizisten im Einsatz sein.

In puncto Verpflegung steigert sich das Angebot beim Marathon stetig. Speisekarten gibt es im Verpflegungsdorf hinter dem Ziel, wo auch frisch gegrillte Würstchen zum Angebot zählen. Mit diesem ungewöhnlichen Angebot hat sich Bonn in den letzten Jahren als Vorreiter profiliert und den Ruf als Genuss-Marathon erworben.

13.000 Läufer aus 36 Nationen

„Wir möchten den Teilnehmern die bestmögliche Verpflegung anbieten“, verspricht Meesters. Bei warmen Temperaturen würden deshalb auch zusätzliche Versorgungsstationen beim Lauf angeboten. Wir reagieren auf äußere Umstände“, so der Marathon-Sprecher. Angesichts der voraussichtlichen Höchsttemperaturen von 19 Grad am Marathontag werden mindestens sechs Versorgungstationen entlang der 21,095-km-Runde aufgebaut sein. Insgesamt werden im Laufe des Tages rund 100.000 Liter Getränke in 162.000 Bechern ausgeschenkt und 25.000 Bananen verteilt. Hochdruckwetter ist für die Veranstalter längst keine Überraschung mehr. Seit die Deutsche Post Sponsor des Marathons ist, strahlt die Sonne unermüdlich, passend zu den sonnengelben T-Shirts.

Diesmal werden rund 13.000 Läufer aus 1545 verschiedenen Orten und 36 Nationen erwartet. Der eingangs erwähnte Plakatspruch könnt nicht passender sein: „You never run alone“.