Nach dem Unfalltod von Erik Meijs

1. BC Beuel und der schwere Weg zurück in die Normalität

BONN. Badminton-Bundesligist BC Beuel bestreitet an diesem Dienstag gegen Lüdinghausen sein erstes Punktspiel nach dem Unfalltod von Erik Meijs. Die Punkte aus dem Spiel gegen Mülheim wurden aberkannt.

Der 1. BC Beuel kommt derzeit nicht zur Ruhe. Die tragischen Umstände des Todes von Erik Meijs sind an vielen Badminton-Fans und -Spielern nicht spurlos vorüber gegangen. Hunderte Menschen verabschiedeten sich am Freitag in den Niederlanden bei der emotionalen Trauerfeier von dem beliebten Spieler und Trainer. Viele nahmen in den sozialen Netzwerken von dem gebürtigen Niederländer, der im Alter von nur 26 Jahren an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls gestorben war, Abschied.

Ein paar Tage vor seinem Tod machte Erik Meijs das letzte Bundesligaspiel für den 1. BC Beuel. Gegner in Mülheim war der dortige 1. BV. Der etatmäßige Einzelspieler absolvierte bei dem Auswärtsspiel am 11. November das Herrendoppel zusammen mit Max Weißkirchen, das Duo gewann. Meijs trat wegen Rückenschmerzen dann aber nicht mehr im Herreneinzel an. Statt Meijs spielte Luis Aniello La Rocca aus der zweiten Beueler Mannschaft gegen Niluka Karunaratne (32) aus Sri Lanka. La Rocca verlor deutlich in drei Sätzen.

La Roccas Einsatz zog nun überraschende Konsequenzen nach sich. DBV-Staffelbetreuer Bernd Mohaupt nahm eine Umwertung des Spiels vor. Heißt: Statt des 4:3-Sieges der Beueler, damit zwei Pluspunkten und einer unbefleckten Weste in der Tabelle, bedeutete die Umwertung eine 0:7-Niederlage mit 0:21-Sätzen und 0:321-Spielpunkten. Begründung: Der Spieler Luis La Rocca sei nicht für die erste Mannschaft gemeldet gewesen.

Regelung unglücklich

Maximilian Schneider findet die Regelung unglücklich, „da wir uns mit Luis' Einwechselung keinen Vorteil verschaffen wollten“, so der Bundesliga-Manager vor dem Spiel am Dienstag gegen Union Lüdinghausen. Vielmehr habe man den Zuschauern ein Match präsentieren wollen, statt es durch das Nichtantreten von Erik Meijs abzuschenken. Überhaupt nicht nachvollziehen kann der Mannschaftsmanager, „warum es für erste und zweite Liga zwei Ranglisten geben soll und ein Spieler separat gemeldet werden muss“.

Bisher hat sich der Club aber noch nicht näher mit der Problematik befasst. Schneider: „Aktuell beschäftigt uns ein anderes Thema mehr.“ Wie nämlich geht die erste Mannschaft mit der belastenden Situation um? Meijs war Kapitän, Teamkollege und Freund – der Verlust des beliebten Mitspielers hat alle Mannschaftskameraden tief bewegt. „Es wird schwierig, zurück in den Alltag zu finden und am Dienstag eine angemessene Mischung aus Gedenken und Wettkampf zu finden“, sagt Schneider. „Wir werden auf Showelemente verzichten, eine Gedenkminute abhalten und komplett in schwarzer Spielkleidung auflaufen.“

Auch sportlich ist Meijs nicht zu ersetzen. Eine Nachverpflichtung ist nicht möglich, das lassen die Regularien nicht zu. So kommt es nun auf alle Herren der Ersten an, ausfallen darf keiner: Marc Zwiebler und Max Weißkirchen werden im Doppel und Einzel im Einsatz sein, der Engländer Peter Briggs spielt Doppel und Mixed, Akshay Dewalkar nur Doppel.

Heimspiel gegen Lüdinghausen

Wie gefestigt das Team ist, wird sich an diesem Dienstag zeigen. Um 19 Uhr beginnt das Heimspiel gegen Lüdinghausen (Erwin-Kranz-Halle, Limpericher Straße 141). Das Team aus dem Münsterland hat in dieser Saison bislang vier von fünf Spielen gewonnen und sich laut Schneider klug mit Kai Schäfer (aus Düren) verstärkt.

Auch die Ex-Beuelerin Eva Janssens schlägt jetzt für Union auf. „Für sie wird es sicher auch ein besonderes Spiel“, meint der Manager. Er erwartet nicht nur im Damen-Duell zwischen Luise Heim und Yvonne Li wie schon in der Vergangenheit ein enges Match, sondern auch insgesamt ein knappes Ergebnis – so oder so.