Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Ein junger Mann aus Albanien hat eine mehr als 22 Jahre lange Negativserie des 1. FC Köln beendet. Denn dank des ersten Bundesligatreffers von Odise Roshi erstürmten die Rheinländer am Sonntag erstmals seit Dezember 1989 wieder den Betzenberg. Durch das 1:0, den ersten Sieg des Jahres 2012, kletterte der FC am Ende einer Woche "mit großem Theater", wie es Trainer Stale Solbakken formulierte, zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf den neunten Tabellenplatz. Außerdem verschaffte man sich etwas Luft im unglaublich engen Kampf um den Klassenerhalt.
"Das war heute die Fortsetzung unseres Aufwärtstrends der Rückrunde. Denn auch bei den Niederlagen in Wolfsburg und gegen Schalke hat die Mannschaft gute Ansätze gezeigt, hat sich dafür nur leider nicht belohnt. Das ist ihr heute geglückt", freute sich der FC-Trainer.
Ihm war es gelungen, die Mannschaft nach den beiden Auftaktniederlagen wieder aufzurichten und den Spielern Selbstvertrauen zu geben. Denn von Beginn an waren die Gäste die druckvoller agierende und torgefährlichere Mannschaft. "Köln war vom Anpfiff weg besser im Spiel nach vorne. Was wir uns vorgenommen hatten, setzten sie um. Deshalb war der Sieg auch vollauf verdient", lobte FCK-Trainer Marco Kurz.
Zunächst aber scheiterten die Gäste bei ihren Torschussversuchen. Slawomir Peszko rutschte der Ball freistehend vor dem Tor über den Fuß (13.), Kevin McKenna traf mit einem Kopfball (23.) den rechten Pfosten, und Henrique Sereno jagte einen Volleyschuss (26.) über das rechte Toreck. Da hätte es gepasst, wenn der Schuss nach hinten losgegangen wäre. Doch Michael Rensing rettete mit einem Hechtsprung und seiner mächtig ausgestreckten rechten Hand bei einem Kopfball von Itay Shechter (37.) seine Farben vor einem Rückstand.
Drei Minuten später gab es dann den nächsten Aufreger auf FCK-Seite: Debütant Ariel Borysiuk, einer von vier Wintereinkäufen der Lauterer in der Startformation, sah nach einem Tritt gegen seinen polnischen Landsmann Slawomir Peszko von Schiedsrichter Wolfgang Stark die zweite Gelbe und folglich die Rote Karte. "Das war knallhart", meinte sein Trainer.
"Da kamen bei uns natürlich ungute Erinnerungen an das Vorjahr auf. Da führten wir sogar mit 1:0, dann sah ein Lauterer Rot, und am Ende waren wir froh, noch ein 1:1 erreicht zu haben", meinte Milivoje Novakovic. Der hatte in der 54. Minute auch ins gegnerische Tor getroffen, stand allerdings im Abseits, weshalb der Treffer keine Anerkennung fand.
Besser machte es dann Odise Roshi. In der 70. Minute zusammen mit Mikael Ishak eingewechselt, hatte er Sekunden später mit seinem ersten Ballkontakt den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch sein Linksschuss wurde noch knapp um den linken Pfosten abgewehrt. Die folgende Ecke aber zirkelte Christian Clemens schön vors Tor, wo Roshi aus vier Metern in der 72. Minute einköpfte. FCK-Torwart Kevin Trapp, der unmittelbar zuvor am rechten Auge behandelt worden war, blieb nur das Zuschauen.
"Nach seinem Tor ist Odise so viel gelaufen und hat so viel gejubelt, dass er für die restlichen 15 Spielminuten keine Kraft mehr hatte und nicht mehr auf dem Platz zu sehen war. Er wollte wohl ganz Albanien anrufen und erzählen, dass er sein erstes Tor für uns gemacht hat", ulkte FC-Coach Stale Solbakken.
Bei aller Freude über den Erfolg warnte der Trainer davor zu glauben, dass es nun einfacher werde. Die Mannschaft sei zwar als starke Einheit aufgetreten und habe kämpferisch und spielerisch überzeugt. Aber es werde auch in Zukunft weiter Endspiele und Phasen mit Unruhe und Theater im Verein geben. "Deshalb", so Stale Solbakken, "ist es wichtig, nie die Geduld zu verlieren und immer positiv zu denken. Denn die Mannschaft hat das Potenzial für gute Leistungen wie heute."
Artikel vom 06.02.2012