Kommentar: Ein mutiger Schritt | GA-Bonn

Kommentar: Ein mutiger Schritt

Der Schuldige ist immer der Trainer. So lautet gemeinhin das Urteil, wenn es um Konsequenzen für schwache Mannschaftsleistungen geht.

Vor allem wenn der Klassenerhalt gefährdet ist, greifen die Vereine zur Trainerentlassung. Welche Möglichkeiten blieben ihnen auch sonst, um die erhoffte Trendwende doch noch einzuleiten?

Beim 1. FC Köln ist man am Sonntag, anders als zum gleichen Zeitpunkt bei den Nachbarn in Leverkusen und Aachen, einen anderen Weg gegangen. Stale Solbakken zu halten, war mutig. Aber das Spiel mit dem Feuer ist wohl auch aus der Not geboren. Denn hätte Claus Horstmann nach Sportdirektor Volker Finke auch noch den Trainer entlassen, hätte er gleich mitgehen können. Schließlich wollte er mit diesem Duo den Verein in eine bessere Zukunft führen. Stattdessen steht er jetzt am Abgrund.

Im Abstiegsfall würde der Spielerkader völlig auseinander brechen, würde man Millionenbeträge an Spielervermögen verbrennen. Allein beim bevorstehenden Transfer von Lukas Podolski zum FC Arsenal sollen dann nur noch sechs bis zehn statt fast 15 Millionen Euro fließen.

Wenn sich Claus Horstmann schützend vor Stale Solbakken stellt und die Entlassung von Volker Finke als "vielleicht zu spät" bezeichnet, dann tut er das nicht nur aus Überzeugung. Sonst hätte er sich nicht 23 Stunden Zeit lassen müssen mit der Erklärung, am Trainer festzuhalten.

Zusammen mit ihm muss er hoffen, dass endlich der erhoffte Ruck durch die Mannschaft geht und sie den Kopf aus der Schlinge zieht. Sonst sind neben Solbakken am Saisonende womöglich auch Horstmann und das auserkorene Präsidium von der Bildfläche verschwunden.

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