Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Denn letztes Wochenende wurde in Kaiserslautern bereits das vierte der fünf sonntäglichen Spiele gewonnen. "Ich habe nichts dagegen, wenn es gegen den HSV auch so ausgeht", meinte Stale Solbakken.
"Eigentlich sollte es für jeden Bundesligisten nur vier oder fünf Sonntagsspiele pro Saison geben. Das hatte die Deutsche Fußball Liga so geplant. Für uns werden es mindestens neun sein, davon fünf vor eigenem Publikum. Das ist wirtschaftlich schon ein Nachteil", erklärte Claus Horstmann. Schließlich sei der Sonntag mehr den Familien vorbehalten als der klassische Samstagspieltag. Das sei an den Besucherzahlen stets abzulesen. Auch gestern waren noch Karten für das HSV-Spiel in allen Kategorien erhältlich.
Über solche Probleme macht sich Stale Solbakken weniger Gedanken. Für den Trainer stehen die sportlichen Aspekte gegenüber den wirtschaftlichen im Vordergrund. Da entspannt sich die personelle Lage wieder etwas.
Zwar fehlt Torjäger Lukas Podolski weiter - er soll am Wochenende aber erstmals nach seinem Bänderanriss wieder das Lauftraining aufnehmen -, doch gehört Ammar Jemal nach der Rückkehr vom Afrika Cup wieder zum Kader.
Der Tunesier oder der in den letzten Spielen recht sicher wirkende Kevin McKenna, der in Kaiserslautern sein 100. Bundesligaspiel absolvierte, werden neben Abwehrchef Pedro Geromel die Innenverteidigung bilden. Solbakken hatte sich bereits gestern festgelegt, wollte die Entscheidung aber noch nicht publik machen. Während für Jemal dessen Ruhe und sein starker linker Fuß sprechen würden, lobte der Trainer bei McKenna dessen Kopfballstärke und seine Führungsqualitäten.
Der von Young Boys Bern ausgeliehene Ammar Jemal möchte im Übrigen über die Saison hinaus beim FC bleiben. Da dies auch im Sinn der sportlichen Leitung des Clubs ist, will man die entsprechende Option ziehen. Weil auf die im Raum stehende Ablösesumme von zwei Millionen Euro die Ausleihgebühr von rund 500 000 Euro angerechnet würde, wäre der zweikampfstarke Verteidiger im Sommer für 1,5 Millionen Euro zu haben. Solche Planungen müssen zwar jetzt schon in Angriff genommen werden, Trainer Solbakken aber richtete gestern den Blick ausschließlich auf die Partie gegen den HSV. Das Hinspiel hatte der FC zum ersten Saisonsieg genutzt, als ein 2:3-Rückstand in der Schlussphase noch in einen 4:3-Erfolg umgewandelt wurde.
Auch jetzt erwartet Solbakken wieder einen knappen Ausgang, bei dem er die Siegchancen ausgeglichen sieht. "Eine Torhüterparade oder ein Torschuss können solch ein Spiel entscheiden", mag er keine Euphorie verbreiten, wehrt sich jedoch auch gegen Pessimismus: "Wir müssen den Ball ruhig in unseren Reihen halten. Es ist ein Heimspiel für uns. Da müssen wir nicht Angst haben, sondern positiv denken."
Die voraussichtlichen Aufstellungen, Köln: Rensing; Sereno, McKenna (Jemal), Geromel, Eichner; Lanig, Riether; Clemens, Jajalo, Peszko; Novakovic.
Hamburg: Drobny; Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo; Kacar, Jarolim; Sala, Jansen; Petric, Guerrero.
Artikel vom 11.02.2012