Olympischer Stichtag

Vancouver 2010: Der goldene Björndalen

Ole Einar Björndalen hat auch passiv Gefallen an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gehabt: Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen.

Ole Einar Björndalen hat auch passiv Gefallen an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gehabt: Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen.

Vancouver. Acht Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille hat Ole Einar Björndalen bei Olympischen Spielen eingesammelt. Bis zum Sonntag war er der erfolgreichste Winter-Olympionike. Jetzt wurde er von Marit Björgen abgelöst.

Bis zu diesem Sonntag war Ole Einar Björndalen noch der erfolgreichste Winter-Olympionike aller Zeiten – nach dem Sieg von Marit Björgen im 30-Kilometer-Langlauf von Pyeongchang ist er „nur noch“ der erfolgreichste Mann: mit acht Gold- und vier Silbermedaillen sowie einer bronzenen Plakette liegt der norwegische Biathlet in dieser Reihenfolge genau einen dritten Platz vor seinem Landsmann, dem Langläufer Björn Daehlie. Björgen hat nun ebenfalls acht Gold- und vier Silber-, aber drei Bronzemedaillen.

Daehlie hatte seine große Zeit in den 90er Jahren, als er gemeinsam mit seinem Landsmann Vegard Ulvang die Langlaufszene beherrschte. Je dreimal wurde er Olympiasieger in Albertville 1992 und Nagano 1998. In Lillehammer 1994 war er zweimal erfolgreich. Dort in seiner norwegischen Heimat trat erstmals Biathlet Ole Einar Björndalen in olympischen Rennen an – allerdings noch ohne zählbare Erfolge. „Beste Platzierung“ war ein enttäuschender siebter Platz als Startläufer der Staffel. Doch in den Jahren danach reihte Björndalen einen Sieg an den anderen, gewann allein vier Mal Gold in Salt Lake City 2002, siegte nach einer achtjährigen Durststrecke (was Olympiagold angeht) mit der norwegischen Staffel an diesem Montag vor acht Jahren in Vancouver und war auch in Sotschi 2014 zwei Mal erfolgreich – als 40-Jähriger.

Ohne seine akribische Vorbereitung auf die Wettkämpfe hätte der Asket Björndalen nicht so viele Erfolge feiern und zwei Jahrzehnte in der Weltspitze aktiv sein können. Dirk Schmidtke erinnerte in dem Olympiabuch „Sotschi 2014“ an einen Witz, der viel über Björndalen und seine Arbeitsethik aussagt: „Frage: Wo feiert Björndalen seinen Sieg? Antwort: Auf dem Fahrrad-Ergometer.“ So gewann er noch als 43-Jähriger im vorigen Jahr WM-Bronze in der Verfolgung. 

Doch Björndalen hatte immer noch nicht genug, strebte in Pyeongchang seine siebte Olympiateilnahme an, hatte aber nicht mehr die Form der Vorjahre. Ein 18. Platz im Weltcup als bestes Resultat – das reichte im starken norwegischen Biathlon-Team nicht für die Qualifikation. Er selbst glaubte zwar immer noch daran und meinte Mitte Januar: „Ich glaube, ich hätte in Form kommen können bis Olympia.“ Doch die Verantwortlichen sahen das anders. „Er hat die Bedingungen leider nicht erfüllt, und es gibt andere Läufer in die Mannschaft, die sich besser präsentiert haben“, meinte NOK-Sportchef Tore Övrebö. Und so war er „nur“ als Betreuerin für seine weißrussische Ehefrau Darja Domratschewa in Südkorea dabei – aber das bei je einmal Gold und Silber höchst erfolgreich.