Tour-Auftritt als Hoffnungsfunken für DSV-Langläufer

Val di Fiemme.  Tobias Angerer hat am gefürchteten Alpe Cermis die Rückkehr unter die besten zehn Skilangläufer der Welt verpasst. Der Routinier aus Vachendorf fiel bei der Tour de Ski in Val di Fiemme vom neunten auf den 15. Platz zurück, war damit aber bester DSV-Läufer.
Alexander Legkow war bei der Tour de Ski nicht zu schlagen. Foto: Hendrik Schmidt Foto: DPA

Bei den Frauen gelang dies der Oberstdorferin Katrin Zeller, die mit Rang zehn in der Gesamtwertung erneut ihr Leistungsvermögen ausschöpfte. Als Tour-Sieger wurden die Polin Justyna Kowalczyk sowie Alexander Legkow aus Russland gefeiert. Kowalczyk, die ihren vierten Sieg in Serie bejubelte, war mit einem Gesamtpreisgeld von 94 413 Euro die Top-Verdienerin aller 180 gestarteten Langläufer.

"Es ist zwar nicht alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten, doch wir können die Tour de Ski als Erfolg verbuchen. Katrin Zeller hat bewiesen, wozu sie in der Lage sein kann. Denise Herrmann hat mich täglich neu überrascht. Tobi Angerer hat seine Kanada-Form rechtzeitig während der Etappen zurückgefunden und mit Andy Kühne hat erneut ein Läufer aus der zweiten Reihe seine Chance genutzt und das WM-Ticket erkämpft", analysierte Bundestrainer Frank Ullrich die zehntägige Tour. Dass mit Tim Tscharnke, Axel Teichmann und schließlich auch Nicole Fessel drei Leistungsträger des Teams krankheitsbedingt ausfielen und Jens Filbrich trotz starker Auftritte letztlich vom Pech verfolgt war, wertete Ullrich als negative Ereignisse.

Angerer war am Ende mit seinem Tour-Auftritt zufrieden, auch wenn der Berg mehr schlauchte als vermutet. "Ich war mittendrin so fertig, über den roten Bereich hinaus. Ich hätte stehenbleiben können und hätte es nicht mal gemerkt", erzählte der Vachendorfer. Sein Fazit aber war positiv: "Ich habe mich zurück in die Tour gekämpft, habe auf der WM-Strecke mit Platz fünf Akzente gesetzt. Ich lasse mir das gute Gefühl auch von dem schlechten Ergebnis auf der letzten Etappe nicht kaputtmachen."

Katrin Zeller war erschöpft und überglücklich. "Ich bin überaus erleichtert. Mein Ziel war es schon, wieder unter die Top Ten zu kommen, doch dieses Ziel war während der Tour schon in fast unerreichbare Ferne gerückt. Dass es noch geklappt hat, ist unheimlich schön", meinte die Allgäuerin, die im vergangenen Jahr Gesamtsechste geworden war. Bereits nach den beiden Oberstdorf-Etappen hatte sie einen großen Rückstand. "Doch nach dem 15 Kilometer-Rennen in Toblach, als ich die beste Zeit schaffte, war die Angriffslust wieder da. Am Berg war ich dann meist ganz allein, aber an den zehnten Platz habe ich dennoch nicht geglaubt", meinte die 33-Jährige, die nach diesem positiven Erlebnis nun an die WM im Februar denkt.

"Wir wollen es den Skandinaviern vor allem in der Staffel zeigen und sie etwas ärgern. Persönlich wäre für mich ein Platz unter den besten 15, vielleicht sogar unter den besten zehn im 10-Kilometer-Freistilrennen ein großer Erfolg", sagte sie.

Mit Denise Herrmann hat der deutsche Skilanglauf nun wieder eine Läuferin mit großer Perspektive. "Ich wollte bei der Tour schon ganz gern das eine oder andere Mal unter die besten 15 kommen, aber Gesamtplatz 13 war nicht mal ein Traum", meinte die Oberwiesenthalerin. Zwar wurde sie nach zwei vierten Rängen Schritt für Schritt zurück gereicht, doch das war eine logische Konsequenz.

"Ich habe zum ersten Mal in meinem Sportlerleben so viele Wettkämpfe in so kurzer Zeit absolviert. Das geht über die Kräfte, ist aber eine tolle Erfahrung", sagte die 24-Jährige, die nichts von dem Begriff "neue Vorzeigeläuferin" wissen will. "Es wird auch wieder schlechtere Ergebnisse geben. Ich lasse mir von außen keinen Druck aufbauen, will mich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Solche Leistungen wie jetzt müssen irgendwann aber mal zum Standard werden", bemerkte sie selbstbewusst.

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