Löw kritisiert: Gab Spieler, die keinen Ball wollten

Berlin.  Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat eine gewisse Passivität mancher Nationalspieler in gewissen Situationen angeprangert.
Joachim Löw hat eine gewisse Passivität bei einigen DFB-Spielern ausgemacht. Foto: Julian Stratenschulte
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Joachim Löw hat eine gewisse Passivität bei einigen DFB-Spielern ausgemacht. Foto: Julian Stratenschulte Foto: DPA

Löw beklagte mit Blick auf die Analyse der Partien gegen Frankreich (Testspiel/1:2), bei der EM gegen Italien (1:2) und in der WM-Qualifikation gegen Schweden (4:4 nach 4:0-Führung): "Das war leider eine Art Grundmuster bei uns."

Löw und auch Teammanager Oliver Bierhoff bemängelten, dass die deutsche Mannschaft bei einer taktischen Veränderung des Gegners den eigenen Rhythmus verliere. Löw, der in verschiedenen Interviews am Wochenende durchaus auch eigene Fehler einräumte, wurde deutlich. "In solchen Situationen gibt es bei uns immer wieder Spieler, die sich nicht mehr freilaufen, die den Ball nicht mehr fordern", erklärte er der "Süddeutschen Zeitung".

Beispielhaft nannte er Spielsituationen, wenn der Gegner zehn oder fünfzehn Meter weiter vorrücke. Dabei wären die Automatismen doch eigentlich dieselben, befand Löw: Mann könne den Ball genauso weiter hinten rausspielen, "wie wir das trainiert haben. Wenn man wirklich will!". Stattdessen entdeckte Löw in der Nachbetrachtung und Auswertung der denkwürdigen Partie in Berlin gegen Schweden "Spieler bei uns, die sich eine halbe Minute lang gar nicht mehr bewegen", so der Nationalcoach in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" und der "Berliner Zeitung".

Löws Erkenntnis: "Wir reagieren auf Unwägbarkeiten noch nicht angemessen." Die Mannschaft müsse während eines Spiels in der Lage sein, den Rhythmus zu ändern, "um Kontrolle auszuüben", sagte Bierhoff in einem Interview dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Seiner jungen Mannschaft, die mit ihrem schnellen Kombinationsfußball die Fußball-Fans mehr als einmal zu begeistern wusste, vergesse manchmal, "die gelbe Warnlampe einzuschalten". Man müsse nicht immer glänzen, sondern auch mal clever und sachlich weiterspielen.

Wenn man nach ganz oben an die Spitze kommen wolle, "müssen wir noch konzentrierter, noch dominanter und noch effektiver werden", forderte Bierhoff, Europameister von 1996. Aber keiner könne seriös vorhersagen, dass es 2014 mit dem so ersehnten WM-Titel in Brasilien klappt, betonte der Ex-Profi.

Das Zeug dazu hat die Mannschaft seiner Meinung nach. "Natürlich wollen und können wir aber den Titel holen." Für Löw wäre der Triumph im Land des Rekordchampions das Nonplusultra. "Es gäbe nichts Größeres für mich, als 2014 in Brasilien Weltmeister zu werden", bekannte Löw.

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