Deutsche Teams in Europa League im Aufschwung

Berlin.  Der Aufschwung der deutschen Teams in Europa nimmt historische Dimensionen an. Bei Hannover 96 und Bayer Leverkusen haben die Planungen für die K.o.-Runde frühzeitig begonnen, der VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach liegen im Kampf um die Zwischenrunde gut im Rennen.
Hannover 96 kann schon für die K.o.-Runde planen. Foto: Jochen Luebke
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Hannover 96 kann schon für die K.o.-Runde planen. Foto: Jochen Luebke Foto: DPA

Nach der Gala des deutschen Champions- League-Trios wahrte auch das Quartett in der Europa League die Chance auf einen nie dagewesenen Erfolg. Erstmals könnten gleich sieben Bundesliga-Clubs im internationalen Wettbewerb überwintern. Zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase stehen die deutschen Vereine auch in der Fünf-Jahres-Wertung so gut da wie lange nicht mehr.

Bis die vorzeitige Qualifikation für die Runde der besten 32 Teams wie schon im Vorjahr geschafft war, musste Hannover beim glücklichen 3:2 (1:0) über Helsingborgs IF jedoch lange zittern. In einer turbulenten Schlussphase erlöste erst der Ungar Szabolcs Huszti (90.+1 Minute) mit einem verwandelten Foulelfmeter das Team von Mirko Slomka. "Ein schöner Sieg war es nicht, aber die Freude wird kommen", kommentierte der 96-Trainer. "Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir wie im Vorjahr in der Europa League überwintern können."

So weit ist Gladbach nach dem 2:2 (1:0) bei Olympique Marseille zwar noch nicht, dennoch herrschte durch den Ausgleich von Juan Arango in der Nachspielzeit endgültig Heimspiel-Atmosphäre im Stade Velodrome. "Das war unglaublich, was hier im Stadion los war. Das hat uns enorm motiviert. Wir sind froh, dass wir den Fans einen Punkt schenken konnten", meinte Borussen-Profi Thorben Marx. Mit dem Remis behielten die Gladbacher im Direktvergleich gegen die punktgleichen Franzosen (beide 5) die Nase vorn und haben den Sprung in die K.o.-Phase in den abschließenden Gruppenspielen gegen AEL Limassol (1) und bei Fenerbahce Istanbul (10) selbst in der Hand.

Dank seiner Erfolgsgaranten Vedad Ibisevic und Sven Ulreich braucht auch der VfB Stuttgart nach dem hart erkämpften 2:0 (0:0) beim FC Kopenhagen nicht mehr auf fremde Hilfe hoffen. "Gott sei Dank hat Vedad den Schlüssel gefunden", lobte Sportdirektor Fredi Bobic Ibisevic für dessen entscheidendes 1:0 (76.).

Schon vor dem späten zweiten VfB-Treffer durch Martin Harnik (90.+2) hatte Keeper Ulreich sein Team "im Spiel gehalten", wie Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia lobte. Mit dem ersten Erfolg gegen den dänischem Vizemeister (4) kletterten die Schwaben (5) auf den zweiten Rang hinter Steaua Bukarest (10), dürfen sich aber bei den Rumänen und gegen Molde FK (3) kaum noch einen Ausrutscher erlauben.

Für Leverkusen gerät der Abschluss der Gruppenphase hingegen zu einem besseren Warmlaufen für größere Aufgaben. Nach dem 3:0 (1:0) gegen Rapid Wien will der Werksclub den Schwung mit in die Bundesliga nehmen und könnte zum Bayern-Jäger Nummer Eins werden. "Wir verbessern uns kontinuierlich, ziehen unser Ding gegen jeden Gegner durch", sagte Nationalspieler André Schürrle zur Erfolgsserie mit fünf Pflichtspielsiegen in Serie. "Gewinnen tut natürlich gut."

Auch für das UEFA-Ranking. Dank der Ausbeute im zweitklassigen UEFA-Cup-Nachfolger und dem Bayern-Sieg sowie den Unentschieden von Borussia Dortmund und Schalke 04 in der Königsklasse machten die deutschen Clubs weiter Boden auf die zweitplatzierten Engländer gut. Der Rückstand verringerte sich auf 4,492 Zähler. Angeführt wird die Wertung weiter von Spanien. Italien auf Platz vier der Rangliste liegt bereits 13,229 Punkte hinter Deutschland zurück.

In der laufenden Saison verbuchte die Bundesliga bisher 8,357 Punkte - mehr als jedes andere Land. Und die Chance auf weitere Punkte durch das erste Septett, das sich im Jahr der Finals noch im Wettbewerb befinden könnte, ist groß. In der Saison 2009/10 überwinterten letztmals sechs deutsche Clubs. Bei Betrachtung der damaligen vier Vereine in der Europa League - neben den Champions-League-Teilnehmern Bayern und Stuttgart - zeigt sich die veränderte Fußball-Landschaft im Land des dreimaligen Weltmeisters: VfL Wolfsburg, Werder Bremen, Hamburger SV und Hertha BSC.

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