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DTM-Neuzugang Glock: Von Siegen "noch nicht sprechen"
Von Maximilian Haupt, dpa
München. Alles neu für Timo Glock. Der ehemalige Formel-1-Pilot freut sich aber auf die neue Aufgabe in der DTM. Eine Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports schließt er nicht aus.
Bei einem Pressegespräch formulierte Timo Glock zurückhaltende Ziele. Foto: Frank Leonhardt Foto: DPA
Ockergelb, Baujahr 1955, in der starken Version mit 13 PS - die BMW-Isetta gefiel Glock. "Da bin ich leichter reingekommen, als in den M3", meinte der DTM-Neuzugang während seines Rundgangs durch das BMW-Museum. An ein Dach über dem Kopf, einen Scheibenwischer im Blickfeld und die vielen Streben in seinem neuen Dienstwagen muss sich der 30-Jährige erst noch gewöhnen. "In das Auto einzusteigen war ein bisschen wie ein Tetrisspiel, ich musste mich da verbiegen", scherzte der Rennfahrer über die Erfahrungen bei den Testfahrten in Valencia - seinen ersten im Deutschen Tourenwagen Masters.
Vor etwas mehr als einer Woche war Glock noch ein Formel-1-Pilot, angestellt beim Rennstall Marussia. Weil aber das Geld im Team knapp wurde, trennten sich die Wege trotz eines bis Ende 2014 laufenden Vertrags. "Die sind offen mit mir umgegangen", berichtete Glock von Andeutungen schon vor dem Jahreswechsel.
Und da der Kontakt zu BMW, für die er in der Formel 1 als Testpilot und davor schon in der Formel BMW ADAC unterwegs war, über die Jahre nie abgerissen sei, ging dann alles schnell. Montag der offizielle Abschied von Marussia, Mittwoch DTM-Testfahrten für BMW, Freitag Bekanntgabe der Zusammenarbeit. Die im Raum stehende Vertragslaufzeit von drei Jahren wollte Glock bei seinem ersten öffentlichen Auftritt für BMW allerdings nicht bestätigen. "Über Verträge, wisst ihr ja, darf ich nie was sagen", antwortete der in Jeans und weißem BMW-Hemd gekleidete Heimkehrer.
Abgeschlossen hat Glock mit dem Kapitel Formel 1 aber offenbar noch nicht. "Ich freue mich auf die Zukunft und eine große Herausforderung", sagte er, sprach wenige Minuten später, angesprochen auf eine Rückkehr in die Königsklasse, aber auch diese Sätze: "Im Moment fokussiere ich mich auf das, was vor mir liegt. Was in den nächsten paar Jahren ist, warten wir mal ab und schauen."
Für die neue Saison zumindest steht der Fahrerkader von BMW - im Gegensatz zu Audi und Mercedes, die etwas mehr als 13 Wochen vor dem Saisonauftakt in Hockenheim noch mindestens ein Cockpit zu besetzen haben. Neben Glock treten in der kommenden Saison Titelverteidiger Bruno Spengler, Martin Tomczyk, Dirk Werner, Augusto Farfus, Joey Hand, Andy Priaulx und der intern aufgestiegene Marco Wittmann auf das Gaspedal des M3 DTM - ein beeindruckendes Paket.
Mit Kampfansagen an die Konkurrenz hielt sich Glock aber zurück. "Von Siegen will ich noch nicht sprechen, da gab es jede Menge Formel-1-Kollegen, die sich da schwergetan haben", sagte der in der Schweiz lebende Odenwälder. "Aber ich versuche, die Statistik aufzubessern."
Einer jedoch sollte sich besser warm anziehen. Im Gegensatz zu den meisten seiner neuen Kollegen im Fahrerlager kennt Glock Audi-Pilot Timo Scheider schon länger - und erzählt mit einem Augenzwinkern von SMS nach der Wechselbekanntgabe. "Ich habe ihm gesagt, er soll sich bei seinem Audi hinten die Heckschürze verstärken lassen." Lieber jedoch wäre Glock sicherlich, wenn er sich darum keine Gedanken machen müsste - weil er selbst an der Spitze fährt. Die 13 PS der Isetta reichen dafür allerdings nicht.
Artikel vom 29.01.2013
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