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Amerell wohl an Herzinfarkt gestorben
Von Michael Brehme, dpa
München. Auch nach Manfred Amerells Tod hat der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger den langjährigen Rechtsstreit mit dem ehemaligen Schiedsrichter-Sprecher nicht vergessen.
Manfred Amerell ist in München in einer Wohnung tot aufgefunden worden. Foto: Andreas Gebert Foto: DPA
Der Fall Amerell/Kempter und dadurch ausgelöste Ermittlungen gegen Top-Referees wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung hatten Zwanziger während seiner Amtszeit immer wieder beschäftigt - und zeitweise sogar in Bedrängnis gebracht. "Die Nachricht macht betroffen. Manfred Amerell war zwei Jahre jünger als ich", sagte der 67 Jahre alte Zwanziger in der "Bild" und fügte an: "Leider ist es zu seinen Lebzeiten nicht gelungen, das Verständnis von sachgerechter Amtsausübung in Abhängigkeitsverhältnissen zwischen DFB und ihm in Übereinstimmung zu bringen."
Die Münchner Polizei bestätigte, dass Amerell wohl an einem Herzinfarkt gestorben sei. Eine endgültige Aussage zur Todesursache wollen die Beamten erst in ein bis zwei Wochen treffen, wenn das toxikologische Gutachten vorliegt und beispielsweise auch eine Vergiftung ausgeschlossen werden kann.
Nach Jahren voller Prozesse und gegenseitiger Anschuldigungen hatte Amerell zuletzt eine neue Schadensersatzklage gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte geplant; gegen den ehemaligen FIFA-Referee Michael Kempter war zudem ein Strafantrag wegen versuchten Prozessbetrugs in Arbeit. Kempter hatte dem Schiedsrichter-Funktionär sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die Amerell stets bestritten hat.
Immer wieder hatte er versucht, seinen einstmals guten Ruf als Bundesliga-Referee und langjähriger Sprecher der Schiedsrichter wiederherzustellen, der durch die juristische Auseinandersetzung mit Kempter, dem DFB und auch Zwanziger gelitten hatte. Am Dienstag war Amerell im Münchner Stadtteil Neuhausen im Alter von 65 Jahren tot aufgefunden worden.
Die erste gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Amerell und Kempter hatte mit einem Vergleich geendet, ein Mediationsverfahren zwischen Zwanziger und Amerell war im vergangenen Jahr noch gescheitert. "Schade, denn es gab zweifelsfrei auch gute Zeiten in seiner aktiven Schiedsrichter- und Funktionärslaufbahn", sagte Zwanziger nun. Er hatte sich in der Affäre zwischen Amerell und Kempter früh auf die Seite des jungen Referees gestellt.
Der 29 Jahre alte Kempter, der mit seinen Aussagen den ganzen Fall erst ins Rollen gebracht hatte, hielt sich nach Amerells Tod mit Stellungnahmen zurück. "Ich möchte mich zu dieser Situation nicht äußern", wurde er in der "Bild" zitiert. Die Beisetzung Amerells soll im engsten Familienkreis erfolgen.
Artikel vom 13.12.2012
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