2013 spricht für Vettel - aber wie lange mit Red Bull?

Berlin.  Eigentlich spricht vieles dafür, dass Sebastian Vettel sich auch in einem Jahr wieder in der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes feiern lassen könnte. Seine Erfolgsmannschaft bleibt zusammen. Die Regeln ändern sich nicht gravierend.
Vettels 'Abbey' getaufter Rennwagen war der Garant des Erfolgs 2012. Foto: Jens Büttner
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Vettels 'Abbey' getaufter Rennwagen war der Garant des Erfolgs 2012. Foto: Jens Büttner Foto: DPA

Sein neuer Dienstwagen dürfte auf WM-Garantin "Abbey" aufbauen. Auch 2013 könnte zum Vettel-Jahr werden. Mit gerade mal 25 Jahren steht dem Heppenheimer die Formel-1-Welt noch lange offen.

"Ein kluger Kerl hat mir mal gesagt: Das Schwierigste war es, nach Siegen wieder zu gewinnen", erzählte Vettel nach seinem dritten WM-Triumph. Durch den neuen Druck überlege man, wie man wieder siegen könne, anstatt sich auf die kleinen Schritte zu fokussieren, die man machen müsse. Ob die warnenden und mahnenden Worte womöglich von seinem Kumpel Michael Schumacher kamen, ist nicht geklärt.

Dass Vettel mit Red Bull - seinem 2005 mit der Übernahme von Jaguar in die Formel 1 eingestiegenen Privatteam - die für fast unerreichbar gehaltene Schumacher-Marke im Ferrari von fünf Titel in Serie knacken könnte, wird eine der spannenden Fragen bleiben. Vettels Vertrag bei dem Team des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz läuft noch zwei Jahre.

"Gott sei Dank weiß ich es nicht", antwortete Vettel der "Bild"-Zeitung auf die Frage, wie viele Titel noch drin seien. Er hoffe auch, dass er seinen schönsten Tag erst erlebt, wenn er 50 oder 60 Jahre alt ist: "Das Spannende ist, herauszufinden, was noch kommt".

Bevor 2014 die große Motorenrevolution mit der Rückkehr von Turbo-Triebwerken ansteht, die alle Teams vor neue Herausforderungen stellen wird, könnte die Zahl von Vettels Edel-Herausforderern neben Ferrari-Dauerrivale Fernando Alonso im kommenden Jahr möglicherweise sogar kleiner werden.

Lewis Hamilton, Weltmeister von 2008 und im McLaren immerhin siebenmal auf der Pole und viermaliger Grand-Prix-Gewinner in der abgelaufenen Saison, dürfte im Mercedes an diese Leistungen nur schwer anknüpfen können. Hamiltons Nachfolger bei McLaren, dem 22 Jahre alten und noch relativ unerfahrenen Mexikaner Sergio Perez, prophezeite sein Teamkollege Jenson Button bereits keine leichte Anfangszeit.

Kimi Räikkönen, schon WM-Dritter im ersten Comeback-Jahr, könnte im Lotus aber gefährlich werden. Das Potenzial hat der Weltmeister von 2007 ohne Zweifel, und sein Lotus-Team dank eines neuen Deals mit Coca-Cola womöglich auch das nötige Kleingeld im Duell der Getränkehersteller.

Schampus statt Brause soll es aber letztlich wieder für Red Bull und Vettel heißen. "Wir haben so eine starke Mannschaft, wir können immer noch dazu lernen", betonte Teamchef Christian Horner. "Wir sind nie zufrieden. Wir schauen immer auf uns selbst, seien es die Fahrer, die Ingenieure oder Techniker."

Und Vettel, der sich nur als Teil des Ganzen versteht, wollte es sich nicht nehmen lassen, nicht mal 48 Stunden nach dem historischen Hattrick-Triumph von Sao Paulo der Mannschaft am Dienstag im englischen Milton Keynes zu danken. "Er gibt auch jedem Mitarbeiter die Würdigung, die er verdient", erzählte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko unlängst in einem dpa-Interview. Der dritte Fahrer- und Teamtitel für Red Bull in Serie soll sich aber im Portemonnaie jedes Mitarbeiters auszahlen: Dem "Daily Mail" zufolge bescherte Vettels Erfolg jedem umgerechnet 12 350 Euro Prämie.

Entsprechend fallen auch die Feierlichkeiten aus. Er freue sich aber darauf, betonte Vettel: "Man genießt das. Dafür muss man noch mal die letzten Kräften zusammenreißen." Bedenken, dass er den Party-Marathon nach der kräfteraubenden Saison nicht durchstehen könnte, hat Vettel trotz einer erste Leere nach dem famosen Triumph nicht: "Mit dem Tanzen halt ich mich eh zurück."

Und im Party-Stress zwischen Brasilien, England, Österreich oder auch der Türkei plant Vettel auch schon wieder für 2013. "Auch wenn es ein blöder Zeitpunkt ist an nächstes Jahr zu denken, aber irgendwann muss ich dann auch wieder anfangen zu trainieren, um fit zu werden und wieder angreifen zu können", sagte er. Selbst für ein ersehntes Probetraining bei seinem Herzensverein Eintracht Frankfurt bleibt keine Zeit.

"Ich weiß, ihre Freude wird gar nicht so lange anhalten können, weil sie einfach schon wieder an nächstes Jahr denken", meinte Mercedes-Teamchef Ross Brawn mit Blick auf den Branchenführer Red Bull. Er weiß, wovon er redet: Der Brite war an Schumachers Titelsammlung bei Ferrari maßgeblich beteiligt. Die Marke könnte in Gefahr geraten. Denn Vettel versprach: "Ich werde sicher nicht nachlassen."

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