Keine WM-Medaille für DSV-Sprinter - Herrmann Zehnte

Val di Fiemme.  Als Skikönigin Marit Björgen mit großem Vorsprung zu ihrem neunten WM-Gold stürmte, staunten auch Denise Herrmann und Nicole Fessel als Zaungäste des Finals im Klassik-Sprint über die Ausnahmeläuferin aus Norwegen.
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Denise Herrmann schied im Halbfinale aus. Foto: Hendrik Schmidt
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Denise Herrmann schied im Halbfinale aus. Foto: Hendrik Schmidt Foto: DPA

"Wenn ich ihre Oberarme sehe, weiß ich, warum sie auf der Zielgeraden so stark schieben kann. Sie hat ein unglaubliches Kraftpotenzial", sagte Herrmann nach Björgens Sprint-Demonstration anerkennend.

Mit den Plätzen zehn und zwölf sowie dem erstmaligen Erreichen eines WM-Halbfinals sorgten die Oberwiesenthalerin und ihre Teamkollegin aus Oberstdorf für einen gelungenen Auftakt der deutschen Asse bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme. Den Titel bei den Herren gewann der russische Olympiasieger Nikita Krjukow, der sich vor Norwegens Superstar Petter Northug und Alex Harvey aus Kanada durchsetzte.

"Es war ein ordentlicher Auftakt, wenngleich bei dem einen oder anderen noch mehr möglich gewesen wäre", resümierte Bundestrainer Frank Ullrich. Er hatte bei einigen die Nervosität vor dem ersten WM-Rennen ausgemacht und wollte deswegen nicht zu sehr kritisieren. "Die Athleten sind gut ins Laufen gekommen. Das war schon in Ordnung", meinte er.

Herrmann scheiterte als Fünfte ihres Halbfinals, Fessel war als Sechste ebenfalls chancenlos. "Ich bin sehr zufrieden und habe mich riesig gefreut. Immerhin war ich erstmals in einem WM-Halbfinale, wo es dann allerdings nicht optimal lief", resümierte Fessel.

Für Denise Herrmann wäre sogar mehr drin gewesen, doch eine unfaire Attacke der Finnin Mona-Lisa Malvalehto kostete sie Zeit und Geschwindigkeit. "Ich wollte angreifen und habe ordentlich Schwung verloren, als sie rüberkam. Das war einfach unfair. Ob es für das Finale gereicht hätte, weiß ich nicht. Aber so was macht man einfach nicht", berichtete die Sächsin. Ein deutscher Protest wurde erst nach Wettkampfende behandelt und hatte nur wenig Erfolg: Malvalehto bekam die Gelbe Karte und läuft die nächsten Rennen unter Bewährung.

Über allen thronte aber Björgen, die im Finale allerdings auch von einem Sturz ihrer schärfsten WM-Rivalin Justyna Kowalczyk aus Polen profitierte. "Ich bin total happy. Vor zehn Jahren habe ich hier meine erste Goldmedaille gewonnen, auch im Sprint. Das es heute wieder geklappt hat, macht mich überglücklich. Schließlich bin ich zehn Jahre älter geworden", erklärte Björgen.

Für Axel Teichmann und Tim Tscharnke endete das Warmlaufen für den Teamsprint im Viertelfinale. "Ich habe mich gut gefühlt, aber das Gefühl hat getäuscht. Ich war eine Sekunde zu langsam", sagte Teichmann. Dennoch zog der 33-Jährige nach seinem ersten Start in Val di Fiemme, wo er vor zehn Jahren den ersten von zwei WM-Titeln gefeiert hatte, eine zufriedene Bilanz. "Die Form ist da. Ich gehe zuversichtlich in das nächste Rennen, wo ich alles reinhauen werde."

Hanna Kolb zog nach ihrem Viertelfinal-Aus dagegen enttäuscht von dannen. "Das ist schon schade. Ich habe keinen Fehler gemacht, die Ski waren auch gut. Heute hat es einfach von der Leistung her nicht gereicht. Ich habe schon am ersten Berg zu viel Boden verloren. Das war natürlich nicht optimal", sagte die 21-Jährige aus Buchenberg, die im Teamsprint noch eine Chance an der Seite von Herrmann erhalten soll.

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