Zweifache Mütter laufen bei WM-Marathon vorneweg

Moskau.  Muttertag beim WM-Marathon in Moskau: Die Kenianerin Edna Kiplagat (33) und die Italienerin Valeria Straneo (37) rannten auf der klassischen 42,195-Kilometer-Distanz allen davon.
Edna Kiplagat aus Kenia gewann bei der WM in Moskau den Marathon der Frauen. Foto: Kerim Okten
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Edna Kiplagat aus Kenia gewann bei der WM in Moskau den Marathon der Frauen. Foto: Kerim Okten Foto: DPA

Beide haben jeweils zwei Kinder, beide bewiesen im Hitzerennen bei etwa 30 Grad bemerkenswertes Stehvermögen. Kiplagat konnte zudem als erste Läuferin der Leichtathletik-Geschichte ihren Titel von Daegu/Südkorea 2011 verteidigen. "Ich widme meinen Sieg meinem Ehemann, dafür dass er mir genügend Zeit zum Training gelassen hat", sagte sie.

Straneos Silber-Coup war für alle Experten eine faustdicke Überraschung. Die Olympia-Achte erlebte einen Aufschwung, als sie sich 2010 Milz und Gallenblase entfernen ließ. "Da fühlte ich mich wie neu geboren." Sie hatte von Beginn an die Führung auf dem Rundkurs entlang der Moskwa übernommen.

Auf dem letzten Streckenabschnitt lag Straneo zusammen mit Kiplagat vorne, ehe die Kenianerin sie bei Kilometer 40 überholte und als Erste immer noch leichten Fußes und mit 80 Metern Vorsprung ins Luschniki-Stadion einlief. Am Ende gewann sie die erste WM-Entscheidung in 2:25:44 Stunden vor Straneo (2:25:58) und der Japanerin Kayako Fukushi (2:27:45).

Das extrem aufwendige Marathontraining bewältigen Kiplagat und Straneo offenbar trotz der familiären Belastungen bestens. Die alte und neue Weltmeisterin hat mit Carlos (9) und Wendy (5) ebenso zwei Kinder wie Straneo. "Ich bin hoch erfreut, dass ich meinen Titel verteidigen konnte. Die Zeit des Rennens war für mich ungewohnt, weil ich meistens morgens renne", meinte die Kenianerin.

Straneo strahlte über ihren zweiten Platz. "Ich glaube, ich bin die Überraschung des Tages hätte nie gedacht, dass ich hier Silber gewinnen kann", sagte sie und telefonierte erst einmal mit ihren sechs und sieben Jahren alten Kindern: "Ich hoffe, sie haben mein Rennen im Fernsehen gesehen."

Eine deutsche Teilnehmerin war nicht am Start, nachdem die deutsche Rekordhalterin - und ebenfalls zweifache Mutter - Irina Mikitenko (40) aus Frankfurt/Main den Berlin-Marathon am 29. September vorzog. Olympiasiegerin Tiki Gelana war schon früh im WM-Rennen ausgestiegen. Die Äthiopierin verpasste somit die Chance, als zweite Läuferin überhaupt nach Rosa Mota sowohl Olympiasiegerin als auch Weltmeisterin zu werden. Die Portugiesin hatte 1987 zuerst bei der WM in Rom und dann 1988 bei den Sommerspielen in Seoul gewonnen.

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