3:4-Niederlage

Kölner Haie verlieren wildes Spiel gegen München

Münchens Maximilian Kastner (r) trifft im entscheidenden Penalty gegen Kölns Torwart Hannibal Weitzmann zum 4:3.

Münchens Maximilian Kastner (r) trifft im entscheidenden Penalty gegen Kölns Torwart Hannibal Weitzmann zum 4:3.

Köln. Die Kölner Haie haben das Heimspiel gegen Red Bull München mit 3:4 nach Penaltyschießen verloren. Das Spiel glich einem unglaublichen Auf und Ab.

Hannibal Weitzmann verließ als Letzter das Eis der Lanxess Arena. Die Fans feierten ihn mit lauten Sprechhören, dabei hatten die Kölner Haie gerade zum siebten Mal in Folge ein Duell in der Deutschen Eishockey Liga gegen Red Bull München verloren. Dass der KEC bei der wilden 3:4 (0:3, 2:0, 1:0, 0:0, 0:1)-Heimniederlage nach Penaltyschießen aber überhaupt noch die Möglichkeit erhalten hatte, seine Negativserie im Direktvergleich mit dem Serienmeister zu beenden, war ein Verdienst von Weitzmann, der früh für Stammtorhüter Gustaf Wesslau eingewechselt worden war und eine bravouröse Leistung zeigte. „Hannibal hat sensationell gehalten“, staunte sein Trainer Peter Draisaitl nach einem unglaublichen Auf und Ab am Sonntagabend.

Die ersten Minuten der Partie hatten sich für die Kölner nämlich zu einem einzigen Fiasko entwickelt. Nach gerade einmal 190 Sekunden lag der halt- und orientierungslos über das Eis schlitternde KEC bereits mit 0:3 zurück. Losgetreten wurde das Unheil durch einen Stockschlag von Alexander Oblinger, der den angeschlagenen Ben Hanowski in der zweiten Sturmreihe ersetzte. In Überzahl fälschte Trevor Parkes einen Schuss des ehemaligen Kölners Justin Shugg zur Münchner Führung ab. 46 Sekunden drauf setzte es den nächsten Schlag ins Kontor der Haie, für die das alles viel zu schnell ging. Diesmal waren die Kölner in einen Konter gelaufen, den Maximilian Daubner zum 0:2 abschloss. Und weitere 34 Sekunden später schien es so, als würde es für den KEC in diesem Spiel nur noch um Abwendung eines noch größeren Unheils gehen. Denn als Frank Maurer sogar auf 0:3 stellte, drohte den Hausherren ein Debakel. „Das war indiskutabel“, schimpfte Draisaitl.

KEC-Coach reagierte

Der KEC-Coach musste irgendetwas unternehmen. Und reagierte, indem er Wesslau nach drei Gegentoren binnen 70 Sekunden vom Eis nahm und für ihn den jungen Weitzmann zwischen die Pfosten beorderte. Ein Schachzug, der sich auszahlen sollte. München ließ es fortan wesentlich gemächlicher angehen. Die Kölner durften ein wenig mitspielen und sich allmählich in die Partie hineinarbeiten. Das ging bis Mitte des zweiten Spielabschnitts so, ehe das Spiel eine eigentlich nicht mehr für möglich gehaltene Spannung verliehen bekam.

In doppelter Überzahl verkürzte Morgan Ellis mit einem Schlagschuss in den rechten Torwinkel auf 1:3. Es war das vierte Saisontor des allmählich in Schwung kommenden Offensiv-Verteidigers. Die Kölner wurden nun immer selbstbewusster und waren 36 Sekunden nach dem Anschlusstreffer endgültig in der Partie angekommen. Ryan Jones bediente den im Slot lauernden Alexander Sulzer, der mit seinem ersten Treffer in dieser Spielzeit zum 2:3 einnetzte.

Münchener taumeln ins Schlussdrittel

Die Bayern hatten ihre Souveränität inzwischen komplett eingebüßt und taumelten ins Schlussdrittel, das der KEC tatsächlich mit dem Ausgleich eröffnete. In Überzahl lenkte Oblinger einen Fernschuss von Ellis entscheidend ab (43.). Der Kölner Jubel über das 3:3 war kaum verhallt, da wurden die rund 9500 Zuschauer plötzlich ganz ruhig. Kölns Youngster Lucas Dumont hatte Linesman Andreas Kowert unglücklich mit der Schulter getroffen und zu Fall gebracht. Kowert blieb auf dem Eis liegen und wurde minutenlang von Sanitätern versorgt, ehe er bei Bewusstsein auf einem Schlitten abtransportiert wurde.

Als sich der Schock über diesen Unfall wieder etwas gelegt hatte, ging es turbulent weiter mit Chancen für beide Teams.
Dass in der regulären Spielzeit sowie in der Verlängerung, die Köln zwei Minuten lang in Unterzahl überstehen musste, keine weiteren Tore fielen, lag auch an Hannibal Weitzmann, der mehrfach spektakulär rettete. Im Penaltyschießen wurde Weitzmann dann zum einzigen Mal an diesem Abend überwunden. Es war das spielentscheidende Tor von Maximilian Kastner.

Köln: Wesslau (4. Weitzmann); Sulzer, Ellis; Zerressen, Potter; Madaisky, D. Tiffels; Jones, Genoway, Schütz; Oblinger, Pfohl, Akeson; Uvira, Zalewski, Dumont; Köhler, Hospelt. – SR.: Hunnius/Kopitz. – Zuschauer: 9456. – Tore: 0:1 Parkes (2:00/PP1), 0:2 Daubner (2:46), 0:3 Mauer (3:10), 1:3 Ellis (31:21/Akeson, Jones/PP2), 2:3 Sulzer (31:57/Jones, Hospelt), 3:3 Oblinger (42:56/Ellis/PP1), 3:4 Kastner (Penatly). – Strafminuten: Köln 14; München 14.