Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation

Kölner Haie verlieren 0:3 bei den Grizzlys Wolfsburg

Ungewohnte Situation für Peter Draisaitl: Dem Haie-Coach steht erstmals der komplette Kader zur Verfügung.

Nichts zu holen gab es für Trainer Peter Draisaitl und die Haie in Wolfsburg.

Wolfsburg. Die Kölner Haie kommen im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation weiterhin nicht entscheidend voran. 0:3 hieß es am Ende bei den Grizzlys Wolfsburg. Satte 52 Strafminuten sammelte das Team von Peter Draisaitl.

Wer Dauergast auf der Strafbank ist, darf sich nicht wundern, wenn er am Ende mit leeren Händen dasteht. Satte 52 Strafminuten sammelten die Kölner Haie am Sonntag bei ihrem Auftritt bei den Grizzlys Wolfsburg. Das war eindeutig zu viel, um den Tabellenvierten der Deutschen Eishockey Liga in Gefahr zu bringen. Folgerichtig unterlag die im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation weiterhin nicht entscheidend vorankommende Mannschaft von Trainer Peter Draisaitl mit 0:3 (0:1, 0:1, 0:1).

„Wir haben in der Offensive keinen richtigen Zugriff bekommen und haben obendrein zu viele Strafzeiten gezogen“, fasste Verteidiger Alexander Sulzer 60 völlig missglückte Kölner Minuten zusammen. Schon direkt zu Beginn fanden sich die Haie zweimal mit einem Mann weniger auf dem Eis wieder. Aus der zweiten Unterzahlsituation resultierte dann auch das erste Gegentor. Mark Voakes passte die Scheibe zu Brent Aubin, der KEC-Schlussmann Gustaf Wesslau mit einer Direktabnahme aus kurzer Distanz überwand (6.).

Gleiche Formation wie gegen Mannheim

Die Kölner, die mit der gleichen Formation angetreten waren, die zum Start in das Wochenende die Adler Mannheim noch deutlich mit 5:0 besiegt hatte, entwickelten dagegen die gesamte Partie über viel zu wenig Zug zum Tor. Regelmäßige Strafzeiten ließen auf Seiten des KEC kaum Spielfluss aufkommen und raubten den Gästen obendrein Kraft. Eine der wenigen Ausnahmen aus Haie-Sicht bildete eine Szene aus der siebten Minute. Im ersten Gäste-Powerplay klatschte ein Schuss von Kapitän Christian Ehrhoff an den Wolfsburger Querbalken. Danach spielten bis Drittelende fast nur noch die Niedersachsen, die mehrfach die Gelegenheit zum 2:0 besaßen; die beste durch Tyler Haskins, der Sekunden vor der Pausensirene aus kürzester Distanz am prächtig reagierenden Wesslau scheiterte.

Kurz nach Wiederbeginn hatte der KEC erneut Glück, als Furchner an den Außenpfosten zielte. In der 25. Minute war das Kölner Dusel aufgebraucht. Nachdem Wesslau die Scheibe aus den Augen verloren hatte, schaltete Furchner am schnellsten und lupfte das Spielgerät in die Maschen. Selbst in zwei kurz aufeinander folgenden Überzahlspielen kamen die Haie nicht zu einem Torerfolg. Ehrhoff traf in dieser Phase nur den Pfosten (30.). Auf der Gegenseite verpasste Wolfsburg, ebenfalls durch einen Schuss ans Aluminium, durch Fauser die frühzeitige Entscheidung (38.).

Schwächung durch Undiszipliniertheiten

Im Schlussabschnitt sorgten die Kölner nur noch durch Ben Hanowski für richtige Gefahr (43.). Auch, weil sie sich durch Undiszipliniertheiten wieder einmal selbst schwächten. Blair Jones kassierte wegen eines Stockchecks eine zehnminütige Disziplinarstrafe, über die er sich auch in der Kühlbox sitzend noch so aufregte, dass die überhaupt sehr kleinlich pfeifenden Referees weitere zehn Minuten draufpackten. Damit war die Partie für den Angreifer vorzeitig beendet (50.).

Als die Haie am Ende ihren Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis nahmen, stellte Voakes mit einem Schuss ins verwaiste Gehäuse den Endstand her (59.). Die erste Kölner Auswärtsniederlage nach zuvor fünf Siegen in Folge auf fremdem Eis war besiegelt. Und die große Chance vertan, ganz nah an den vierten Tabellenplatz heranzukommen.

  • Köln: Wesslau; Ehrhoff, Sulzer; Eriksson, Müller; Zerressen, Potter; Gogulla, Thomas, Schütz; Hanowski, B. Jones, Shugg; Krämmer, Hospelt, R. Jones; Uvira, Bolduc, T.J. Mulock
  • SR.: Melia/Schrader
  • Zuschauer: 3465
  • Tore: 1:0 Aubin (5:01/PP1), 2:0 Furchner (24:03), 3:0 Voakes (58:20/ENG)
  • Strafminuten: Wolfsburg 12; Köln 32 + 20 B. Jones