Playoff-Viertelfinalserie

Kölner Haie und Nürnberg Ice Tigers im Teamvergleich

Überzeugte bislang für die Haie auf der Mittelstürmerposition: Nationalspieler Felix Schütz.

Überzeugte bislang für die Haie auf der Mittelstürmerposition: Nationalspieler Felix Schütz.

KÖLN. In der Playoff-Viertelfinalserie zwischen den Kölner Haien und den Nürnberg Ice Tigers entscheiden Kleinigkeiten. Ein Vergleich der beiden Teams.

Mit den Nürnberg Ice Tigers und den Kölner Haien treffen ab Mittwoch (19.30 Uhr, live auf Sport 1) zwei Mannschaften mit vielen Parallelen aufeinander. Vor dem Start ins Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga vergleicht die Rundschau beide Kontrahenten auf Stärken und Schwächen miteinander:

Torhüter: Besondere Spannung verspricht die Viertelfinalserie zwischen Haien und Ice Tigers auf der Torhüterposition. Gustaf Wesslau (Köln) auf der einen und Niklas Treutle (Nürnberg), der mit Andreas Jenike ein starkes Gespann bildet, auf der anderen Seite gehören zu den herausragendsten Schlussmännern der Liga. Mit einer Fangquote von 93,01 Prozent verfügt Wesslau über den zweitbesten Hauptrundenwert aller DEL-Goalies. Noch besser schneidet lediglich sein Pendant ab. Der NHL-erprobte Treutle weist einen Gegentorschnitt von nur 1,89 und eine Fangquote von 94,36 Prozent auf. Wichtig für den KEC: Nach seinem im Oktober erlittenen Innenbandriss im rechten Knie und anschließender zweimonatiger Pause fühlt sich Wesslau trotz nur 25 absolvierter Hauptrundenpartien inzwischen wieder im Vollbesitz seines Leistungspotenzials. Einen Beleg dafür lieferte der routinierte Schwede beim 1:0-Sieg am letzten Hauptrundenspieltag in Ingolstadt.

Mit seinem zweiten Shutout in dieser Spielzeit verhalf der „DEL-Torhüter des Jahres 2017“ den Haien auf dem letzten Drücker zur direkten Viertelfinal-Qualifikation. „Ich bin wieder im Spielrhythmus“, sagt Wesslau, auf dem als potenzieller Schlüsselspieler ein großer Teil der Kölner Playoff-Hoffnungen ruht. Läuft Wesslau zur Hochform auf, könnte der KEC auf der Torhüterposition über einen Vorteil verfügen.

Verteidigung: Der KEC geht in der Defensive gehandicapt ins Viertelfinale. Der offensivstarke Verteidiger Fredrik Eriksson, der sich am 2. März in Mannheim am Knie verletzte, wird wohl mindestens die ersten beiden Spiele verpassen. Neben dem suspendierten Shawn Lalonde (siehe integrierte Meldung) fehlt Köln damit eine zweite, ursprünglich fest eingeplante Defensivstütze. Die Hauptlast wird deshalb auf den beiden erfahrenen olympischen Silbermedaillen-Gewinnern Christian Ehrhoff und Moritz Müller liegen.

Prunkstück der Franken ist die Verteidigung, die in der Hauptrunde – auch dank eines starken Penalty-Killings – mit 126 Toren (Köln: 142) die im Liga-Vergleich wenigsten Gegentreffer kassierte. Grundlage dafür bildet eine defensive Spielweise. Aus einer extrem kompakten, auf gegnerische Fehler lauernden Defensive schalten die großgewachsenen und körperlich robusten Nürnberger nach Scheibengewinnen überfallartig um. Im Direktvergleich könnte am Ende die etwas tiefer besetzte Verteidigung der Franken den kleinen Unterschied ausmachen.

Angriff: Die Offensive entwickelte sich in der Hauptrunde zu einer Schwachstelle der Kölner, denen es vor allem gegen Ende der regulären Saison an Durchschlagskraft, Ideenreichtum und Spielwitz fehlte. Auf der Mittelstürmerposition, auf der nur Topscorer Felix Schütz (46 Punkte) wirklich überzeugte, drückte der Schuh am meisten. Beim KEC hofft man deshalb darauf, dass der nach einem Kreuzbandriss lange außer Gefecht gesetzte Center Alexandre Bolduc in den Playoffs durchstartet. „Er ist ein typischer Playoff-Spieler“, sagt Trainer Peter Draisaitl, dessen Team im Angriffsspiel wieder deutlich zulegen muss, um das Nürnberger Abwehrbollwerk zu knacken.

Die Ice Tigers präsentierten sich – auch aufgrund eines nur mäßigen Powerplays – bislang zwar nicht mehr ganz so torhungrig wie noch in den Jahren zuvor, verfügen in Topscorer Philippe Dupuis (38 Punkte), den deutschen Olympia-Helden Patrick Reimer, Yasin Ehliz und Leo Pföderl sowie den Ex-NHL-Akteuren David Steckel und John Mitchell aber über reichlich Klasse und Erfahrung – und gehen insgesamt leicht favorisiert in die Serie mit Köln.