Deutsche Eishockey-Liga

Kölner Haie erwarten Angstgegner EHC München

Münchens Maximilian Kastner (r) trifft im entscheidenden Penalty gegen Kölns Torwart Hannibal Weitzmann zum 4:3.

Zuletzt verloren die Haie bmit 3:4 nach Penaltyschießen gegen München.

Köln. Nach fünf Siegen in Folge wartet am Freitag ein besonders schwerer Gegner auf die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Sie stehen gegen den EHC Red Bull München vor der "ultimativen Herausforderung".

Peter Draisaitl saß angetan vor dem Fernseher, als der EHC Red Bull München am Dienstagabend Eishockey-Geschichte schrieb. Nach einem 2:1-Hinspielerfolg reichte dem deutschen Serienmeister bei den Malmö Redhawks in einem dramatischen Rückspiel ein 5:5 nach Verlängerung, um als erster Verein der Deutschen Eishockey Liga (DEL) überhaupt in das Halbfinale der Champions League einzuziehen.

Zwar ist der Wettbewerb vor allem wegen des Fehlens der starken Clubs aus der osteuropäischen Eliteliga KHL nicht mit der Fußball-Champions-League zu vergleichen. Dass sich die Münchner trotz personeller Probleme gegen Kontrahenten aus den Eishockey-Nationen Schweden, Finnland und der Schweiz durchsetzten, ist aber eine ehrenwerte Leistung und Werbung für die DEL.

Am Freitag (19.30 Uhr) kehrt der EHC nach geschichtsträchtigen Tagen in den Liga-Alltag zurück. Gegner im Olympia-Eissportzentrum sind die von Draisaitl trainierten Kölner Haie. Der 53-Jährige lobt den nächsten Gegner seines Teams in den höchsten Tönen: „München verfügt über eine sehr gute Mannschaft und ist nicht umsonst drei Mal hintereinander deutscher Meister geworden. Wir stehen vor einer ultimativen Herausforderung.“

Verstecken braucht sich der KEC aber wiederum auch nicht. Nach fünf Siegen in Folge und dem Herantasten an die Spitzenplätze können die Kölner selbstbewusst ihre Chance suchen, endlich mal gegen den Angstgegner schlechthin zu gewinnen. Die vergangenen sieben Duelle mit München gingen allesamt verloren. Häufig endeten sie für die Haie sogar in einem Debakel.

Fortschritt im Vergleich zu vergangenen Jahren

Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit dürfte dem KEC jedoch Mut machen. In der aktuellen Saison verliefen die bisherigen beiden Vergleiche sehr eng. Ende September unterlag der KEC in München in der Verlängerung (1:2). Der 3:4-Heimniederlage nach Penaltyschießen vor drei Wochen ging eine Kölner Aufholjagd voraus, die Hannibal Weitzmann mit einer famosen Leistung überhaupt erst ermöglichte.

Der Ersatzgoalie war für Gustaf Wesslau eingewechselt worden, der nach drei Gegentoren in den ersten vier Minuten vom Eis musste. Vor der dritten Partie, in der Weitzmann nun erneut ran darf, offenbart sich den Haien eine lukrative Möglichkeit: Mit einem Sieg in der regulären Spielzeit würde sie in der Tabelle an den „roten Bullen“ vorbeiziehen. „Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht?“, fragt Draisaitl selbst etwas ungläubig.

Trotz des derzeitigen Laufs sieht der Kölner Trainer sein Team jedoch in der Rolle des Außenseiters: „Wir machen derzeit sicherlich vieles richtig. Dennoch ist es so, dass wir auch noch Luft nach oben haben und durch die Bank einen sehr guten Tag brauchen, um in München zu bestehen.“

Überhaupt warten große Aufgaben auf den Tabellenfünften. Die folgenden Heimspiele gegen die Eisbären Berlin (Sonntag, 17 Uhr) und Spitzenreiter Adler Mannheim (Dienstag, 19.30 Uhr) haben es ebenfalls in sich. Draisaitl spricht von Standortbestimmungen: „Nach diesen drei Spielen können wir ein kleines Fazit ziehen und schauen, wie weit wir wirklich sind.“

Mit personeller Verstärkung ist vorerst nicht zu rechnen. Die Fußverletzung von Moritz Müller hat sich als schwerwiegender herausgestellt, als zunächst vermutet. Mit dem Wiedereinstieg des Kapitäns ist aber immerhin noch vor dem Jahreswechsel zu rechnen. Auch bei Stürmer Ben Hanowski (Muskelblessur im Oberschenkel) ist eine Rückkehr absehbar. Steve Pinizzotto, Alexander Sulzer und Marcel Müller brauchen dagegen noch Zeit.