Köln wendet K.o. in DEL ab

Haie erzwingen Spiel sieben

Wolfsburg. Shawn Lalonde hat die Kölner Haie in Spiel sieben gehämmert. Mit einem brachialen Schlagschuss und seinem vierten Treffer in der Playoff-Viertelfinalserie gegen die Wolfsburg Grizzlys erzielte der KEC-Verteidiger den einzigen und damit entscheidenden Treffer beim 1:0 (0:0, 0:0, 1:0) in Spiel sechs.

Nach der bislang besten Playoff-Vorstellung der Kölner steht die Serie damit 3:3. Die alles entscheidende siebte Partie steigt nur am Dienstag (19.30 Uhr) in der Lanxess Arena. „Wir waren schon totgesagt. In Spiel sieben wollen wir so auftreten wie heute hier“, sagte der stark spielende Haie-Kapitän Moritz Müller entschlossen.

Die Haie hatten ihr am Freitag durch den 3:1-Sieg in Köln gewonnenes Selbstbewusstsein mit nach Wolfsburg gebracht. Coach Cory Clouston änderte nichts an der Aufstellung und tauschte nur bei den Verteidigerpaaren die Positionen von Frederik Eriksson und Alexander Sulzer. So konnten die Kölner auch vom Gefühl her dort weitermachen, wo sie in Spiel fünf aufgehört hatte. Die Partie vor 3421 Zuschauer in der Eis Arena Wolfsburg benötigte keine Anlaufzeit. Nach zehn Sekunden vergab Nicholas Johnson die erste ganz dicke Möglichkeit für die Grizzlys. Zwei Sekunden später füllte sich die Strafbank.

Für Wolfsburg Alex Karachun war die Partie nach einem Stockfoul gegen Ryan Jones direkt zu Ende, beim KEC mussten nacheinander Eriksson und Alex Bolduc raus. Von der großen Strafe gegen die Grizzlys blieben so für die Haie nur 123 Sekunden Überzahl, in denen sie nichts Zählbares produzierten. Mental waren sie aber drin in diesem Match. Läuferisch auf der Höhe und dadurch in den Zweikämpfen  präsent erarbeitete sich der KEC ein Übergewicht an der Scheibe und ein leichtes Chancenplus. Jean-Francois Boucher zielte zu hoch (11.) und Lalonde scheiterte nach einem Alleingang an Grizzly-Goalie Felix Brückmann (15.).

Auf der anderen Seite traf Björn Krupp nur den Pfosten (16.), bevor die Haie noch mal in Überzahl ran durfte. Ryan Jones glich die Pfosten-Bilanz aus (19.). Die größte Chance aber vergab Dane Byers, der mit viel Zeit auf Brückmann zulief, aber nur den Keeper anschoss (20.).

Dem Clouston-Team dürften die ersten 20 Minuten weiter Mut gemacht haben. Den zweiten Abschnitt dominierten sie jedenfalls deutlich. Spielerisch, kämpferisch und vor allem durch ihre Körpersprache. Während die komplette KEC-Mannschaft hinter der Bande stand und damit ihren unbedingten Willen demonstrierten, saßen alle Wolfsburger. Und die Kölner haben sich das Lamentieren abgewöhnt. Immer ein untrügliches Zeichen für Geschlossenheit und Konzentration.

Als Sebastian Uvira aus der Reihe tanzte, nahmen sich nacheinander Kapitän Moritz Müller und Cory Clouston den Stürmer sofort  zur Brust. Ein Treffer gelang den Haien trotz Überlegenheit nicht. Die Wolfsburger verteidigten gut und Brückammn blieb gegen Jones (21.) und Eriksson (27.) stabil. Außerdem traf Nico Krämmer zum 2:1 nach Pfostentreffern (29.). Dass es nach 40 Minuten 0:0 stand, lag auch an KEC-Torwart Gustaf Wesslau, der gegen Robert Bina (38.) und Gerrit Fauser (40.) auf dem Posten war.

Spätestens vor dem Schlussdrittel war klar, welche Bedeutung dem ersten Tor in diesem Duell zweier defensivstarker Mannschaften zukam. Entsprechend vorsichtig gestalte sich das Geschehen. Nachdem Wolfsburg durch Fauser (47.) und Stephen Dixon (48.) der Entscheidung nahe war, lag die Scheibe in der 49. Minute in Wesslaus Tor.

Der Jubel der Grizzlys dauerte aber nur kurz, denn Johnson erzielte den Treffer mit einer aktiven Schlittschuhbewegung. „Wir waren extrem erleichtert, dass diese Entscheidung so gefallen ist“, gestand Sebstian Uvira. Das nicht gegebene Tor gab den Haien neue Energie. Dann schwächte sich Wolfsburg. Ein Bandencheck von Jeffrey Likens und eine Spielverzögerung von Jimmy Sharrow brachte eine doppelte Überzahl und Shawn Lalonde in Schussposition. Und der vierte Hammer des kanadischen Verteidigers in dieser Serie schlug oben rechts zum 0:1 ein (56.).

Die restlichen knapp fünf Minuten überstanden die Haie trotz einer Strafe gegen Bolduc und trotz eines sechsten Grizzlys-Feldspielers in den letzten 90 Sekunden. Möglicherweise gibt es sogar eine Rückkehr des am vergangenen Donnerstag freigestellten Patrick Hager. „Das ist eine Entscheidung des Trainers. Es gab einen Vorfall in Wolfsburg. Das ist eigentlich kein großer Akt. Am Montag wird es ein Gespräch geben“, deutete KEC-Geschäftsführer Peter Schönberger in der Übertragung bei Telekom-Eishockey an.