Beko Basketball Bundesliga

Die beste BBL aller Zeiten

30.09.2014 BONN. Man hat noch viel vor in der Basketball-Bundesliga (BBL), doch einstweilen klopft man sich schon mal gegenseitig auf die Schulter. "Die Liga ist so gut wie noch nie", erklärte Alexander Reil, Vizepräsident der BBL-Arbeitsgemeinschaft und Präsident der MHP Riesen Ludwigsburg, kürzlich auf der Tagung zum Saisonauftakt in Berlin.

Mit im Schnitt 4700 Zuschauern habe man in der vergangenen Saison auf dem zweiten Platz in Europa und mit 88 Millionen Euro Gesamtumsatz in Deutschland vor Sportarten wie Eishockey und Handball gelegen. Und der Trend zeigt weiter oben.

Großen Anteil an dieser Entwicklung hat der Aufstieg des FC Bayern München, der sich gleich als BBL-Krösus etablierte und bereits im zweiten Jahr seiner Zugehörigkeit die Meisterschaft errang. Die Fußball-Marke von der Isar färbt kräftig auf das orange Leder ab, verleiht ihm hierzulande in der breiten Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit und schürt den Konkurrenzkampf.

Denn die Basketball-Größen der vergangenen Jahre wollen nicht, dass die "Mia san mia"-Mentalität sich nach dem Fußball auch im Basketball auf Dauer durchsetzt.

Vizemeister Alba Berlin, aber vor allem der entthronte Serien-Champion Brose Baskets Bamberg treten an, dem Star-Ensemble von Bayern-Coach Svetislav Pesic die Titelverteidigung zu vermiesen. Michael Stoschek, der neue starke Mann in Franken und Boss des milliardenschweren Unternehmens Brose, hat rund um die Stechert-Arena das Unterste zu oberst gekehrt und soll den Etat auf inzwischen 13 Millionen Euro geschraubt haben.

Mit Andrea Trinchieri (ehemals Unics Kasan) wurde ein europäischer Spitzentrainer verpflichtet, der die Bayern mit einer völlig neuen und mit Topspielern gespickten Mannschaft angreifen wird. Der 47-Jährige ist aber auch selbst eine Attraktion, ein Irrwisch an der Linie, immer in Bewegung, kompromisslos und streitbar - sei es im Umgang mit den Spielern oder gegnerischen Trainern.

Berlin hat unlängst mit dem Sieg gegen München im Champions Cup unterstrichen, dass mit den Albatrossen zu rechnen ist. Aber auch hinter dem Favoriten-Trio werden große Anstrengungen unternommen. Allen voran die EWE Baskets Oldenburg, ratiopharm Ulm und die Artland Dragons haben mehr Geld in die Hand genommen, ihre Playoff-Chancen zu verbessern und die Großen zu ärgern. Dahinter werden von vielen Experten schon die Telekom Baskets genannt (siehe Bericht oben).

Doch nach unten hin lässt sich nur schwer eine Qualitätsabstufung vornehmen. "Das wird die sportlich beste Saison aller Zeiten", fasste BBL-Geschäftsführer Jan Pommer zusammen und gibt damit durchaus die Meinung der Liga wieder. Nicht nur in der Spitze tut sich einiges, auch in der Breite legt die Liga zu, haben die meisten Clubs zum Beispiel das Gros ihrer Spieler der vergangenen Saison gehalten. Das hat es in dieser Ausprägung noch nicht gegeben und wird vermutlich für einen Kampf um die Playoff-Plätze sorgen, wie er härter nie geführt worden ist.

"Diese Kontiunität hat damit zu tun, dass die BBL sich wirtschaftlich sehr gut entwickelt hat und im Europa-Vergleich immer interessanter wird", sagte Gunnar Wöbke, Geschäftsführer der Fraport Skyliners. Er warnt aber gleichzeitig, dass die Stärke der Liga auch mit der derzeitigen Schwäche der europäischen Konkurrenz zu tun hat. Wöbke: "Das kann auch mal wieder anders werden. Wichtig für uns ist, dass wir weitere Schritte unternehmen, um auf unserem Weg weiterzugehen."

Der neue Medienrechtevertrag mit der Deutschen Telekom könnte dabei für einen Schub sorgen. Erstmals kann man alle BBL-Spiele live im Internet und in hoher Qualität sehen. Zudem wird Sport1 ein Spiel pro Woche live übertragen.

"Über diese Entwicklung sind wir extrem glücklich. Wenn mir das vor sieben, acht Jahren jemand vorausgesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Es gibt ganz wenige Ligen, die so etwas bieten können, in allen Sportarten. Das müssen wir nutzen, um uns weiterzuentwickeln", erklärte BBL-Vizepräsident Marco Baldi von Alba Berlin.

Neue Regeln

Mit Beginn der kommenden Saison treten in der Basketball-Bundesliga neue Regeln in Kraft. (gme)

  • 24-Sekunden-Regel: Nachdem der Ball den Ring des gegnerischen Korbs berührt hat, wird die Shotclock auf 14 Sekunden (früher 24) zurückgesetzt, wenn die angreifende Mannschaft sofort wieder die Ballkontrolle erlangt.
  • Technisches Foul: Nach jedem Technischen Foul erhält die gegnerische Mannschaft einen Freiwurf (früher zwei), gefolgt von einem Einwurf an der Mittelinie.
  • Disqualifikation Spieler: Erhält ein Spieler zwei Technische Fouls, ist er disqualifiziert und darf in dem betreffenden Spiel nicht mehr eingesetzt werden. In einem solchen Fall besteht keine Berichtspflicht - der Spieler kann im darauf folgenden Spiel wieder eingesetzt werden. Die Verhängung eines technischen plus eines unsportlichen Fouls gegen einen Spieler führt in Kombination nicht zu einer Disqualifikation.
  • Auszeiten: Von den drei Auszeiten in der zweiten Hälfte stehen jeder Mannschaft nur noch maximal zwei Auszeiten in den letzten beiden Spielminuten des vierten Viertels zu.