Kurzurlaub auf der Wasserlinie

Das G-A-Team testet Kanufahren

Der Kampf gegen die Strömung: GA-Mitarbeiter Sebastian Knauth übt mit einem Kanu des Herseler Wassersportvereins.

Der Kampf gegen die Strömung: GA-Mitarbeiter Sebastian Knauth übt mit einem Kanu des Herseler Wassersportvereins.

Bornheim-Hersel. Zweiter Teil des G-A-Team Sommer-Spezials: Beim Herseler Wassersportverein geht es mit dem Kanu auf den Rheinarm zwischen dem Bornheimer Rheinufer und der Herseler Werth.

Angenehme Temperaturen, ein wolkenloser Himmel, ein paar Enten auf dem Wasser und heller Sandstrand. Die Kulisse am Herseler Rheinufer ist an diesem Abend malerisch. Langsam und ruhig plätschert der Rhein zwischen Ufer und dem Eiland Herseler Werth stromabwärts – perfekte Bedingungen für einen weiteren Wassersportartentest.

Das G-A-Team ist an diesem Abend zu Gast beim Herseler Wassersportverein 1930 e.V. (HWV). Zweimal pro Jahr bietet der Verein auf dem Rheinarm bei Bornheim einen Kanuschnupperkurs an. Für die breite Öffentlichkeit rückt der Kanusport vor allem bei den Olympischen Spielen in den Fokus, ansonsten sehen Radfahrer und Spaziergänger eher vereinzelt Wassersportler auf dem Rhein. An diesem Abend soll sich das ändern. Der HWV hat Interessierte eingeladen, erste Erfahrungen im Kanusport zu sammeln. „Wir wollen versuchen, wieder mehr Leute aufs Wasser zu bringen“, erklärt Sportwart Klaus Sigl.

Schnell kommt Leben ins Bootshaus. Der Einladung des Vereins sind Sportbegeisterte aller Altersklassen gefolgt. Jeder Teilnehmer bekommt – neben einem Boot – selbstverständlich eine Schwimmweste und das richtige Paddel in entsprechender Größe gereicht. Einer der Teilnehmer fragt, ob man als Anfänger direkt ins Wasser falle. Sigl muss lachen und sagt: „Nicht ins – sondern aufs Wasser.“ Anfänger können beim HWV unter Anleitung eines erfahrenen Paddlers oder Trainers sofort auf dem Gewässer starten. Für fortgeschrittene Jugendliche und Erwachsene organisiert der Verein regelmäßig längere Touren. Zudem gibt es einen durchlaufenden Trainingsbetrieb.

Maximale Sicherheit auch für Einsteiger

Mit dabei ist, wie an allen Schnuppertagen, ein Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Damit soll auch für Einsteiger die maximale Sicherheit gewährleistet werden. Schwer bepackt mit Kanu und Paddel macht sich die Gruppe vom Bootshaus aus auf den Weg zum Rheinufer. Unterwegs stellt sich Luisa Rönn vor. Die 24-Jährige fährt bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr Kanu und nimmt aktiv an Wettkämpfen teil. Für den Abend steht sie den „Neu-Kanuten“ mit ihrem Fachwissen zur Seite.

Inmitten von quakenden Enten und unter den neugierigen Blicken einiger Radfahrer erklärt Rönn, worauf es bei der Steuerung des Bootes ankommt. Motiviert nehmen die ersten den wackeligen Einstieg in das Sportgerät in Angriff. Nach den ersten Paddelschlägen wagen sich die meisten weiter hinaus auf den ruhigen Seitenarm des Rheins und peilen schließlich die Herseler Werth an.

Zu Beginn ist die Strömung eine Herausforderung. Einige Boote werden gleich mehrmals gedreht. Andere wiederum treiben schnell ab. Rönn ist aufmerksam und kümmert sich sofort um diejenigen, die in „Seenot“ geraten sind. Nach ein paar Tipps sind alle Boote wieder auf Kurs. „Der Rhein ist ein tolles und interessantes Paddelrevier. Wellen und Strömung sorgen für Abwechslung. Als Anfänger sollte man allerdings auf keinen Fall seine erste Tour alleine auf dem Rhein unternehmen“, sagt Sigl. Was das bedeutet, lernen die Gäste direkt im eigenen Boot kennen. Immer wieder sorgen Strömungsveränderungen und kleinere Hindernisse am Ufer für kurzzeitige Probleme. Dennoch bleiben die schnellen Erfolgserlebnisse nicht aus, und nach kurzer Zeit auf dem Wasser genießen die ersten Paddler die Natur.

Spaß steht im Vordergrund

„Bei uns im Training steht überwiegend der Spaß im Vordergrund. Anfänger und Fortgeschrittene kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Im Winter machen wir einmal in der Woche Zirkeltraining in der Halle“, erzählt Rönn. Dadurch sollen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit verbessert werden. Fitness, die Neueinsteigern besonders im Bereich der Arme fehlt.

Nach etwas mehr als einer Stunde nehmen die Boote wieder Kurs aufs Ufer und beenden die Tour. Nicht ahnend, dass eine weitere große Herausforderung noch folgen wird – der Ausstieg. Nasse Socken oder Schuhe hat am Ende jeder. Ein kompletter Badegang bleibt allerdings allen erspart. Dafür ist in der vergangenen Stunde ordentlich Wasser in einige Boote geraten. „Durch Kanufahren kommt man an Orte, die man vielleicht nur über das Wasser erreicht. Außerdem ist der Blickwinkel auf die Landschaft und Natur ganz besonders“, sagt Rönn.